TourMerlier gewinnt erneut - Philipsen sucht seine Form

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 · 11.07.2026

Tour: Merlier gewinnt erneut - Philipsen sucht seine FormFoto: Thibault Camus/AP/dpa
Der belgische Sprinter Jasper Philipsen. (Archivbild)
Zwei belgische Sprinter sind bei der Tour im Fokus: Top-Fahrer Jasper Philipsen hat noch Probleme, Tim Merlier ist aktuell nicht zu stoppen. Die Deutschen erreichen die Top Fünf nicht.

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Felix Schröder und David Langenbein, dpa

Tim Merlier riss die Arme in die Höhe und feierte seinen nächsten Triumph. Der belgische Sprintspezialist ist bei der Tour de France aktuell kaum zu stoppen. Nach seinem Tageserfolg in der Weinmetropole Bordeaux siegte er auch einen Tag später in der Dordogne. 

«Wenn du einmal gewinnen kannst, dann gelingt es auch ein zweites Mal», sagte der 33-Jährige. «Ich habe die ganze Zeit um meine Position gekämpft», fügte er hinzu. 

Währenddessen war die Gefühlslage bei seinem Landsmann Jasper Philipsen komplett anders. Der Star-Sprinter sucht im Südwesten Frankreichs weiter seine Form bei der 113. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt. Auch bei der dritten Möglichkeit für die schnellen Männer auf der achten Etappe ging der 28-Jährige leer aus und muss weiter auf seinen elften Tour-Tageserfolg warten. 

Philipsen, den im vergangenen Jahr ein schwerer Sturz bei der Tour zum Aufgeben zwang, wurde nur Vierter im Massensprint nach 180,4 Kilometern zwischen Périgueux und Bergerac. 

Bester Deutscher: Ackermann

Der zehnmalige Tour-Etappensieger Philipsen wurde auf der fünften und siebten Etappe jeweils Fünfter. Besonders nach dem Auftritt in der Weinmetropole Bordeaux am Vortag hatte sich der Profi enttäuscht gezeigt, warf seinen Helm frustriert weg. 

«Ich kann mir keine Vorwürfe machen. Ich kann nicht mehr leisten, als ich kann», hatte er in Bordeaux gesagt. «Es ist nicht angenehm, nicht auf dem gewohnten Niveau zu sein.» 

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Biniam Girmay aus Eritrea wurde in Bergerac Zweiter, Olav Kooij aus den Niederlanden erreichte Rang drei. Bester Deutscher wurde Pascal Ackermann als Siebter, Max Kanter wurde Neunter. 

«Die Beine waren extrem gut, aber die werden nicht schlechter in den nächsten Tagen», sagte Ackermann. «Ich wollte weiter von vorne fahren», erklärte der Pfälzer. «Das habe ich heute auch gemacht. Bis auf die Schlusskurve, da habe ich es leider verloren. Ich ärgere mich darüber.»

In der Gesamtwertung bleibt alles wie gehabt. Superstar Tadej Pogacar steht mit einem Abstand von 2:42 Minuten vor seinem dänischen Dauerrivalen Jonas Vingegaard und 3:27 Minuten vor Teamkollege Isaac del Toro aus Mexiko. Der deutsche Tour-Dritte Florian Lipowitz belegt den siebten Rang, vier Minuten hinter Pogacar. 

Deutscher Sieg im Jahr 2017

An Bergerac gibt es aus deutscher Sicht gute Erinnerungen. 2017 gewann der frühere deutsche Top-Sprinter Marcel Kittel eine ähnliche Etappe in der Stadt.

«Wir alle wissen, was er in seiner Karriere erreicht hat. Und wenn wir die Liste der deutschen Sieger bei der Tour de France verlängern können, wäre das schön», sagte Max Kanter vor der Etappe.

Kanter hatte sich bislang durch seinen zweiten und vierten Platz bei den vorangegangenen Etappen in starker Form präsentiert. Der Profi gehört seit 2024 zu dem Team um den früheren Ex-Profi Alexander Winokurow aus Kasachstan. 

Zwischensprint: Pedersen und Kanter geraten aneinander

Im Rennen um den Zwischensprint mischte sich Kanter auch ein - und hatte sogar eine kurze Berührung mit dem aktuell punktbesten Profi Mads Pedersen, der sich über die Positionierung des Cottbusers aufregte. Der selbstbewusste Kanter kam als Fünfter vor dem Sechsten Pedersen über die Linie des Zwischensprints. 

Schon wieder bestimmte drückende Hitze die Etappe. Drei Ausreißer trotzten den Bedingungen und legten los. Doch die Flucht wurde nicht so schnell gestoppt, wie erwartet.

Am Ende forderte der Belgier Liam Slock die Sprinter-Riege heraus, als er bei noch zehn ausstehenden Kilometern etwas mehr als eine Minute Vorsprung hatte. Dennoch wurde der mutige Versuch wenige Kilometer vor dem Ziel beendet. Und alles war für den Massensprint angerichtet. 

Kräftezehrende Etappe im Zentralmassiv am Sonntag

Die neunte Etappe, dem letzten Tag vor dem Ruhetag, wird wegen der Hitzewelle in Frankreich verkürzt. Für das Département Corrèze, durch das gefahren werden soll, sei die Hitze-Alarmstufe Rot ausgerufen worden, teilten die Tour-Veranstalter mit. Deswegen werde das Teilstück von den ursprünglich geplanten 185,5 Kilometern durch das Zentralmassiv auf 155,5 Kilometer verkürzt. 

Das ist ein Novum in der langen Geschichte der Rundfahrt. Etappen wurden schon verkürzt, nun passiert es zum ersten Mal wegen hoher Temperaturen. Auf dem Weg durch das Zentralmassiv dürften sich die Klassikerspezialisten die größten Chancen ausrechnen.

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