Thomas Huber
· 06.01.2024
Die UCI-Weltrangliste der Teams wurde zur vergangenen Saison angepasst. Anstatt der Punkte der besten zehn Fahrer einer Mannschaft wurden für die Wertung seit Beginn des Jahres 2023 die Punkte der besten 20 Fahrer addiert. Die Top 20 Teams der UCI-Weltrangliste 2023 setzen sich aus den 18 World-Tour-Teams zusammen, die von zwei Pro Teams, der zweiten Liga des Radsports, ergänzt werden.
Das Team Israel-Premier Tech ist eines von zwei Pro Teams und belegt in der UCI-Weltrangliste Platz 16. Damit rückt ein Aufstieg zurück in die World Tour in greifbare Nähe, weil unter anderem Michael Woods ein starkes Jahr erlebte. Er gewann eine Tour-de-France-Etappe und wurde Gesamt-Sechster bei der Katalonien-Rundfahrt.
Nur wenige Follower mehr als Israel-Premier Tech hat das französische Team Cofidis. Zwar rutschte das Team in der UCI-Weltrangliste im Vergleich zum Vorjahr ab, bei der Tour de France präsentierte sich das Team aber stark: Victor Lafay und Ion Izagirre feierten Etappensiege, Guillaume Martin kam im Gesamtklassement in die Top 10.
In der UCI-Weltrangliste befindet sich Groupama-FDJ auf Platz sieben, beim Instagram-Ranking ist es dagegen nur Platz 18. Die Franzosen erlebten ein solides Jahr, gewannen mit Thibaut Pinot das Bergtrikot des Giro d’Italia und mit Valentin Madouas das Eintagesrennen Bretagne Classic - Ouest-France. In den Gesamtklassements der Grand Tours wurde Thibaut Pinot bei seiner Abschiedstour beim Giro Fünfter und bei der Tour de France Elfter. Tour-de-France-Kapitän David Gaudu wurde Neunter bei der Frankreich-Rundfahrt.
Arkea-Samsic (2024 Arkea-B&B Hotels) erlebte kein gutes Jahr 2023, feierte keinen Sieg auf World-Tour-Ebene und befindet sich in argen Abstiegssorgen. In der Gesamtwertung der Tour de France war Platz 22 durch Warren Barguil das höchste der Gefühle, mehr als Platz 13 war auch für Cristian Rodriguez bei der Vuelta nicht möglich. Bei der Gree-Tour of Guangxi wurde Louis Barre immerhin Gesamt-Sechster und erzielte ein Top-Ten-Ergebnis.
Ähnlich wie Groupama-FDJ performt auch Bahrain-Victorious bei der Anzahl der Instagram-Follower im Vergleich zum UCI-Ranking klar unter. In der Weltrangliste befindet sich das Team um Matej Mohoric auf Platz sechs, knapp mehr als 200.000 Instagram-Follower genügen aber nur für Rang 16. Das Team aus Bahrain hat gleich eine Bandbreite an Fahrern, die 2023 abliefern konnten. Pello Bilbao wurde Gesamt-Sechster bei der Tour de France, Damiano Caruso sogar Vierter im Giro-Gesamtklassement. Matej Mohoric gewann dazu die Gesamtwertung der Polen-Rundfahrt und ergatterte wie seine Teamkollegen Wout Poels und Pello Bilbao einen Etappensieg bei der Tour de France.
AG2R-Citroen Team stagnierte zuletzt in der Entwicklung und zog einen neuen Hauptsponsor an Land: Ab dieser Saison wird das Team Decathlon AG2R La Mondiale heißen. In der vergangenen Saison ragte vor allem der Österreicher Felix Gall heraus, der eine Tour-de-France-Etappe gewann und Gesamt-Achter wurde. Auch Ben O’Connor ließ immer wieder sein Können aufblitzen und wurde im Gesamtklassement Dritter beim Criterium du Dauphine.
Das Pro Team Lotto-Dstny ist auf bestem Wege, zurück in die höchste Radsport-Liga zu gelangen. Hauptverantwortlicher dafür ist Top-Talent Arnaud de Lie, der das Eintagesrennen Grand Prix Cycliste de Quebec gewann und bei weiteren Klassikern wie Omloop Het Nieuwsblad stark abschnitt. UCI-Weltranglistenplatz 9 ist für das noch zweitklassige Team überragend.
Obwohl Alpecin-Deceuninck Superstars wie Jasper Philipsen und Mathieu van der Poel in den Reihen hat, reicht es im Instagram-Ranking nur für Platz 13. Auch in der Weltrangliste befindet sich das Team trotz zahlreicher Siege der Stars nur auf Rang acht. Und das, obwohl Mathieu van der Poel die beiden Monumente Paris-Roubaix und Mailand-San Remo gewann. Jasper Philipsen gewann dazu gleich vier Tour-de-France-Etappen sowie den Klassiker Brugge-De Panne.
Das Team dsm-firmenich (mittlerweile dsm-firmenich PostNL) erlebte ein durchwachsenes Jahr 2023 und schloss dieses auf Weltranglistenplatz 17 ab. Beim niederländischen Team dürften zudem die Abgänge von Marius Mayrhofer und Andreas Leknessund schmerzen. Der Deutsche gewann das World-Tour-Rennen Cadel Evans Great Ocean Road Race, der Norweger wurde Gesamt-Achter beim Giro d’Italia - sie sorgten so für reichlich UCI-Punkte. Im kommenden Jahr müssen also andere Fahrer Erfolge einfahren.
Auf World-Tour-Ebene erlebte das belgische Team Intermarche-Wanty (2023 noch Intermarche-Circus-Wanty) kein gutes Jahr. Die größten Erfolge waren Platz zwei von Hugo Page beim Cadel Evans Great Ocean Road Race, Louis Meintjes’ siebter Platz beim Criterium du Dauphine sowie der Vuelta-a-Espana-Etappensieg von Rui Costa. Nach einem starken Vorjahr geht der Trend des Teams eher nach unten. Im Instagram-Ranking verpasst das Team die Top 10 nur knapp.
Allen voran Kapitän Simon Yates sorgte dafür, dass sich das Team Jayco-AlUla keine Abstiegssorgen machen muss. Der Brite wurde Gesamt-Vierter bei der Tour de France, Zweiter bei der Santos Tour Down Under und Fünfter beim Radsport-Monument Il Lombardia. Mit Filippo Zana steht beim australischen Radsport-Team ein vielversprechendes Talent in den Startlöchern, das die Slowenien-Rundfahrt und eine Etappe beim Giro d’Italia gewann.
Astana Qazaqstan Team hat es im Instagram-Ranking in die Top-Ten geschafft, in der UCI-Weltrangliste befindet sich die Mannschaft dagegen auf Platz 20 und ist damit das schlechteste World-Tour-Team. In der vergangenen Saison sorgte einzig Radsport-Legende Mark Cavendish für einen World-Tour-Sieg, der die finale Giro-d’Italia-Etappe in Rom für sich entschied. Von den Fahrern um Alexey Lutsenko muss also im kommenden Jahr deutlich mehr kommen, möchten sie weiter in der höchsten Radsport-Liga bleiben.
Das Team UAE Team Emirates war in der vergangenen Saison laut UCI-Weltrangliste das Beste der Saison. Nicht nur Superstar Tadej Pogacar war dafür verantwortlich, der Zweiter bei der Tour de France wurde, dazu auch Il Lombardia und die Flandern-Rundfahrt gewann. Auch Adam Yates landete bei der Tour de France auf dem Podium und gewann die Tour de Romandie. Tim Wellens und Jay Vine siegten dazu bei der Renewi Tour und der Santos Tour Down Under.
In der UCI-Weltrangliste schaffte es Bora-Hansgrohe in die Top 10, mit 488.000 Followern erreicht es sogar Platz sieben im Instagram-Ranking. Nach dem Giro-Gesamtsieg von Jai Hindley im Jahr 2022 ließ das deutsche Team auch in diesem Jahr wieder bei Rundfahrten aufhorchen: Bei der Italien-Rundfahrt gewann Nico Denz zwei Etappen, bei der Tour de France konnten Jai Hindley und Jordi Meeus für Tagessiege sorgen. Lennard Kämna setzte zudem bei der Vuelta mit einem Tagessieg ein Ausrufezeichen. In die Top 10 der Klassements schafften es Jai Hindley bei der Tour, Lennard Kämna beim Giro sowie Aleksandr Vlasov und Cian Uijtdebroeks bei der Vuelta. Spitzenplatzierungen blieben bei Bora-Hansgrohe aber aus, könnten 2024 aber durch Top-Transfer Primoz Roglic folgen.
Im Doppelpack kommen nun die beiden US-amerikanischen Teams, die beide die halbe Millionen Follower vollmachen. Den Anfang macht das Team EF Education EasyPost, das unter anderem vom jungen Ben Healy getragen wurde. Der Ire gewann nicht nur eine Etappe beim Giro d’Italia, sondern landete auch beim Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogne-Lüttich Top-Platzierungen. Zudem feierte das Team bei der malaysischen zweitklassigen Tour de Langkawi mit Jefferson Cepeda und Simon Carr einen Doppelsieg.
Lidl-Trek befindet sich nicht nur im Instagram-Ranking, sondern auch in der UCI-Weltrangliste auf Platz fünf. Im Vergleich zum Vorjahr machte das Team einen deutlichen Schritt nach vorne. Hauptverantwortlich dafür sind Mattias Skjelmose, der die Tour-de-Suisse-Gesamtwertung gewann und Zweiter bei Fleche Wallonne wurde, Mads Pedersen, der Siege bei den Cyclassics oder der Tour de France feierte und Giulio Ciccone, der sich die Bergwertung bei der Tour de France schnappte.
Vor allem Remco Evenepoel garantierte dem belgischen Team Soudal - Quick Step eine gute Saison. Mit dem Gewinn von Lüttich-Bastogne-Lüttich, der UAE-Tour und dem Clasica San Sebastian sammelte er reichlich UCI-Punkte für sein Team, das im Jahresvergleich Platz drei belegt. Der belgische Superstar dürfte dem Team zahlreich Follower eingebracht haben, sodass sich das Team im Instagram-Ranking auf Platz vier wiederfindet.
Im Instagram-Ranking schafft es das spanische Movistar Team aufs Podest, in der UCI-Weltrangliste versinkt es aber im Mittelmaß und kann nicht an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen. Aushängeschild Enric Mas konnte bei den Grand Tours nur für Platz sechs bei der heimischen Vuelta sorgen. Die einzigen Siege auf World-Tour-Ebene waren Etappensiege von Einer Rubio und Fernando Gaviria beim Giro d’Italia, der UAE-Tour und der Tour de Romandie. Auch auf das vielversprechende Talent Matteo Jorgenson müssen die Spanier verzichten, der zu Visma | Lease a Bike abgewandert ist.
Das Team Jumbo-Visma war 2023 der große Dominator bei den Rundfahrten. Bei allen drei Grand Tours stand am Ende immer ein Fahrer des niederländischen Teams ganz oben. Bei der Vuelta a Espana wurde das noch einmal übertrumpft, als das gesamte Podest nur aus Fahrern von Jumbo-Visma bestand. Beim Team, das ab dieser Saison Visma | Lease a Bike heißt, waren Jonas Vingegaard, Primoz Roglic und Sepp Kuss überragend. Auch bei Eintagesrennen hatte es Erfolg: Christophe Laporte gewann Gent-Wevelgem und Dwars door Vlaanderen, Wout van Aert den E3 Saxo Classic und Dylan van Baarle Omloop Het Nieuwsbald.
Mit über 1,1 Millionen Instagram-Followern hat Ineos Grenadiers die größte Fanbase aller Profi-Teams auf der Internet-Plattform. Dabei erlebte das britische Team kein wirklich gutes Jahr 2023. Bei den Grand Tours verpasste Geraint Thomas den Gesamtsieg des Giro d’Italia knapp, Carlos Rodriguez wurde bei der Tour de France Fünfter. Auch bei den Monumenten Lüttich-Bastogne-Lüttich und Mailand-San Remo verpassten Tom Pidcock und Filippo Ganna den Sieg knapp. Der einzige Sieg bei einem Eintagesrennen auf World-Tour-Ebene gelang Tom Pidcock bei Strade Bianche.