Seinen Namen dürfte Florian Lipowitz deutlich häufiger auf dem Asphalt lesen, und am Straßenrand werden sicher einige Deutschland-Fahnen zu sehen sein. Wenn bei der Tour de France am Wochenende der Kampf um die Top-Platzierungen in die nächste Runde geht, darf sich der Vorjahres-Dritte Lipowitz auf ein kleines Heimspiel freuen. Es geht in die Vogesen. Das Ziel der 13. Etappe in Belfort heute liegt keine 70 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, noch näher ist es morgen zum Startort in Mulhouse.
«Ich freue mich auf all die deutschen Fans, die am Wochenende hoffentlich an der Strecke stehen werden», sagte Routinier John Degenkolb. Auch Sprinter Max Kanter freut sich «definitiv» auf sie: «Die Zuschauer machen die Atmosphäre bei der Tour de France besonders.»
Und Lipowitz hat beste Chancen, den dritten Gesamtrang von Paris zu wiederholen. Oder geht vielleicht noch mehr? Zwischen Platz zwei und sechs scheint alles möglich, nur das Gelbe Trikot von Tadej Pogacar ist für alle im Peloton außer Reichweite. «Richtung Podium schaut es gut aus für uns. Natürlich kommen die richtig harten Etappen noch, aber wir können zuversichtlich sein», sagt Lipowitz, der aktuell mit 4:44 Minuten Rückstand Sechster ist. Bis zum zweitplatzierten Dänen Jonas Vingegaard sind es aber nur 68 Sekunden.
Das kann sich schon in den Vogesen schnell ändern. Denn es stehen einige Kletter-Herausforderungen an. Der Ballon d'Alsace, ein Berg der ersten Kategorie, dient heute als Warm-up. Morgen warten dann auf dem Weg von Mulhouse nach Le Markstein drei Berge der ersten und einer der zweiten Kategorie. Dort könnte sich das Gesamtklassement stark verändern.
In den Genuss eines gefühlten Heimspiels war 1997 auch Jan Ullrich gekommen, als er im Gelben Trikot in den Vogesen unterwegs war und kurz darauf auch den ersten deutschen Toursieg vollendete. Acht Jahre später holte sich Jens Voigt in Mulhouse für einen Tag das Gelbe Trikot, und 2014 feierte Tony Martin an gleicher Stelle einen seiner fünf Etappensiege nach einer beeindruckenden Solofahrt - ein gutes Terrain also für deutsche Radprofis.
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