Acht spannende Race-Gravelbikes 2027Aero, Leichtbau und breite Reifen

Josh Welz

 · 09.10.2026

Colnago G5 X
Foto: Colnago

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Die Race-Gravelbikes 2027 wollen vor allem eines sein: schnell. Doch um dieses Ziel zu erreichen, setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte. Manche sparen Gewicht, andere setzen auf Aerodynamik und lückenlose Integration. Auch auch bei Reifenbreite und Antriebs-Philosophie scheiden sich die Geister. Wir vergleichen acht besonders spannende 2027er Carbon-Modelle.

Race-Gravel 2027: Schnell ist nicht gleich schmal

Neue Race-Gravelbikes 2027 entfernen sich zunehmend vom alten Bild des Rennrads mit etwas Profil auf dem Reifen. Das Canyon Grail bietet Platz für 57 Millimeter breite Pneus, das Ridley Kanzo Fast 2.0 sogar für 58 Millimeter. Beide bleiben auf Tempo ausgelegt. Der zusätzliche Raum ermöglicht eine Abstimmung auf grobe oder schlammige Kurse, verpflichtet aber niemanden, stets den breitesten Reifen aufzuziehen. Auf glattem Schotter kann eine andere Kombination aus Breite, Profil, Karkasse und Luftdruck sinnvoller sein.

Auch beim Thema Aerodynamik verfolgen die Hersteller verschiedene Konzepte. Ein schmales, integriertes Cockpit kann die Position des Fahrers beeinflussen; ein hoher Carbonlaufradsatz ist dagegen nur ein Teil des Gesamtsystems. Look wählt ein integriertes, aber in Breite und Länge konfigurierbares Cockpit. Ridley kombiniert die Aero-Front mit neuer Race-Geometrie. Van Rysel bietet am RCR-G je nach Preisstufe entweder einteiliges Carbon oder separate Komponenten. Solche Unterschiede entscheiden mit darüber, an welche Zielgruppen sich die Hersteller mit ihren Modellausführungen richten.

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Bei der Schaltung hat die elektronische 1×13-Gruppe viele Topmodelle erreicht. Die Sram Force XPLR kombiniert dafür eine 10-46er Kassette mit einem Full-Mount-Schaltwerk. Das ist jedoch kein Naturgesetz des Gravel-Rennsports: Das Megamo Silk 05 hält an zwei Kettenblättern fest, während das Silk 04 mit einer besonders breit übersetzten MTB-Kassette antritt. Wer häufig mit hoher Geschwindigkeit auf Asphalt fährt, sollte deshalb nicht allein die Zahl der Ritzel vergleichen – das Gesamtkonzept ist entscheidend.

Wir haben uns aus den vielen 2027er Gravel-Modellen acht besonders spannende Neuheiten herausgesucht.

Canyon Grail Gen 3: Aero-Front und 57 Millimeter Reifenfreiheit

Das Grail der dritten Generation stellt zwei Eigenschaften zusammen, die früher häufiger gegeneinander ausgespielt wurden: aerodynamische Front und Platz für sehr breite Reifen. CF, CF SLX und CFR unterscheiden sich jedoch deutlich. Ein Staufach gibt es erst ab CF SLX; auch Cockpit und Schutzblechaufnahmen variieren. Das hochwertige Pace-Cockpit lässt sich für den Transport zerlegen. Wer eine bestimmte Rahmenfunktion möchte, muss daher die konkrete Ausführung prüfen.

Canyon Grail Gen 3Foto: Max FuchsCanyon Grail Gen 3
  • Preis: CF 7 ab 2.499 Euro, CF SLX ab 4.499 Euro, CFR ab 6.999 Euro
  • Kategorie: Race-Gravel
  • Rahmen: Carbon, intern geführte Leitungen; Staufach bei CF SLX/CFR, Schutzblechaufnahmen bei CF/CF SLX
  • Antrieb/Schaltung: Ausschließlich Einfachantriebe, konkrete Gruppe abhängig von sechs Ausstattungen
  • Bremsen: Hydraulische Scheibenbremsen, Modell und Rotormaße ausstattungsabhängig
  • Laufräder/Reifen: Unterschiedliche Serienpakete, darunter Canyon-GR-50-Carbonlaufräder; kein einheitlicher Reifen für alle Builds
  • Maximale Reifenfreiheit: 57 mm
  • Cockpit: CF ohne Pace-Lenker, hochwertige Builds mit integriertem, zerlegbarem Pace-Cockpit
  • Gewicht: ab 7,8 kg beim CFR AXS
  • Besonderheiten: Cyclite-Taschensystem, flexende VCLS-Aero-Sattelstütze

Ridley Kanzo Fast 2.0: der Aero-Pionier wird deutlich breiter

Das Kanzo Fast 2.0 vergrößert die Reifenfreiheit gegenüber dem Vorgänger von 42 auf 58 Millimeter. Dazu kommen eine neue Geometrie, Rahmenstauraum und verdeckte Befestigungen für eine Oberrohrtasche. Trotz Schutzblechoption bleibt es ein spezialisierter Renner: An der Gabel fehlen zusätzliche Gepäckaufnahmen, mechanische oder Zweifach-Schaltungen sind nicht vorgesehen.

Ridley Kenzo Fast 2.0Foto: RidleyRidley Kenzo Fast 2.0
  • ​Kanzo Fast 2.0 SRAM Red XPLR 1x13
    Preis: 11.699 Euro
    Schaltung: Sram Red XPLR, elektronisch, 1x13
    Laufräder: DT Swiss GRC 1400 Dicut
    Reifen: voraussichtlich Vittoria Terreno T30 TLR, 55 mm
  • Kanzo Fast 2.0 SRAM Force XPLR 1x13
    Preis: 6.999 Euro
    Schaltung: Sram Force XPLR, elektronisch, 1x13
    Laufräder: Forza Skiron RS, 50 mm hohe Hookless-Carbonfelgen, Carbon-Speichen
    Reifen: voraussichtlich Vittoria Terreno T30 TLR, 55 mm
  • Kanzo Fast 2.0 SRAM Rival XPLR 1x13
    Preis: 5.499 Euro
    Schaltung: Sram Rival XPLR, elektronisch, 1x13
    Laufräder: Forza Skiron CG40
    Reifen: Vittoria Terreno T30 TLR, 55 mm
  • Kanzo Fast 2.0 Frameset
    Preis: 4.499 Euro
    Rahmen und Gabel, Deda-Aero-Sattelstütze, CeramicSpeed-SLT-Steuersatzlager und 4ZA Nimbus Pro Cockpit

Look G85 Cezal RS: Race-Version mit anpassbarem Cockpit

Das G85 Cezal RS erhält gegenüber dem regulären G85 einen leichteren Carbonaufbau und ein tiefer positioniertes Aero-Cockpit. Force- und Red-Version teilen sich Fulcrum-Carbonlaufräder und 45er Reifen. Die Front lässt sich trotz vollständiger Leitungsintegration in mehreren Breiten und Längen konfigurieren.

Look G85 CezalFoto: Look/Guillem Casanova BoschLook G85 Cezal
  • Preis: Force XPLR 6.990 €, Red XPLR 8.999 Euro
  • Kategorie: Race-Gravel
  • Rahmen: Carbon, lackiert ca. 1.000 g in M; komplett innen verlegte Leitungen
  • Antrieb/Schaltung: Sram Force oder Red XPLR AXS, elektronisch 1×13, 10-46
  • Bremsen: Hydraulische Sram Force bzw. Red; Rotormaße nicht genannt
  • Laufräder/Reifen: Fulcrum Sharq Carbon; Hutchinson Touareg, 45 mm
  • Maximale Reifenfreiheit: Hinten 50 mm, vorn 57 mm.
  • Cockpit: Integriertes, anpassbares LOOK Aero Carbon RS3
  • ​Gewicht: Force 8,3 kg, Red 7,9 kg
  • Besonderheiten: Rahmenset 3.290 Euro, Kompatibilität mit Gravel-Federgabel bis 60 mm

Van Rysel RCR-G: drei Cockpit- und Laufradpakete

Das RCR-G nutzt einen leichten High-Modulus-Carbonrahmen mit aerodynamischer Front. Alle drei Ausstattungen schalten elektronisch mit Sram XPLR 1×13; die Unterschiede liegen vor allem bei Laufrädern und Cockpit. Red fährt mit einteiliger Carbon-Einheit und hohen Carbonfelgen, Force mit separatem Vorbau und Carbonrädern, Rival mit Alufelgen. Wer den Einstiegspreis sieht, sollte deshalb nicht automatisch die Ausstattung des Spitzenmodells erwarten.

Van Rysel RCR-GFoto: Van RyselVan Rysel RCR-G
  • Preis: Rival 3.199 Euro, Force 4.199 Euro, Red 6.599 Euro >> hier erhältlich
  • Kategorie: Race-Gravel
  • Rahmen: High-Modulus-Carbon und Carbongabel, UDH, Flaschen- und Oberrohrtaschenaufnahmen
  • Antrieb/Schaltung: Sram Rival/Force/Red XPLR AXS, jeweils 1×13 mit 10-46
  • Bremsen: Hydraulische Sram-Gruppenbremsen
  • Laufräder/Reifen: Rival VR 30 Alu, Force VR 35 Carbon, Red VR 50 Carbon; Continental Terra Comp TLR, 45 mm
  • Maximale Reifenfreiheit: 50 mm
  • Cockpit: Red einteilig integriert, Force/Rival separat
  • Gewicht: Rival 8,6, Force 8,2, Red 7,8 kg
  • Besonderheiten: 885 g Rahmengewicht unlackiert in M laut Hersteller

Megamo Silk: sieben Ausstattungen für 2027

Das Silk behält seine Race-Geometrie und die beiden Carbon-Layups SLR und SL. Neu sind das Silk 04 mit breit abgestufter MTB-Kassette und das Silk 05 mit Shimano GRX Di2. Das Silk 03 ersetzt das 02; die einfacheren Modelle 06 und 07 bleiben. Bei aller Modellvielfalt bleibt die Rolle eindeutig: schnelles Gravel-Racing statt schwer beladenes Bikepacking. Verbindliche 2027er Endpreise lagen für die Baureihe noch nicht vor.

Megamo SilkFoto: MegamoMegamo Silk
  • Kategorie: Race-Gravel.
  • Rahmen: SLR-Carbon bei Silk 00–05, SL-Carbon bei 06–07, UDH und intern geführte Leitungen
  • Antrieb/Schaltung: Sram oder Shimano je nach Modell; Silk 04 mit Rival/Eagle 1×12, 10-52, Silk 05 mit GRX Di2 2×12
  • Bremsen: Hydraulische SRAM- oder Shimano-Scheibenbremsen, ausstattungsabhängig
  • Laufräder: Unter anderem Zipp 303 XPLR S oder Fulcrum Lite GR
  • Maximale Reifenfreiheit: Hinten 47 mm, vorn 52 mm
  • Cockpit: Integriertes Carbon-Cockpit bei hochwertigen Versionen
  • Weitere Besonderheiten: SLR-Rahmen laut Hersteller 940 g in Größe M

Colnago G5-X: neue Rennplattform für lange Distanzen

Das G5-X kombiniert einen neuen Carbonrahmen mit 53 Millimetern Reifenfreiheit, Staufach und sechs Montagepositionen. Die Rival-Version kommt mit separatem Lenker, Force und Red erhalten das einteilige Carbon-Cockpit. Damit wird ein schneller Gravelrenner auch für lange Rennen mit Selbstversorgung interessant.

Colnago G5 XFoto: ColnagoColnago G5 X
  • Preis: Rival 4.900 Euro, Force 5.750 Euro, Red 9.200 Euro
  • Kategorie: Race-Gravel mit Langstreckenoption
  • Rahmen: Carbon-Monocoque, Staufach, UDH, BSA-68-Tretlager und sechs Montagepositionen
  • Antrieb/Schaltung: Sram Rival, Force oder Red XPLR AXS E1, jeweils 1×13, 40 Zähne, 10-46; Rahmen auch kompatibel für elektronische 2-fach-Aufbauten
  • Bremsen: Hydraulische Sram-Gruppenbremsen
  • Laufräder/Reifen: Rival/Force Vision TC45 Carbon mit Pirelli Cinturato Gravel RH TLR 50 mm; Red Zipp 303 XPLR SW mit Goodyear XPLR Inter TLR 50 mm
  • Maximale Reifenfreiheit: 53 mm
  • Cockpit: Rival Deda-Alulenker plus Vorbau; Force/Red einteiliges CC.01 Wide Carbon
  • Weitere Besonderheiten: Runde 27,2-mm-Sattelstütze, drei Fidlock-Aufnahmen mitgeliefert

Ducati GraviaX R: sportlicher Aufbau mit Taschenoption

Mit dem GraviaX R erweitert Ducati seine 2027er Fahrradkollektion um ein Carbon-Gravelbike. Die Geometrie soll sportlich sein, ohne ausschließlich auf kurze Rennen zu zielen. Werkzeughalter und Taschenaufnahmen helfen auf langen Touren. Wichtig für mögliche Umbauten: Bei Einfachantrieb gibt Ducati 50 Millimeter Reifenfreiheit an, bei Zweifach-Antrieb nur 45. Das Gewicht von 8,2 Kilogramm bezieht sich auf die konkrete R-Version in Größe M ohne Pedale.

Ducati GraviaXFoto: DucatiDucati GraviaX
  • Preis: 5.990 Euro
  • Kategorie: Race-Gravel/Allround
  • Rahmen: Carbon-Monocoque, Werkzeughalter im Unterrohr und Taschenaufnahmen
  • Antrieb/Schaltung: Sram Force XPLR AXS, elektronischer Einfachantrieb; Rahmen laut Ducati auch für Zweifach-Aufbauten geeignet
  • Bremsen: Hydraulische Sram-Gruppenbremsen
  • Laufräder/Reifen: Ducati G-Line Carbon, 42-mm-Felgen; Continental Terra, 700×45C
  • Maximale Reifenfreiheit: 50 mm mit 1-fach, 45 mm mit 2-fach
  • Gewicht: 8,2 kg

Thok Grow Pro: Powermeter und Zipp-Carbonlaufräder

Das Grow Pro ist die teuerste Version von Thoks erster Gravelplattform ohne Motor. Für 4.990 Euro bietet es eine elektronische Sram Force AXS-Schaltung mit GX-T-Type-Schaltwerk und 10-52er Kassette, einen serienmäßigen Quarq-Powermeter und Zipp-Carbonlaufräder.

Thok Grow ProFoto: ThokThok Grow Pro
  • Preis: 4.990 Euro
  • Kategorie: Race-Gravel
  • Rahmen: UD-Carbon-Monocoque, innen verlegte Leitungen, integriertes Staufach
  • Antrieb/Schaltung: Sram Force AXS mit GX-T-Type-Schaltwerk, 1×12, 44 Zähne, 10-52
  • Bremsen: Hydraulische SRAM-Force-Scheibenbremsen
  • Laufräder/Reifen: Zipp XPLR S Carbon, tubeless-ready; Schwalbe G-One R, 45-622
  • Cockpit: Integrierter Thok-Carbonlenker
  • Besonderheiten: Quarq-Powermeter

Wer vor allem auf gemischtem Untergrund sportlich fahren möchte und auf den serienmäßigen Powermeter verzichten kann, findet im Grow Comp für 3.990 Euro eine Alternative mit demselben Carbonrahmen, elektronischer Sram Rival AXS mit S1000-T-Type-Schaltwerk, Miche-Sterrato-45-Carbonlaufrädern und 45-Millimeter-Reifen. Das Grow FR kostet 2.990 Euro und richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die einen günstigeren Einstieg in die Plattform suchen: Es kombiniert eine mechanische Sram Apex XPLR/Eagle mit DT-Swiss-G1800-Alulaufrädern und einem separaten FSA-Lenker. Für Touren könnte es ebenfalls infrage kommen. Ob Gepäckaufnahmen und Reifenfreiheit zu den eigenen Plänen passen, sollten Interessierte vor dem Kauf klären.

Was vor dem Kauf wirklich verglichen werden sollte

Beim Race-Gravelbike sind Gewicht, Aerodynamik und Reifenfreiheit kein Dreikampf mit einem festen Sieger. Ein breiter Reifen kann auf rauem Kurs Zeit und Kräfte sparen; auf einem glatten Racetrack können andere Prioritäten gelten. Ebenso wichtig ist die Sitzposition: Ein teures, voll integriertes Cockpit hilft wenig, wenn Breite oder Vorbaulänge nicht passen.

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Josh Welz

Josh Welz

Chefredakteur

Josh Welz ist studierter Sportjournalist und prägt als Chefredakteur die publizistische Ausrichtung der BIKE. 2016 griff Welz den E-Trend auf und entwickelte den Titel EMTB. Entsprechend bewegt er sich gerne zwischen den Welten. Da seine Begeisterung für knackige Trails aber größer ist als sein Trainingsfleiß, schlägt das Pendel häufig in Richtung „E“ aus.

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