Bordeaux ist ein Evergreen der Tour de France. Zum 82. Mal fand dieses Jahr eine Etappenankunft der Frankreich-Rundfahrt in der Weinstadt statt. Wie so häufig in der Vergangenheit kamen dabei die Sprinter zum Zug. Nach 175 Kilometern feierte Tim Merlier (Soudal - Quick-Step) den Sieg vor Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility) und Biniam Girmay (NSN).
Damit trat Merlier in die Fußstapfen früherer Tour-Sieger in Bordeaux wie Mark Cavendish, Erik Zabel, Jean-Paul van Poppel, Jan Raas und Dietrich Thurau. Max Kanter (XDS-Astana) erreichte im Sprint schließlich Platz vier, obwohl er nicht aus idealer Position einen enorm langen Sprint fahren musste. Rang sechs ging an Phil Bauhaus (Bahrain – Victorious).
Andere große Sprinter waren indes nicht vorne dabei. Olav Kooij (Decathlon CMA CGM), der Etappensieger des ersten Massensprints auf er 5. Etappe, kam auf Platz 23. Auch Mads Pedersen (Lidl-Trek), der Träger des Grünen Trikots, kam lediglich auf Rang neun.
Mehr ausgerechnet haben dürfte sich zudem das Team Alpecin-Premier Tech. Die belgische Mannschaft erreichte an der Spitze die Flamme Rouge und eröffnete durch Mathieu van der Poel an erster Position den Sprint für Jasper Philipsen - allerdings bereits 250 Meter vor dem Ziel. Philipsen fehlte anschließend die Power sowie die Ausdauer, um die Vorarbeit zu vollenden. Der Belgier kam nur auf Platz vier. Dafür erwischte Merlier das richtige Timing, zog hinter Philipsen durch eine Lücke in die Straßenmitte und spurtete überlegen zum Sieg.
Dem Fahrerfeld stand erneut ein heißer Tag mit Temperaturen über 35 °C bevor, zudem gab es kaum kühlenden Wind. Zumindest verlangte das Terrain mit nur einer Bergwertung der 4. Kategorie keine übermäßigen Anstrengungen. Insgesamt war es die Etappe mit den wenigsten Höhenmetern während der Tour de France 2026 – lediglich 850 Höhenmeter mussten überwunden werden.
Nicht mehr an der Etappe nahm Torstein Traeen (Uno-X Mobility) teil, der auf der 4. Etappe das Gelbe Trikot übernahm, es auf der 6. Etappe jedoch wieder abgeben musste. Ausschlaggebend dafür war ein Sturz in der Abfahrt vom Col du Tourmalet. Traeen setzte die Fahrt fort. Nach der Etappe stellten die Ärzte jedoch eine Gehirnerschütterung und mehrere Rippenbrüche fest.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) erlebte einen ruhigen Tag im Gelben Trikot und bleibt weiterhin mit 2:42 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike). Rang drei belegt Pogacars Teamkollege Isaac del Toro mit einem Rückstand von 3:27 Minuten. Der Mexikaner trägt weiterhin das Weißte Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe) folgt auf Rang sieben mit vier Minuten Rückstand. In der Punktewertung behielt Pedersen die Führung, in der Bergwertung liebt Pogacar vorne.
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Mit nur einer Bergwertung und hochmotivierten Sprinterteams nach den bergigen Auftaktetappen gab es für Ausreißer auf diesem Teilstück nichts wirklich etwas zu gewinnen. Schließlich erbahmten sich nach wenigen Kilometern Jakub Otruba (Caja Rural - Seguros RGA) und - Baptiste Veistroffer (Lotto – Intermarché) für ein Fluchtunterfangen und erhielten vom Feld keinerlei Widerstand dafür. Der Vorsprung pendelte sich jedoch maximal bei rund zwei Minuten ein – angeführt von Alpecin – Premier Tech und Soudal - Quick-Step hielt das Peloton alles unter Kontrolle.
Entsprechend ereignislos verlief die Etappe größtenteils. Den Zwischensprint, 55 Kilometer vor dem Ziel in Landiras, sicherte sich Veistroffer aus der Fluchtgruppe. Aus dem Feld sprintete Mads Pedersen (Lidl-Trek) zu Platz drei. Kurz darauf gewann Veistroffer auch die erste Bergwertung des Tages zur Côte de Béguey (Kategorie 4).
Ab 50 Kilometer vor dem Ziel betrug der Vorsprung der beiden Ausreißer lediglich noch eine Minute. Das Feld hielt das Fluchtduo anschließend an der kurzen Leine, ohne ihr Unterfangen unnötig früh zu beenden. 18 Kilometer vor dem Ziel waren beide Ausreißer eingeholt. In der Folge lief alles auf den Massensprint hinaus.
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