Der deutsche Radstar Florian Lipowitz ist nach seinem Sturz-Aus bei der Tour de France bereits operiert worden. Der 25-Jährige hatte bei seinem verhängnisvollen Crash im Einzelzeitfahren auf der 16. Etappe einen Schlüsselbeinbruch erlitten. «Er ist noch im Krankenhaus und wird dort voraussichtlich noch die Nacht verbringen. Neben dem Bruch hat er Hautabschürfungen», sagte Teamchef Ralph Denk.
Lipowitz wird mit einer Ausfallzeit von mindestens sechs Wochen rechnen müssen. Der Schwabe war in der Nähe des Genfersees in einer gefährlichen Rechtskurve gestürzt. Neben der Verletzung an der rechten Schulter zog sich der 25-Jährige mehrere Schürfwunden zu.
Denk stellte klar, dass Lipowitz zu schnell unterwegs war und die Schuld bei niemand anderem zu suchen sei. Gleichwohl betonte der Bayer, dass auf dem Kurs nicht alles optimal war. «Ob er diese Verletzungen davongetragen hätte, wenn die Strecke besser abgesichert wäre, das kann man diskutieren», sagte Denk. Zudem hatten die Teams relativ wenig Trainingszeit auf der 26,1 Kilometer langen Strecke bekommen. Das hatte bereits der Tour-Führende Tadej Pogacar angesprochen.
Für den Vorjahresdritten der Tour dürften die nächsten großen Rennen quasi gelaufen sein. Für die Vuelta in Spanien (22. August bis 13. September) oder die WM in Montreal (20. bis 27. September) dürfte es kaum reichen. Allenfalls sind im Herbst noch Eintagesrennen in Italien wie die Lombardei-Rundfahrt (10. Oktober) möglich. «Ich gehe davon aus, dass man ihn in diesem Jahr noch auf dem Rad und bei Rennen sehen wird», sagte Denk.
So endete für den Deutschen eine Tour, die ohnehin irgendwie nicht seine war. Ständige Diskussionen um die Doppelspitze mit Olympiasieger Remco Evenepoel, der kleine Zwist mit dem Belgier in der ersten Tour-Woche, dazu die Enttäuschung auf der Bergetappe zum Plateau de Solaison, als er Spitzenreiter Tadej Pogacar und auch Evenepoel ziehen lassen musste. Für Lipowitz, dessen Karriere in den vergangenen zwei Jahren so steil verlief, gibt es einiges zu verarbeiten.
«Letztes Jahr kam er als Newcomer hierher und hat performt. Dieses Jahr ist er mit einer riesigen Erwartungshaltung von ganz Radsport-Deutschland gestartet. Das ist der Unterschied», sagte Denk. Man sei froh, die Doppelspitze mit Evenepoel gewählt und bereits zwei Etappensiege zu haben. «Wir rennen jetzt keinem Erfolg mehr hinterher.»
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