Tour de France - Ex-Doper VaughtersNachtkontrollen bringen Glaubwürdigkeit

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 · 21.07.2026

Tour de France - Ex-Doper Vaughters: Nachtkontrollen bringen GlaubwürdigkeitFoto: picture alliance / dpa
Ex-Dopingsünder Jonathan Vaughters äußert sich zu den nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour. (Archivbild)
Die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France sorgen für Diskussionsstoff. Ein früherer Dopingsünder hält die Maßnahmen für sinnvoll. Es geht wohl um Wachstumshormone.

Der frühere Dopingsünder und heutige Radsport-Manager Jonathan Vaughters hält nächtliche Kontrolle für absolut sinnvoll. «2-Uhr-nachts-Tests sind eine der effektivsten Methoden, um das Mikrodosieren von Peptiden (EPO, hGH) und Testosteron zu verhindern», schrieb der frühere Teamkollege von Lance Armstrong auf dem Portal X. «Hätte die UCI uns 2001 um 2 Uhr nachts getestet? Wir wären alle suspendiert worden und hätten dem Sport 25 Jahre Drama erspart.»

In den letzten Tagen hatte es heftige Debatten um nächtliche Kontrollen bei der Tour gegeben. Vor der schweren Bergetappe zum Plateau de Solaison war Vingegaard um 2.00 Uhr in der Nacht kontrolliert worden, bei Pogacar klopfte es um 5.00 Uhr an der Tür. Bei der anschließenden Etappe kam Vingegaard zu Fall und schied mit einem Schlüsselbeinbruch aus. Pogacar mutmaßte, dass darin ein Zusammenhang bestanden haben könnte.

Vaughters hatte einst Doping gestanden und sich anschließend in seiner Funktionärsrolle auch sehr dem Anti-Doping-Kampf gewidmet. «Es ist bedauerlich, dass Tadej und Jonas für den Scheiß büßen müssen, den wir verbrochen haben. Allerdings würde ich ein paar schlaflose Nächte in Kauf nehmen für etwas gewonnene Glaubwürdigkeit. Ich sollte mich ehrlich gesagt bei beiden entschuldigen», schrieb Vaughters weiter.

Naesen berichtet über Hintergründe

Der belgische Radprofi Oliver Naesen, der bei der Tour de France nicht im Einsatz ist, berichtete unterdessen im Podcast der belgischen Zeitung «Het laatste Nieuws» über mögliche Hintergründe der nächtlichen Kontrollen. «Es gibt Dopingmittel, die nur etwa drei Stunden im Blutkreislauf verbleiben. Ich habe gehört, dass sie nach Wachstumshormonen suchen. Das höre ich zum ersten Mal - die Jagd nach Wachstumshormonen», sagte Naesen.

«Wenn es tatsächlich Dopingmittel gibt, die nur drei Stunden im Blut bleiben, könnte das verlockend sein. Anti-Doping-Agenturen müssen natürlich in kritischen Momenten testen. Und doch habe ich keinerlei Kenntnis davon, dass es im Peloton Doping gibt», ergänzte Naesen. 

Kontrollen um 2.00 Uhr nachts seien extrem, sagte er weiter: «Ich finde, es muss Grenzen geben, was man einem Athleten zumuten kann. Dopingtests gehören natürlich dazu, aber Tests mitten in der Nacht habe ich noch nie erlebt.»

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