Radsport-Star Jonas Vingegaard vergaß beim ganzen Reisetrubel vor der Tour de France doch glatt, seine Beine zu rasieren. «Normalerweise rasiere ich mich immer für Wettkämpfe, aber fürs Training nicht, also lasse ich die Haare einfach wachsen und rasiere mir dann die Beine, sobald ich bei einem Wettkampf bin. Aber gestern und heute war es ziemlich stressig», sagte der zweimalige Tour-de-France-Gewinner vor dem Start der 113. Ausgabe am Samstag in Barcelona.
Vor dem erneuten Versuch, seinen Dauerrivalen Tadej Pogacar vom nächsten Tour-Gesamtsieg abzuhalten, sagte er: «Morgen gehen die Haare ab.» Die meisten Radsportler rasieren sich die Beine, um aerodynamischer zu fahren.
Bei der nächsten Ausgabe der Tour gilt Pogacar wieder einmal als der große Favorit. Frei nach der Jugendsprache würde der dänische Star Vingegaard seinen Kontrahenten gern mal wieder «rasieren», also besiegen, wie in den Jahren 2022 und 2023. Danach krönte sich Pogacar zweimal mit Tour-Sieg Nummer drei und vier.
«Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Tadej wahrscheinlich der beste Fahrer ist, der jemals im Hauptfeld mitgefahren ist», sagte Vingegaard. «Dass ich ihn persönlich hinter mir lassen konnte, ist für mich daher etwas wirklich Unglaubliches. Und darauf bin ich extrem stolz, und es motiviert mich auch, es noch einmal zu versuchen», fügte er hinzu.
Tadej Pogacar sagte, dass der Wettbewerb zwischen beiden in den vergangenen Jahren immer «spektakulär» gewesen sei. «Ich denke, wir haben uns gegenseitig in den vergangenen Jahre immer wieder auf neue Höhen gepusht.»
Im Mai bejubelte der Däne seinen ersten Gesamterfolg beim Giro d'Italia und komplettierte seine nun vollständige Grand-Tour-Sammlung bestehend aus Siegen bei der Tour, Vuelta und eben der Italien-Rundfahrt. Dieser Meilenstein fehlt Pogacar noch, der bislang noch die Vuelta gewann.
«Ich bin bereit für dieses Rennen und freue mich schon sehr darauf», versicherte Vingegaard. «Bislang war es ein fantastisches Jahr für mich. Ich hoffe, dass es so weitergeht.»
Vingegaard hat mittlerweile einen neuen Trainer, da sein alter Coach sich entschieden hatte, das Team nach acht Jahren zu verlassen. Zudem änderte er einige Gewohnheiten und passte seinen Rennkalender an. Er fühle sich besser und stärker als noch im vergangenen Jahr. «Ich würde sogar sagen, auch mental glücklicher», sagte er. «Ich bin besser als jemals zuvor», stellte er bei der Teampräsentation klar.
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