Tour de France Femmes - 7. EtappeMit Super-Solo: Niewiadoma gewinnt am Mont Ventoux und übernimmt Gelb

Sebastian Lindner

 · 07.08.2026

Tour de France Femmes - 7. Etappe: Mit Super-Solo: Niewiadoma gewinnt am Mont Ventoux und übernimmt GelbFoto: Getty Images / Tim de Waele
Kasia Niewiadoma gewinnt die Königsetappe der Tour de France Femmes am Mont Ventoux und fährt damit auch ins Gelbe Trikot.
Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM) hat die Königsetappe der Tour de France Femmes gewonnen und ist mit ihrem beeindrucken Neun-Kilometer-Solo am Mont Ventoux auch ins Gelbe Trikot der Gesamtführenden geschlüpft. Demi Vollering (FDJ United - SUEZ) erreichte das Ziel 1:16 Minuten hinter der Polin, hielt den Kampf um den Gesamtsieg aber mit unglaublichen 700 Schlussmetern offen. Nur 15 Sekunden trennen die Erste von der Zweiten.

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Das sah unter dem Teufelslappen noch anders aus. Niewiadoma, die bereits 9,3 Kilometer vor dem Ziel attackierte hatte, baute ihren Vorsprung sukzessive aus und ging mit fast zwei Minuten Vorsprung auf die letzten 1000 Meter. Dann aber zündete Vollering noch mal die Rakete. War sie bis dato Rad an Rad mit Marlen Reusser (Movistar Team) unterwegs, riss die Attacke eine Lücke von einer halben Minute. Die entkräftete und dann auch mental angeschlagene Reusser musste auch noch Elisa Longo Borghini (UAE Team L’IMAD) an sich vorbeiziehen lassen und wurde mit 1:46 Minuten Rückstand auf Niewiadoma Vierte.

Longo Borghini, die zuvor fast den gesamten Anstieg gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Paula Blasi, Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM) und Cédrine Kerbaol (EF Education-Oatly) absolviert hatte, war letztlich noch vier Sekunden schneller als die Schweizerin, die in der Gesamtwertung um zwei Plätze zurückfiel und nun Dritte ist. Blasi und Niedermaier kamen zeitgleich unmittelbar nach Reusser ins Ziel, womit die Deutsche das Weiße Trikot und Rang fünf in der Gesamtwertung verteidigte.

Erster internationaler Erfolg für Niewiadoma seit Tour-Sieg 2025

Die weiteren Trikots bleiben bei Lorena Wiebes (SD Worx - Protime), deren Teamkollegin Anna van der Breggen vor der Etappe ausstieg, als Führende in der Punktewertung und Puck Pieterse (Fenix-Premier Tech) an der Spitze der Bergwertung.

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Für Niewiadoma, die 2024 Gesamtsiegerin der Tour im Vier-Sekunden-Krimi mit Vollering wurde, war es der erste Etappensieg ihrer Tour-Karriere. Die 31-Jährige behauptete im Siegerinterview zwar, “sprachlos” zu sein, konnte ihrer Freude dann aber gar nicht genug Ausdruck verleihen. “Ich fühle so viel Dankbarkeit. Dieser Sieg ist für all’ die Leute, die an meiner Seite waren während dieser doch langen Durststrecke ohne großen Sieg.” Abgesehen vom Polnischen Straßenmeistertitel aus dem Vorjahr war der Tour-Sieg 2024 tatsächlich auch ihr bislang letzter Erster Platz überhaupt.

“Als wir in den Anstieg zum Mont Ventoux gefahren sind, habe ich nach rechts geschaut und meine Eltern gesehen. Das war eine Riesenüberraschung. Mein Vater hat geweint. Ich dachte mir einfach, ich muss sie jetzt stolz machen. Also ist dieser Sieg für meine Familie, meine Freunde, mein Team, meinen Mann Taylor und meinen Trainer. Speziell auch für meinen Teamchef Ronny Lauke. Sie wissen, wie viel ich für diesen Sieg investieren musste.“

Tour de France Femmes 2026 - Ergebnisse der 7. Etappe


2026:

Etappe 7: La Voulte-sur-Rhône - Mont Ventoux

07.08.2026 | 146.8 km
In Kooperation mit

So lief die 7. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Das Profil der 7. Etappe der Tour de France Femmes 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 7. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Erwartungsgemäß entwickelte sich die Ventoux-Etappe eher zäh. Die ersten rund 60 Kilometer des Tages absolvierte das Peloton fast ausschließlich geschlossen. Während Pieterse am Col de la Grande Limite (Kategorie 2) ohne Gegenwehr fünf Punkte fürs Bergtrikot einstreichen konnte, versuchte am Fuß des nächsten Anstiegs, dem Col du Colombier (3. Kategorie), eine Gruppe zu Beginn der Steigung, sich abzusetzen. Wirklich ernsthaft wurde dieser Versuch aber nicht durchgezogen und kurze Zeit später erneut unterbunden. Für Pieterse bedeutete das drei weitere Punkte auf der Passhöhe.

80 Kilometer vor dem Ziel gab es erneut Versuche der Gruppenbildung. Zehn Frauen um Ex-Weltmeisterin Amalie Dideriksen (Cofidis Women Team) fuhren sich dann relativ schnell zwei Minuten Vorsprung heraus. Über den Col de Suzette (2. Kategorie) halbierte sich der Abstand jedoch wieder. Ruby Roseman-Gannon (Liv Jayco AlUla) als letzte verbliebene Ausreißerin wurde 18 Kilometer vor dem Ziel wieder gestellt.

Gleich zu Beginn des Anstiegs musste Pauline Ferrand-Prévot (Team Visma | Lease a Bike) reißen lassen, nachdem Liane Lippert (Movistar Team) einen Vollgas-Kilometer hingelegt hatte und die Kopfgruppe gleich deutlich ausdünnte. Attacken gingen alle schief. Erst übernahm sich Niamh Fisher-Black (Lidl - Trek), dann auch Célia Gery (FDJ United - SUEZ).

​Niewiadoma-Attacke sitzt, Vollering powert sich aus

Bereits elf Kilometer vor dem Ende attackierte Vollering. Reusser und Niewiadoma fuhren mit. Dahinter bildeten Longo Borghini, Blasi, Kerbaol und Niedermaier eine erste Verfolgergruppe.

9,3 Kilometer vor dem Ziel ging dann Niewiadoma. Erneut belauerten sich Reusser und Vollering und ließen die Lücke aufgehen. In der Folge versuchte die Niederländerin mit Angriffen, immer wieder zur Polin nach vorne zu springen und gleichzeitig das Gelbe Trikot abzuhängen. Die Taktik fruchtete zunächst aber überhaupt nicht. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte sich Niewiadoma 50 Sekunden Vorsprung herausgefahren.

Fünf Kilometer vor dem Ziel waren es bereits 70 Sekunden. Und während Niewiadoma weiter ausbaute, kam vom hinten sogar die zweite Verfolgergruppe um Niedermaier wieder auf 15 Sekunden ran an Reusser und Vollering. Niewiadoma fuhr ihr Solo konsequent zu Ende.

Vollering aber legte noch ein unglaubliches Finale hin. 700 Meter vor dem Ziel ließ sie Reusser stehen und machte dabei nochmal 40 Sekunden gut auf die Polin, die aber trotzdem Gelb übernehmen konnte. Reusser hingegen wurde auch noch von Longo Borghini gestellt. Niedermaier wurde zeitgleich mit Blasi Sechste.

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