Tour de France

Zeitfahr-Technik bei der Tour de France - Blick hinter die Kulissen

Jens Klötzer

, Julian Schultz

 · 21.07.2022

Zeitfahr-Technik bei der Tour de France - Blick hinter die Kulissen

Bei den Einzelzeitfahren der Tour de France wird die beeindruckendste Technik aufgefahren: Hier ist das Material noch wichtiger als in anderen Radsport-Disziplinen. Wir zeigen die aufwendigsten, spannendsten und skurrilsten Kniffe der Profis im Kampf gegen die Uhr und den Fahrtwind.

Die 1. Etappe der Tour de France 2022 in Kopenhagen war zwar nur 13,2 Kilometer lang, doch die Tatsache, dass es sich um ein Einzelzeitfahren handelt, bedeutet für die Teams einen erheblichen Aufwand. Die TOUR-Redakteure Jens Klötzer und Julian Schultz haben sich beim Auftakt in der dänischen Hauptstadt hinter den Kulissen umgeschaut und viele Details aufgeschnappt.

Die spannendsten Kniffe beim Einzelzeitfahren bei der Tour de France

Die Laufräder sind für Tubeless-Reifen ausgelegt, was Ganna vermutlich das Rennen rettete - immerhin belegte er noch einen guten vierten Platz. Zurück zum Teambus kam der Weltmeister jedenfalls mit einem platten ReifenFoto: Jens Klötzer
Die Laufräder sind für Tubeless-Reifen ausgelegt, was Ganna vermutlich das Rennen rettete - immerhin belegte er noch einen guten vierten Platz. Zurück zum Teambus kam der Weltmeister jedenfalls mit einem platten Reifen
Alles für den Speed: Guido Scheeren, Mechaniker beim Team Quick-Step Alpha Vinyl, präpariert die Ketten der Zeitfahrmaschinen mit TeflonpulverFoto: Jens Klötzer
Alles für den Speed: Guido Scheeren, Mechaniker beim Team Quick-Step Alpha Vinyl, präpariert die Ketten der Zeitfahrmaschinen mit Teflonpulver
Die Fahrer des Teams Bora-Hansgrohe treten mit maßgefertigten Cockpits an: Die Liegelenker sind in Höhe und Form genau an die Anatomie der Fahrer angepasstFoto: Jens Klötzer
Die Fahrer des Teams Bora-Hansgrohe treten mit maßgefertigten Cockpits an: Die Liegelenker sind in Höhe und Form genau an die Anatomie der Fahrer angepasst
Bei der Bereifung setzen die von Specialized gesponserten Teams im Zeitfahren weiterhin auf ihre schnellen Clincher-Reifen mit Latexschläuchen. Nach Aussage der Mechaniker immer noch "die schnellste Kombi, die wir haben". Außerdem seien die Scheiben-Hinterräder noch nicht für Tubeless-Reifen konstruiert. Foto: Jens KlötzerFoto: Jens Klötzer
Bei der Bereifung setzen die von Specialized gesponserten Teams im Zeitfahren weiterhin auf ihre schnellen Clincher-Reifen mit Latexschläuchen. Nach Aussage der Mechaniker immer noch "die schnellste Kombi, die wir haben". Außerdem seien die Scheiben-Hinterräder noch nicht für Tubeless-Reifen konstruiert. Foto: Jens Klötzer
Im Rennen selbst setzten allerdings einige Specialized-Fahrer offensichtlich auf andere Gummis mit schwarzer Flanke, wie der deutsche Zeitfahrmeister Lennard Kämna vom Team Bora-Hansgrohe. Möglicherweise um auf dem verregneten Stadtkurs in Kopenhagen mehr Grip zu habenFoto: Julian Schultz
Im Rennen selbst setzten allerdings einige Specialized-Fahrer offensichtlich auf andere Gummis mit schwarzer Flanke, wie der deutsche Zeitfahrmeister Lennard Kämna vom Team Bora-Hansgrohe. Möglicherweise um auf dem verregneten Stadtkurs in Kopenhagen mehr Grip zu haben
Hat da jemand Großes vor? Der Däne Jakob Fuglsang tritt zum Prolog mit einem Kettenblatt mit 60(!) Zähnen an; ein kleines Kettenblatt gibt es nicht. Selbst die Top-Favoriten gingen mit höchstens 58 Zähnen an den StartFoto: Jens Klötzer
Hat da jemand Großes vor? Der Däne Jakob Fuglsang tritt zum Prolog mit einem Kettenblatt mit 60(!) Zähnen an; ein kleines Kettenblatt gibt es nicht. Selbst die Top-Favoriten gingen mit höchstens 58 Zähnen an den Start
Sichtfenster: Die EPS-Unit der elektronischen Campagnolo-Schaltung wird bei den Zeitfahrmaschinen beim Team Cofidis im Oberrohr versteckt. Die Kontrolle über den Ladezustand ermöglicht eine provisorisch angefertigte Abdeckung aus PlexiglasFoto: Jens Klötzer
Sichtfenster: Die EPS-Unit der elektronischen Campagnolo-Schaltung wird bei den Zeitfahrmaschinen beim Team Cofidis im Oberrohr versteckt. Die Kontrolle über den Ladezustand ermöglicht eine provisorisch angefertigte Abdeckung aus Plexiglas
Auch im Zeitfahren sind nur noch wenige Teams mit Felgenbremsen unterwegs; in Kopenhagen nur noch BikeExchange-Jayco und Lotto-Soudal (Bild). Alle anderen Mannschaften setzten komplett auf Scheibenbremsen.Foto: Julian Schultz
Auch im Zeitfahren sind nur noch wenige Teams mit Felgenbremsen unterwegs; in Kopenhagen nur noch BikeExchange-Jayco und Lotto-Soudal (Bild). Alle anderen Mannschaften setzten komplett auf Scheibenbremsen.
Premiere: Continental bringt einen superschnellen Tubeless-Reifen speziell fürs Zeitfahren. Er war unter anderem bei den Fahrern der Teams Groupama-FDJ, Ineos Grenadiers und Bahrain-Merida montiert.Foto: Jens Klötzer
Premiere: Continental bringt einen superschnellen Tubeless-Reifen speziell fürs Zeitfahren. Er war unter anderem bei den Fahrern der Teams Groupama-FDJ, Ineos Grenadiers und Bahrain-Merida montiert.
Die höchste Felge im Peloton fuhr wohl Mitfavorit Mathieu van der Poel.Foto: Jens Klötzer
Die höchste Felge im Peloton fuhr wohl Mitfavorit Mathieu van der Poel.
Das Modell stammt vom britischen Aerodynamik-Spezialisten AeroCoach und ist mehr als zehn Zentimeter hoch.Foto: Jens Klötzer
Das Modell stammt vom britischen Aerodynamik-Spezialisten AeroCoach und ist mehr als zehn Zentimeter hoch.
Das Ventil ist unter einer geschraubten Abdeckung versteckt.Foto: Jens Klötzer
Das Ventil ist unter einer geschraubten Abdeckung versteckt.
Die Fahrer von Bahrain-Merida pilotierten ein neues Zeitfahr-Laufrad des Sponsors Vision, hier im Rad von Matej MohoričFoto: Jens Klötzer
Die Fahrer von Bahrain-Merida pilotierten ein neues Zeitfahr-Laufrad des Sponsors Vision, hier im Rad von Matej Mohorič
Auch van der Poels Aero-Lenker kommt von der Firma AeroCoach. Der Zeitfahrlenker mit maßgefertigten Auslegern kostet allein fast 3.000 EuroFoto: Jens Klötzer
Auch van der Poels Aero-Lenker kommt von der Firma AeroCoach. Der Zeitfahrlenker mit maßgefertigten Auslegern kostet allein fast 3.000 Euro
Van der Poel fuhr - wie auch andere Fahrer des Teams Alpecin-Deceuninck - einen speziellen Zeitfahranzug, der aerodynamische Vorteile bringen sollFoto: Jens Klötzer
Van der Poel fuhr - wie auch andere Fahrer des Teams Alpecin-Deceuninck - einen speziellen Zeitfahranzug, der aerodynamische Vorteile bringen soll
Selbst die Socken des niederländischen Superstars besitzen eine Struktur, welche die Aerodynamik verbessern sollFoto: Jens Klötzer
Selbst die Socken des niederländischen Superstars besitzen eine Struktur, welche die Aerodynamik verbessern soll
Aerodynamische Überschuhe und Socken sind verbreitet bei den Fahrern, im Bild die Füße von Jack Haig (Bahrain-Merida)Foto: Jens Klötzer
Aerodynamische Überschuhe und Socken sind verbreitet bei den Fahrern, im Bild die Füße von Jack Haig (Bahrain-Merida)
Titelverteidiger Tadej Pogačar vom Team UAE bestritt den Prolog im Regen von Kopenhagen mit Tubeless-Reifen von PirelliFoto: Jens Klötzer
Titelverteidiger Tadej Pogačar vom Team UAE bestritt den Prolog im Regen von Kopenhagen mit Tubeless-Reifen von Pirelli
Das einzelne Kettenblatt des Slowenen hat 58 Zähne, eine Kettenführung hält die Kette am PlatzFoto: Jens Klötzer
Das einzelne Kettenblatt des Slowenen hat 58 Zähne, eine Kettenführung hält die Kette am Platz
Die nahtlos integrierte Trinkflasche am Colnago TT1 dürfte die Aerodynamik des Rades sogar verbessernFoto: Jens Klötzer
Die nahtlos integrierte Trinkflasche am Colnago TT1 dürfte die Aerodynamik des Rades sogar verbessern
Zum Teil waren auffällig hoch eingestellte Lenker-Setups zu sehen, wie das von Vegard Stake Laengen vom Team UAEFoto: Jens Klötzer
Zum Teil waren auffällig hoch eingestellte Lenker-Setups zu sehen, wie das von Vegard Stake Laengen vom Team UAE
UAE-Teamkollege Marc Hirschi, der wegen eines Corona-Falls erst kurz vor dem Start ins Aufgebot rückte, fährt eine SRM-Kurbel mit leichten THM-Kurbelarmen und Shimano-Kettenblättern - das Team wird eigentlich vom Konkurrenten Shimano gesponsertFoto: Jens Klötzer
UAE-Teamkollege Marc Hirschi, der wegen eines Corona-Falls erst kurz vor dem Start ins Aufgebot rückte, fährt eine SRM-Kurbel mit leichten THM-Kurbelarmen und Shimano-Kettenblättern - das Team wird eigentlich vom Konkurrenten Shimano gesponsert
Maßgefertigte Zeitfahrlenker sind ein klarer Trend im Peloton - hier das Modell von Daryl Impey/Team Israel-PrmierTechFoto: Jens Klötzer
Maßgefertigte Zeitfahrlenker sind ein klarer Trend im Peloton - hier das Modell von Daryl Impey/Team Israel-PrmierTech
Auch Europameister Stefan Küng fährt eine MaßanfertigungFoto: Jens Klötzer
Auch Europameister Stefan Küng fährt eine Maßanfertigung
Der Schweizer trat zudem mit einer Sonderlackierung in den Farben des Europameisters anFoto: Jens Klötzer
Der Schweizer trat zudem mit einer Sonderlackierung in den Farben des Europameisters an
Ineos Grenadiers fuhr komplett auf Laufrädern der Marke Princeton, es kamen aber unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Der kolumbianische Zeitfahrmeister Daniel Martinez war mit einem Dreispeichen-Laufrad unterwegs (Bild), Weltmeister Filippo Ganna fuhr ein klassisch gespeichtes ModellFoto: Jens Klötzer
Ineos Grenadiers fuhr komplett auf Laufrädern der Marke Princeton, es kamen aber unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Der kolumbianische Zeitfahrmeister Daniel Martinez war mit einem Dreispeichen-Laufrad unterwegs (Bild), Weltmeister Filippo Ganna fuhr ein klassisch gespeichtes Modell
Die Laufräder sind für Tubeless-Reifen ausgelegt, was Ganna vermutlich das Rennen rettete - immerhin belegte er noch einen guten vierten Platz. Zurück zum Teambus kam der Weltmeister jedenfalls mit einem platten ReifenFoto: Jens Klötzer
Die Laufräder sind für Tubeless-Reifen ausgelegt, was Ganna vermutlich das Rennen rettete - immerhin belegte er noch einen guten vierten Platz. Zurück zum Teambus kam der Weltmeister jedenfalls mit einem platten Reifen
Alles für den Speed: Guido Scheeren, Mechaniker beim Team Quick-Step Alpha Vinyl, präpariert die Ketten der Zeitfahrmaschinen mit TeflonpulverFoto: Jens Klötzer
Alles für den Speed: Guido Scheeren, Mechaniker beim Team Quick-Step Alpha Vinyl, präpariert die Ketten der Zeitfahrmaschinen mit Teflonpulver
Alles für den Speed: Guido Scheeren, Mechaniker beim Team Quick-Step Alpha Vinyl, präpariert die Ketten der Zeitfahrmaschinen mit Teflonpulver
Die Fahrer des Teams Bora-Hansgrohe treten mit maßgefertigten Cockpits an: Die Liegelenker sind in Höhe und Form genau an die Anatomie der Fahrer angepasst
Bei der Bereifung setzen die von Specialized gesponserten Teams im Zeitfahren weiterhin auf ihre schnellen Clincher-Reifen mit Latexschläuchen. Nach Aussage der Mechaniker immer noch "die schnellste Kombi, die wir haben". Außerdem seien die Scheiben-Hinterräder noch nicht für Tubeless-Reifen konstruiert. Foto: Jens Klötzer
Im Rennen selbst setzten allerdings einige Specialized-Fahrer offensichtlich auf andere Gummis mit schwarzer Flanke, wie der deutsche Zeitfahrmeister Lennard Kämna vom Team Bora-Hansgrohe. Möglicherweise um auf dem verregneten Stadtkurs in Kopenhagen mehr Grip zu haben
Hat da jemand Großes vor? Der Däne Jakob Fuglsang tritt zum Prolog mit einem Kettenblatt mit 60(!) Zähnen an; ein kleines Kettenblatt gibt es nicht. Selbst die Top-Favoriten gingen mit höchstens 58 Zähnen an den Start
Sichtfenster: Die EPS-Unit der elektronischen Campagnolo-Schaltung wird bei den Zeitfahrmaschinen beim Team Cofidis im Oberrohr versteckt. Die Kontrolle über den Ladezustand ermöglicht eine provisorisch angefertigte Abdeckung aus Plexiglas
Auch im Zeitfahren sind nur noch wenige Teams mit Felgenbremsen unterwegs; in Kopenhagen nur noch BikeExchange-Jayco und Lotto-Soudal (Bild). Alle anderen Mannschaften setzten komplett auf Scheibenbremsen.
Premiere: Continental bringt einen superschnellen Tubeless-Reifen speziell fürs Zeitfahren. Er war unter anderem bei den Fahrern der Teams Groupama-FDJ, Ineos Grenadiers und Bahrain-Merida montiert.
Die höchste Felge im Peloton fuhr wohl Mitfavorit Mathieu van der Poel.
Das Modell stammt vom britischen Aerodynamik-Spezialisten AeroCoach und ist mehr als zehn Zentimeter hoch.
Das Ventil ist unter einer geschraubten Abdeckung versteckt.
Die Fahrer von Bahrain-Merida pilotierten ein neues Zeitfahr-Laufrad des Sponsors Vision, hier im Rad von Matej Mohorič
Auch van der Poels Aero-Lenker kommt von der Firma AeroCoach. Der Zeitfahrlenker mit maßgefertigten Auslegern kostet allein fast 3.000 Euro
Van der Poel fuhr - wie auch andere Fahrer des Teams Alpecin-Deceuninck - einen speziellen Zeitfahranzug, der aerodynamische Vorteile bringen soll
Selbst die Socken des niederländischen Superstars besitzen eine Struktur, welche die Aerodynamik verbessern soll
Aerodynamische Überschuhe und Socken sind verbreitet bei den Fahrern, im Bild die Füße von Jack Haig (Bahrain-Merida)
Titelverteidiger Tadej Pogačar vom Team UAE bestritt den Prolog im Regen von Kopenhagen mit Tubeless-Reifen von Pirelli
Das einzelne Kettenblatt des Slowenen hat 58 Zähne, eine Kettenführung hält die Kette am Platz
Die nahtlos integrierte Trinkflasche am Colnago TT1 dürfte die Aerodynamik des Rades sogar verbessern
Zum Teil waren auffällig hoch eingestellte Lenker-Setups zu sehen, wie das von Vegard Stake Laengen vom Team UAE
UAE-Teamkollege Marc Hirschi, der wegen eines Corona-Falls erst kurz vor dem Start ins Aufgebot rückte, fährt eine SRM-Kurbel mit leichten THM-Kurbelarmen und Shimano-Kettenblättern - das Team wird eigentlich vom Konkurrenten Shimano gesponsert
Maßgefertigte Zeitfahrlenker sind ein klarer Trend im Peloton - hier das Modell von Daryl Impey/Team Israel-PrmierTech
Auch Europameister Stefan Küng fährt eine Maßanfertigung
Der Schweizer trat zudem mit einer Sonderlackierung in den Farben des Europameisters an
Ineos Grenadiers fuhr komplett auf Laufrädern der Marke Princeton, es kamen aber unterschiedliche Modelle zum Einsatz. Der kolumbianische Zeitfahrmeister Daniel Martinez war mit einem Dreispeichen-Laufrad unterwegs (Bild), Weltmeister Filippo Ganna fuhr ein klassisch gespeichtes Modell
Die Laufräder sind für Tubeless-Reifen ausgelegt, was Ganna vermutlich das Rennen rettete - immerhin belegte er noch einen guten vierten Platz. Zurück zum Teambus kam der Weltmeister jedenfalls mit einem platten Reifen

Das Einzelzeitfahren ist eine ganz besondere Disziplin im Rennradsport und erfordert viel Training auf der Spezial-Maschine. Viele Rennfahrer gehen deshalb in den Windkanal, um ihre Sitzposition im Kampf gegen die Uhr zu optimieren.

Keine Chance zum Verstecken im Zeitfahren

Die Kapitäne können sich im Einzelzeitfahren nicht - wie auf Flachetappen beispielsweise - hinter ihrer Mannschaft im Windschatten verstecken. Deshalb wird der Kampf gegen die Uhr auch das Rennen der Wahrheit genannt. Dabei treten die Zeitfahr-Spezialisten mit extrem viel Kraft in die Pedale. Welche Wattwerte bei einem Einzelzeitfahren getreten werden, gibt es hier zu lesen.

Das Weltmeister-Trikot des besten Einzelzeitfahrers trägt aktuell Filippo Ganna vom Team Ineos Grenadiers. Der Italiener möchte nach der Tour de France Ende August auch den Stundenweltrekord auf der Bahn in Grenchen (Schweiz) angreifen. Die aktuelle Bestmarke von 55,089 Kilometern wurde von Victor Campenaerts 2019 in Aguascalientes in Mexiko aufgestellt.

Filippo Ganna ist ein Meister seines FachsFoto: Getty Velo
Filippo Ganna ist ein Meister seines Fachs

Zeitfahren-Spezialist Tony Martin

Erfolgreichster deutscher Fahrer im Einzelzeitfahren war in jüngerer Vergangenheit Tony Martin, der seine Karriere nach der letzten Saison beendet hat.

Der gebürtige Cottbuser wurde insgesamt viermal Weltmeister im Einzelzeitfahren und holte auch bei der Tour de France Etappensiege im Kampf gegen die Uhr.

Unterschied Prolog vs. Einzelzeitfahren

Wissenswert ist auch, dass das Einzelzeitfahren in Kopenhagen mit 13 Kilometern Länge als vollwertige Etappe und nicht mehr als Prolog gilt. Laut Reglement der UCI sind Auftaktzeitfahren, die nicht länger als acht Kilometer sind, ein Prolog. Bei Distanzen von mehr als acht Kilometern spricht man bei den Profis von einer Etappe und nicht mehr von einem Prolog.

Während noch bis vor einigen Jahren die Zeitfahren bei der Tour de France mitunter sehr lang ausfielen, sind die Kilometer im Kampf gegen die Uhr in letzter Zeit immer weniger geworden.

In diesem Jahr müssen bei der Frankreich-Rundfahrt insgesamt 53,9 Kilometer Einzelzeitfahren absolviert werden. Die zweite Prüfung gegen die Uhr steht den Fahrern am 23. Juli, auf der vorletzten Etappe zwischen Lacapelle-Mariva und Rocamadour über 40,7 Kilometer bevor.