Vuelta a España 2026 - 21. EtappeMas gewinnt erstmals die Vuelta, Johannessen eine Etappe

Sebastian Lindner

 · 13.09.2026

Vuelta a España 2026 - 21. Etappe: Mas gewinnt erstmals die Vuelta, Johannessen eine EtappeFoto: Getty Images / Alexander Hassenstein
Im Kreise seiner Teamkollegen gewinnt Enric Mas (Mitte) zum ersten Mal in seiner Karriere die Vuelta.
Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) hat in Granada die letzte Etappe der Vuelta 2026 gewonnen. Der 26-Jährige siegte vor Alessandro Romele (XDS Astana Team) und Ramses Debruyne (Alpecin - Premier Tech). Während der Norweger als Erster über den Strich fuhr, feierte Enric Mas (Movistar Team) als Gesamtsieger der Vuelta den größten Erfolg seiner Karriere gemeinsam mit seinen Teamkollegen ganz in Ruhe etwas weiter dahinter. Er ist damit der erste Spanier seit Alberto Contador 2024, der seine Heimatrundfahrt gewinnen konnte, der 33. insgesamt.

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Mas beendet die Rundfahrt, bei der er erstmals in seiner Karriere das Leadertrikot einer großen Rundfahrt, letztlich mit 2:15 Minuten Vorsprung auf Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) und 2:44 Minuten auf Felix Gall (Decathlon CMA CGM). Die Zeit für die Gesamtwertung wurde bereits bei der vorletzten Überquerung der Ziellinie genommen, und damit 9,8 Kilometer vor dem Ende der eigentlich 112 Kilometer langen Etappe.

Die Profis hatten sich vor dem Rennen dafür eingesetzt, dass die kompletten vier Runden über den Anstieg zur Burg Alhambra, vor allem aber auch aufgrund der Abfahrt, neutralisiert werden. Die Rennorganisation ließ sich lediglich darauf ein, die letzte Runde nicht zu werten. Deshalb hatte das Feld erst sehr spät damit begonnen, wirklich Rennen zu fahren.

Johannessens anderer Plan

Erst auf den letzten zwei Runden wurde attackiert. Während sich ein großer Pulk, der noch Interesse am Etappensieg hatte, am vorletzten Anstieg löste, nahmen die Top 10 der Gesamtwertung da bereits die Beine hoch - dass es Absprachen zwischen den Teams gegeben hatte, zeigte vor allem Jakob Omrzel (Bahrain - Victorious), der die Attacken noch mitging, sich dann aber kampflos wieder zurückfallen ließ.

Eine Vorentscheidung um den Tagessieg fiel dann am letzten Anstieg, als sich rund zehn Fahrer vom Rest lösen konnten. Neben Johannessen, Romele und Debruyne zählte auch Matthew Brennan (Team Visma | Lease a Bike) dazu. Der Topfavorit auf den Tagessieg hatte aber keinen Helfer dabei und war gezwungen, alle Angriffe selbst zu kontern. Das gelang lange, aber nicht mehr bis zur entscheidenden Attacke, bei der sich das Podiumstrio hatte lösen können. Dort erwies sich dann Johannessen, der tags zuvor noch aufopferungsvoll auf der Königsetappe Zweiter gekämpft hatte und dort Zweiter wurde, überraschend als der Stärkste. Er feierte seinen fünften Sieg als Profi, den ersten davon auf der WorldTour.

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Während Tobias Johannessen jubelt, kann Alessandro Romele kaum glauben, welche Chance er verpasste.Foto: Getty Images / Alexander HassensteinWährend Tobias Johannessen jubelt, kann Alessandro Romele kaum glauben, welche Chance er verpasste.

“Es ist mehr als drei Jahre her, dass ich das letzte Mal gewonnen habe. Es fühlt sich sehr besonders an, es heute zu schaffen. Ich bin so glücklich”, sagte der Sieger, der sich aber eigentlich in den Dienst seines Teamkollegen Magnus Cort stellen wollte, der das letztes Rennen seiner Karriere fährt. “Ich wollte seinen letzten Tag zu einem Besonderen für ihn machen. In der letzten Runde habe ich dann aber gehört, dass ich in der Spitzengruppe bin und habe keine Tempoarbeit gemacht, damit er vielleicht wieder zurückkommt. Am Ende habe ich gesehen, dass wir eine Lücke hatten, und ich war so fokussiert darauf, diesen Sieg zu holen, denn ich klopfe schon seit geraumer Zeit an dieser Tür.”

Mas und sein “unvergesslicher Tag”

Wie am Roten Trikot von Mas änderte sich auch an den weiteren Wertungstrikots nichts mehr. Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) beendete die Vuelta im Grünen Trikot, Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) wurde Bergkönig. Als bester Nachwuchsprofi wurde Oscar Onley (Netcompany INEOS) Sechster der Gesamtwertung.

Sieger aber wurde Enric Mas, der 31-Jährige aus Arta auf Mallorca. “Es war ein unvergesslicher Tag und eine sehr besondere Vuelta”, sagte er, bevor er auf das Podium zur Pokal-Übergabe kletterte. "Ich musste sehr lange darauf warten. Und es war ein langer Weg bis zu diesem heutigen Tag. Ich konnte jeden Kilometer heute genießen."

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Das Profil der 21. Etappe der VueltaFoto: UnipublicDas Profil der 21. Etappe der Vuelta

Auch nachdem alle Fotos und Späße auf den ersten Kilometern der Ehrenfahrt gemacht waren, nahm das Feld noch kein Tempo auf. Bis 50 Kilometer vor dem Ziel lag der Schnitt noch bei weniger als 35 km/h. Und daran änderte sich auch auf der ersten der vier Schlussrunden durch das Zentrum der Stadt nichts. Fast schien es so, als hätte sich das Peloton komplett auf einen Nichtangriffspakt geeinigt.

Als es dann zum zweiten Mal den 2100 Meter langen und im Mittel 6,6 Prozent steilen Anstieg zur Alhambra hinaufhing, wurde das Tempo dann aber merklich angezogen. Groupama - FDJ United mit Bastien Tronchon eröffnete das Rennen gut 28 Kilometer vor dem Ziel so wirklich. Um Tronchon bildete sich dann eine Gruppe mit Brennan, Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), Alessandro Romele (XDS Astana Team), Leo Bisiaux (Decathlon CMA CGM), Axel Laurance (Netcompany INEOS), Finn Fisher-Black (Red Bull - BORA - hansgrohe), Thibau Nys (Lidl - Trek) und Milan Vader (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team).

Eine Runde später hatte das Feld den schmalen Abstand aber wieder zugefahren. Zumindest der Teil, der noch um den Tagessieg fahren wollte. Die Klassementfahrer nahmen die Beine hoch und hielten sich raus und kamen mit gut anderthalb Minuten Rückstand bei 9,8 Kilometer an die Neutralisierung der Zeit.

Am letzten Anstieg war es dann Pello Bilbao (Bahrain - Victorious), der in die Offensive ging. Von hinten flog dann Laurance vorbei. Sieben Kilometer vor dem Ziel überquerte der Franzose die Kuppe, acht Profis kamen dann aber in der Abfahrt wieder zurück, unter ihnen Brennan. 2000 Meter vor dem Ziel ging die Lücke wieder auf, nachdem es Laurance nochmal versuchte. Der musste dann seiner eigenen Tempoverschärfung noch Tribut zahlen. Johannessen, Romele und Debruyne lösten sich dann, dahinter konnte auch Brennan das Loch nicht mehr schließen.

Und so wurde gesprintet. Johannessen ging als Erster um die letzte Kurve, eröffnete den Sprint und behielt die Nase vor dem auf dem Papier deutlich stärkeren Romele.

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