Leon Weidner
· 15.06.2026
Beim GP Gippingen erlebten die Zuschauer ein Finale, das in die Radsportgeschichte eingehen dürfte. Liam Slock (Lotto Intermarché) setzte sich 230 Meter vor dem Ziel in Leuggern von seinen beiden Rivalen ab und nahm kurz vor der Ziellinie die Hände vom Lenker, um zu jubeln. Eine Windböe erfasste den Lenker, der Belgier verlor das Gleichgewicht und stürzte kopfüber auf den Asphalt. Mit genug Restgeschwindigkeit rutschte er über die Ziellinie und sicherte sich seinen ersten Sieg als Berufsradfahrer.
"Zum Glück habe ich gewonnen, sonst wäre das der Patzer des Jahres gewesen", sagte Liam Slock nach dem Rennen. "Es herrschte ein unglaublich starker Wind, und den habe ich für einen Moment unterschätzt. Mir wurde ziemlich früh klar, dass ich gewinnen würde, deshalb begann ich schon vor dem Ziel zu jubeln." Aleksandr Vlasov (Red Bull - Bora - hansgrohe) und Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) überholten den am Boden liegenden Slock erst nach der Ziellinie und belegten die Plätze Zwei und Drei.
Das Spitzentrio setzte sich bei der letzten Passage zum Rotberg ab und baute auf den letzten 12 Kilometern seinen Vorsprung aus. Thibau Nys (Lidl - Trek) wurde bei seinem Saisondebüt mit drei Sekunden Rückstand Vierter vor einer 13-köpfigen Verfolgergruppe. Die deutschen Fahrer verpassten den entscheidenden Abgang am Rotberg. Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team) beendete das Rennen als 17. mit 1:06 Minuten Rückstand, Emil Herzog (Red Bull - Bora - hansgrohe) wurde 31. mit 1:45 Minuten Rückstand.
Der Sieger Liam Slock wird seinen ersten Profisieg auf jeden Fall nicht so schnell vergessen und beim nächsten Siegesjubel die Hände wohl eher am Lenker lassen.
Werkstudent
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