Die Tour de Suisse 2026 ist der letzte Formcheck für einige Stars der nahenden Tour de France. Ganz vorne: Tadej Pogačar. Der Slowene will nach einem längeren Trainingsblock noch einmal seine Beine unter Rennbedingungen testen und fährt als großer Favorit in die Schweiz. Im vergangenen Jahr gewann sein Teamkollege João Almeida die Rundfahrt, der diesmal nicht am Start steht. Pogačar kann den Sieg seines Teams also verteidigen und gleichzeitig die kurze Rundfahrt zum ersten Mal gewinnen.
***** Tadej Pogačar
**** Lenny Martinez
*** Primož Roglič, Tom Pidcock
** Richard Carapaz
* Enric Mas, Ilan Van Wilder
* Je mehr Sterne ein Fahrer erhält, desto höher sind seine Chancen einzuschätzen
Hinweis: Bei Veröffentlichung dieses Artikels steht die endgültige Startliste noch nicht zu 100 Prozent fest. Es kann sein, dass hier erwähnte Fahrer nicht starten
Bei der diesjährigen Tour de Suisse steht ein Name klar über allen anderen. Tadej Pogačar. Der Slowene nutzt die Rundfahrt als letzten großen Härtetest vor der Tour de France und reist mit einem Leistungsniveau an, das ihn zum unumstrittenen Topfavoriten macht. In den Bergen ist Pogačar aktuell die Messlatte des Pelotons, und ein Gesamtsieg liegt in erster Linie in seiner eigenen Hand. Einzig die Unberechenbarkeit solcher Vorbereitungsrennen birgt ein gewisses Risiko, wie man zuletzt bei der Tour Auvergne - Rhône-Alpes gesehen hat, wo Paul Seixas das Rennen sturzbedingt verlassen musste. Bleibt Pogačar jedoch im Sattel, dürfte er kaum zu schlagen sein.
Als erster ernsthafter Herausforderer gilt der junge Franzose Lenny Martinez. Der Kletterspezialist konnte sich in den vergangenen Monaten auf höchstem Niveau etablieren und überzeugte insbesondere bei der Tour de Romandie, wo er sich hinter Florian Lipowitz als stärkster Gegner Pogačars herausstellte. Martinez bringt die Frische und Explosivität mit, um zumindest in einzelnen Etappen Paroli zu bieten, im Gesamtklassement dürfte er klar die zweite Kraft sein.
Primož Roglič hingegen scheint aktuell ein wenig den Anschluss an die jüngere Generation zu verlieren. Der Routinier hat zunehmend Schwierigkeiten, das hohe Grundtempo der Jungen zu halten. Für ihn ist daher mehr der Kampf um einen Podiumsplatz bei der Tour de Suisse interessant. Dort ist er klar hinter Martinez einzuordnen, auch wenn seine Erfahrung und Rennintelligenz ihn weiterhin zu einem gefährlichen Fahrer machen. Der dritte Platz bleibt für den Slowenen durchaus realistisch, wenn auch nicht selbstverständlich.
Um genau diesen dritten Platz dürfte sich jedoch ein hochkarätiges Verfolgerfeld streiten. Tom Pidcock kehrt nach seiner Rennpause seit Eschborn–Frankfurt frisch in den Rennbetrieb zurück und könnte von seiner Ausgeruhtheit profitieren. Der Brite ist vielseitig, explosiv und gerade auf anspruchsvollen Etappen immer für eine Attacke gut.
Enric Mas hingegen steht unter Druck. Nach einem enttäuschenden Giro d’Italia muss der Spanier deutlich zulegen, um bei der Tour de Suisse konkurrenzfähig zu sein. Seine Konstanz in den Bergen ist zwar bekannt, doch aktuell fehlt es ihm an der nötigen Topform.
Ähnliches gilt für Ilan Van Wilder. Der Belgier wartet in dieser Saison noch auf ein echtes Ausrufezeichen. Von seinen bisherigen Rundfahrten konnte er lediglich die UAE-Tour beenden, mit einem eher durchschnittlichen elften Platz. Gerade jetzt, kurz vor der Tour de France, wäre die Gelegenheit ideal, um Selbstvertrauen und Form zurückzugewinnen.
Ein besonders spannender Faktor ist Richard Carapaz. Der Ecuadorianer kehrte nach einer Operation erst vor kurzem ins Renngeschehen zurück, zeigte beim GP Gippingen jedoch mit Rang drei sofort wieder seine Klasse. In einem stark besetzten Feld meldete er sich direkt konkurrenzfähig zurück. Carapaz ist bekannt für seinen aggressiven Fahrstil und seine Angriffslust, Eigenschaften die gerade bei einer kurzen Rundfahrt wie der Tour de Suisse entscheidend sein können. Wenn seine Form weiter ansteigt, ist er ein ernstzunehmender Kandidat für das Podium. Ein kleines Fragezeichen steht jedoch noch hinter seinem Namen, auch mit Blick auf die Frankreich-Rundfahrt. Dort muss er als Kapitän seines Teams abliefern.
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