Sebastian Brust
· 08.02.2024
Der neue Fahrradsattel aus Italien: Repente Nova heißt er, ist aus leicht und vollständig recycelbarem Material hergestellt und fürs sportliche Radfahren gemacht, egal, ob auf dem Gravelbike oder dem Rennrad. Er reiht sich ein in eine Vielzahl teils höchst rennsportlicher, aber auch deutlich teurerer Sattelmodelle bei Repente, die Firmenwebseite zeigt zahlreiche Profi-Sponsorings.
Dem Namen Repente verpflichtet – der heißt übersetzt plötzliche Bewegung auf Spanisch – gibt sich der Repente Nova auch radsporttypisch spartanisch. Die minimalistischen Sitzflächen sehen straff gepolstert aus und sind es laut Hersteller auch. Der für die Sitzhöcker vorgesehene Platz muss passen, den Sattel gibt es nur in einer Größe: 260 Millimeter lang, 142 Millimeter breit.
Eine großzügige Aussparung der Satteldecke spart Gewicht, soll aber in erster Linie den Dammbereich vor zu viel Druck bewahren. Der Entlastungskanal verläuft über die gesamte Länge vom hintersten Ende bis zur Spitze der augenscheinlich relativ breiten Sattelnase. Wenn man die Sitzposition auf dem Sattel leicht verändert und etwas nach vorne rutscht, soll es schließlich auch nicht gleich unangenehm ins Nervengeflecht pieksen.
Der neue Repente-Sattel bietet sich für preisbewusste Radsport-Begeisterte an, die einerseits der, sagen wir, martialischen Optik zugeneigt sind und gleichzeitig die wichtige Nachhaltigkeitsbewegung mitgehen wollen. Der Repente Nova habe nämlich, so der Hersteller, eine grüne Seele.
Bis auf das Gestell besteht der gesamte Sattel aus ein und demselben TPU-Material (TPU: Thermoplastisches Polyurethan), Satteldecke und das aufgeschäumte Sitzpolster werden ohne weitere Klebstoffe oder Lösungsmittel miteinander verbunden. Eine zusätzliche Schutzschicht auf der Oberfläche, wie sie etwa bei anderen Fahrradsätteln aus TPU verwendet wird, sei nicht nötig, das Material robust genug. Am Ende seines Lebenszyklus’ lässt sich das Oberteil aus dem Kunststoff getrennt vom Metallgestell vollständig recyceln.
Der einfache Aufbau, das einheitliche Material und nicht zuletzt die Beschränkung auf nur eine Größe erlauben Repente eine einfache Fertigung, was wiederum neben einem kleineren ökologischen Fußabdruck auch geringere Kosten erzeugen soll. Der Hersteller will die Kostenvorteile weitergeben und bietet den 230 Gramm leichten Repente Nova Aero für 85 Euro an. Die etwas schwerere 285-Gramm-Version Repente Nova ST4 mit Chromoly-Stahlgestell gibt’s bereits für 69 Euro.
Redakteur
Sebastian Brust ist Jahrgang 1979 und ursprünglich vom Klapprad der Oma sozialisiert, seit seinem fünften Geburtstag aber hauptsächlich auf Stollenreifen unterwegs. Liebt alle Arten Bikes – und das Verschmelzen mit der Natur. Findet, dass Scheibenbremsen heute viel sicherer sind als vor 15 Jahren und glaubt, mit seinen Bremsen- und Belagstests dabei geholfen zu haben. Dass sich die Fahrradindustrie an anderer Stelle ausgerechnet an für ihn falschen Idealen der Autobranche orientiert, bedauert der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnologie allerdings sehr. Bei BIKE korrigiert, produziert und organisiert er digitalen Content auf der Webseite.