Sebastian Lindner
· 25.10.2026
Hinter Vollering, die das Ranking deutlich für sich entschied, landeten Kasia Niewiadoma und Paula Blasi auf den Plätzen zwei und drei. Während die Spitzenreiterin 9330 Punkte einfahren konnte, waren es für die Polin dahinter 5660 Zähler. Die Abstände dahinter gestalten sich deutlich kleiner. Im Vorjahr hatten Vollering lediglich 300 Punkte von der Zweiten Lorena Wiebes getrennt. Die landete dieses Mal auf Rang fünf.
Auf Rang zehn fand sich Franziska Koch mit 3278,67 Punkten ein. Sie ist die erste Deutsche seit Liane Lippert 2023, die am Jahresende zu den zehn besten Frauen einer Saison gehörte.
Allerdings sind Vergleiche zu den Vorjahren nur mit Vorsicht zu genießen. Vor allem hinsichtlich der absoluten Punktzahl, die bei Vollering in diesem Jahr den bisherigen absoluten Bestwert von Lotte Kopecky mit 6389 Zählern aus dem Vorjahr deutlich übersteigt. Grund dafür ist die zu dieser Saison eingeführte Punktereform der UCI, die sich nun an das Schema der Männer anpasst. Bis 2025 gab es für den Sieg bei jedem WorldTour-Rennen 400 Punkte, egal ob Rundfahrt oder Eintagesrennen, egal ob Tour de France Femmes oder Classic Lorient Agglomération.
Seit dieser Saison ist ein Sieg bei der Tour aber deutlich mehr Wert, nämlich satte 1300 Punkte. Die neue Verteilung orientiert sich nicht mehr nur an der Zugehörigkeit der Rennklasse, sondern auch an dessen Renommee. Für den Gesamtsieg bei Giro und Vuelta gibt es 1100 Punkte, die wichtigsten Eintagesrennen wie Paris-Roubaix oder Lüttich-Bastogne-Lüttich bringen 800.
Was sich sehr wohl aus der über 52 Wochen rollierenden Wertung ablesen lässt, ist, dass Vollering, die zum dritten Mal die Weltrangliste zum Jahresende anführt - auch 2023 war das der Fall - mit Abstand die erfolgreichste Frau im Peloton war. Allein ihre Siege bei Tour und Giro inklusive der Etappensiege bei den beiden Rundfahrten, die ebenfalls mit jeweils 210 beziehungsweise 180 Punkten reichlich Zählbares liefern, bei Lüttich, der Flandern-Rundfahrt sowie der 900 Punkte schweren Weltmeisterschaft hätten ihr die Spitze eingebracht. Und dazu kamen weitere.
Niewiadoma, die ebenfalls eine starke Saison fuhr, aber häufig eben hinter Vollering Zweite wurde, konnte im Kalenderjahr nur einen Sieg feiern - auch wenn der am Mont Ventoux bei der Tour noch so eindrucksvoll war. Schon für Rang zwei gibt es aber deutlich weniger Punkte, was letztlich auch den großen Abstand zu Vollering in der Weltrangliste erklärt.
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