Tour de France - 6. EtappePogacar demontiert die Konkurrenz am Tourmalet und ist zurück in Gelb

Sebastian Lindner

 · 09.07.2026

Tour de France - 6. Etappe: Pogacar demontiert die Konkurrenz am Tourmalet und ist zurück in GelbFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Tadej Pogacar hat am Col du Tourmalet attackiert und damit die 6. Etappe der Tour de France 2026 für sich entschieden.
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates - XRG) hat am Col du Tourmalet ein Ausrufezeichen gesetzt und die 6. Etappe der Tour de France nach einem langen Solo für sich entschieden. Zudem hat der Slowene damit das Gelbe Trikot zurückerobert. Zweiter wurde Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease Bike), Dritter wurde aus einer Gruppe heraus Pogacars Edelhelfer Isaac Del Toro, der sich im Sprint gegen Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) durchsetzte.

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Evenepoel und Del Toro waren Teil einer sechsköpfigen Verfolgergruppe, zur der auch Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe), Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) sowie die beiden Lidl-Trek-Profis Juan Ayuso und Mattias Skjelmose gehörten. Das Sextett erreichte das Ziel 2:57 Minuten hinter Pogacar und 19 Sekunden hinter Vingegaard. Somit hagelte es auch mehr als zweieinhalb Minuten Rückstand für Vingegaard auf Pogacar. Der Abstand ist massiv, die Tendenz klar. Um von einer Vorentscheidung im Kampf um den Toursieg zu sprechen, ist die Rundfahrt aber noch zu lang.

Der bisherige Gesamtführende Torstein Traeen (Uno-X Mobility) verlor bereits Mitte des Tourmalets den Kontakt zur Spitzengruppe, stürzte zudem in der Abfahrt und rollte mit einem riesigen Rückstand dem Ziel entgegen, erreichte es mit einer halben Stunde Rückstand. Sein gelbes Märchen ist damit bereits wieder beendet.

Die Gesamtwertung hat derweil wieder einen komplett neuen Anstrich bekommen. Pogacar führt das Rennen mit 2:42 Minuten vor Vingegaard an, Del Toro ist mit 3:27 Minuten Rückstand Dritter. Drei Sekunden dahinter kommt Evenepoel, vier weitere Ayuso. Für Seixas auf Rang fünf sind es 3:55 Minuten, für Lipowitz direkt dahinter glatt vier.

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Lipowitz “ganz happy”, auch wenn “die Beine am Tourmalet nicht ganz reichten”

​“Ich glaube, das war in den Top 5 meiner Siege bei der Tour. Ich hatte ein paar Flashbacks zur 6. Etappe der Tour de France 2023, als es auch über den Tourmalet ging. Es war damals ein ähnliches Ziel”, sagte Pogacar im Siegerinterview. “Es ist ein unglaublicher Sieg.“ Bei der Frankreich-Rundfahrt ist es bereits der 23. für den 27 Jahre alten Slowenen, insgesamt hat er jetzt 123 auf dem Konto.

Der Konkurrenz blieb nichts weiter übrig als neidlos anzuerkennen, dass Pogacar auf einem anderen Level unterwegs ist. “Bei der Performance kann man nicht viel machen”, sagte Lipowitz der ARD. Als Pogacar am Tourmalet in die Offensive ging, konnte keiner folgen. Der Deutsche schaffte es zunächst aber für einen Moment, an Vingegaard dranzubleiben. Aber auch der Däne war eine Nummer zu groß, um Lipowitz bildete sich ein Trio mit den Youngsters Seixas und Del Toro. Erst in der Abfahrt vom Tourmalet kam die Gruppe mit Evenepoel und Ayuso zurück. “Ich denke, ich kann ganz happy sein. Am Tourmalet haben die Beine nicht ganz gereicht. Danach fahre ich vorne natürlich nicht mit, wenn ich Remco hinten habe”, urteilte er.

Die UAE-Dominanz des Tages hat zur Folge, dass das Team nun auch wieder drei Wertungstrikot auf sich vereint. Während Pogacar als Erster am Tourmalet das Bergtrikot übernommen hat, ist Del Toro wieder bester Nachwuchsfahrer. Mads Pedersen (Lidl - Trek) verteidigte derweil die Führung in der Punktewertung.

Tour de France 2026 - Ergebnisse der 6. Etappe

So lief die 6. Etappe der Tour de France 2026

Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026Foto: A.S.O.Das Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026

​Mit der Freigabe der Etappe durch Tour-Chef Christian Prudhomme blies Victor Campenaerts (Team Visma | Lease a Bike) zur Etappe. Huub Artz (Lotto Intermarché), tags zuvor im Sprint Tagesvierter, setzte nach, kurz darauf auch Pedersen im Grünen Trikot. Derweil bemängelte die Jury die Haltung von Artz auf dem Rad, der sich daraufhin ins Feld zurückfallen ließ. Nach 40 Kilometern, kurz vor der ersten Bergwertung, hatte sich das Duo 1:10 Minuten herausgefahren.

Weitere Attacken von hinten unterband UAE konsequent, auch das Spitzenduo ließ die Mannschaft von Pogacar nicht weit weg. Das Duo schleppte sich noch bis zum Zwischensprint nach 60 Kilometern, wo Pedersen sich 25 Punkte sicherte – und Max Kanter (XDS Astana Team) erneut aus dem Feld heraus der Beste war – und kurz darauf die Beine hochnahm, was letztlich auch die Einholung von Campenaerts bedeutete.

Danach wurde das Rennen quasi neu gestartet. Aus Attacken an der Côte de Mauvezin (3. Kategorie) ging zunächst Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) als einziger Ausreißer hervor. In den Anstieg zum Col d’Aspin (1. Kategorie) 80 Kilometer vor dem Ziel nahm er eine knappe Minute Vorsprung mit. Zur Hälfte des zwölf Kilometer langen Berges wurde der Australier vom UAE-Team wieder zurückgeholt. 1000 Meter vor dem Gipfel attackierte Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) das noch recht große Fahrerfeld. Lenny Martinez (Bahrain - Victorious) schloss auf, um mit seinem französischen Landsmann um zehn Bergpunkte zu sprinten und gewann hauchzart.

Pogacar greift am Tourmalet an

Nach zwölf Kilometern Abfahrt ging es dann unmittelbar in den Col du Tourmalet (HC-Kategorie). Und obwohl UAE dort ein gleichmäßiges Tempo anschlug, bekam Traeen zehn Kilometer vor dem Gipfel Probleme und musste die Spitze ziehenlassen. Doch nur anderthalb Kilometer schrumpfte die Gruppe dann deutlich zusammen. Die beiden Red-Bull-Kapitäne Lipowitz und Evenepoel waren isoliert, auch Tom Pidcock (Pinarello - Q36.5 Pro Cycling Team) verlor den Anschluss. Kurz darauf später war auch Seixas allein.

Als Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) sechseinhalb Kilometer vor dem höchsten Punkt ebenfalls nicht mehr mitfahren konnte, war die Gruppe auf 14 Fahrer geschrumpft. Und dann dauerte es nicht mehr lange, bis UAE dann Ernst machte. Als nur noch Del Toro vor Pogacar war, war dann Attacke angesagt. Das UAE-Duo löste sich, auch Vingegaard konnte nicht mitfahren. Lipowitz und Seixas hefteten sich an das Hinterrad des Dänen, doch das währte nur kurz. Allerdings konnte auch Del Toro nicht bei seinem Kapitän bleiben.

Durch La Mongie fuhr Pogacar als Solist, Vingegaard hielt die Lücke zunächst aber konstant bei knapp zehn Sekunden, die hoch wurde daraus eine halbe Minute. Dahinter gruppierten sich Lipowitz, Seixas und Del Toro, die mit 1:30 Minuten folgten. 20 Sekunden dahinter folgten Evenepoel, Juan Ayuso, Mattias Skjelmose (beide Lidl - Trek) und Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike).

Vingegaard-Verfolger sind uneins

In der Abfahrt baute Pogacar seinen Vorsprung auf Vingegaard auf mehr als eine Minute aus, die Gruppen um Lipowitz und Evenepoel schlossen zusammen und verkürzten ihrerseits den Rückstand auf den Dänen auf eine halbe Minute.

Am 18,7 Kilometer langen Schlussanstieg fehlte den Vingegaard-Verfolgern aber die Einigkeit. Vor allem Evenepoel arbeitete, seine Animationsversuche an die Konkurrenz liefen aber weitestgehend ins Leere. Anders als Pogacar, der weiter durchzog und so zweieinhalb Minuten herausfahren konnte. Die Gruppe dahinter kam nicht näher heran. Im Sprint um Rang drei griff zunächst Evenepoel an, der aber noch von Del Toro gekontert wurde. Lipowitz, der bis zum Schluss Teil der Gruppe war, wurde Sechster.

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