Sebastian Lindner
· 14.06.2026
Philipsen, der sein erstes Rennen seit Paris-Roubaix und damit seit ziemlich genau zwei Monaten fuhr, gewann den finalen Sprint vor dem Dänen Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM) und Sam Welsford (Netcompany INEOS) aus Australien. Andresens norwegischer Anfahrer Tord Gudmestad wurde Vierter vor Danny van Poppel (Red Bull - BORA - hansgrohe) in dessen letztem Rennen als niederländischer Meister.
Dessen eigentlicher Sprintkapitän Jordi Meeus, der im Vorjahr die Erstaustragung des Rennens für sich entschieden hatte, wurde beim Sturz 19 Kilometer vor dem Ziel ebenso aufgehalten wie die Topsprinter Tim Merlier (Soudal Quick-Step) und Dylan Groenewegen (Unibet Rose Rockets). Der Unfall hatte zu einer komplett neuen Rennsituation geführt. Die zum Zeitpunkt des Sturzes fast schon eingeholten Ausreißer schafften es so noch bis unter den Teufelslappen und absolvierten damit fast die komplette Distanz des 228 Kilometer langen Rennens vor dem Feld, waren sie doch fast unmittelbar nach dem Start in die Flucht gegangen.
“Es war nach der langen Pause nicht so einfach, wieder im Peloton zu sein”, sagte Philipsen nach seinem Sieg. Der 28 Jahre alte Belgier konnte dennoch seinen dritten Saisonsieg feiern. “Der Sturz hatte einen großen Einfluss auf das Rennen. Aber so war es auch schon im vergangenen Jahr, Pech gehört im Sport dazu. Ich bin jedenfalls glücklich mit meiner Form und den Speed, den ich dann wieder in den Beinen hatte.”
Bester Deutscher in Kopenhagen wurde Max Walscheid (Lidl - Trek) als Sechster. Auch sein Teamkollege Tim Torn Teutenberg hatte den Sprung in die erste Gruppe geschafft.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Alpecin - Premier Tech | 04:48:21 |
| 2 | Decathlon CMA CGM Team | +00:00:00 |
| 3 | Netcompany INEOS | +00:00:00 |
| 4 | Decathlon CMA CGM Team | +00:00:00 |
| 5 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +00:00:00 |
| 6 | Lidl - Trek | +00:00:00 |
Für den flachen Tag im Wind fassten sich der Belgier Rune Herregodts (UAE Team Emirates - XRG) und die vier Dänen Anders Foldager (Team Jayco AlUla), Levy William Blume (Uno-X Mobility) sowie Frederik Rodenberg und Mads Andersen (beide Nationalmannschaft) schon unmittelbar nach dem Start ein Herz und gingen in die Flucht. Während Rodenberg 55 Kilometer vor dem Ziel die Luft ausging, schaffte es der Rest bis auf die letzte, zehn Kilometer lange Runde durch Kopenhagen.
Unterwegs passierte bei einem Maximalvorsprung von dreieinhalb Minuten wenig. Sam Bennett (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) musste nach einem Sturz aufgeben, auch Arnaud De Lie (Lotto Intermarché) kam unterwegs zu Fall, machte aber weiter.
Waren die Ausreißer 19 Kilometer vor dem Ziel schon mal fast gestellt, sorgte ein Massensturz weit vorn im Feld für eine neue Rennsituation. Rund 30 Fahrer schafften es nach dem Unfall in einer Kurve in eine erste Verfolgergruppe, vor allem Decathlon CMA CGM, Netcompany INEOS und Alpecin - Premier Tech zogen durch, weil ihre Sprintkapitäne Lund, Welsford und Philipsen unbeschadet durchkamen. Kurz darauf setzte zudem heftiger Regen ein.
Die vier verbliebenen Ausreißer nahmen knapp 20 Sekunden mit auf die letzte, zehn Kilometer lange Runde. Doch 1500 Meter vor dem Ziel begann die Gruppe zu zaudern und so wurden sie auf den letzten Metern doch noch gestellt. Während Decathlon für Lund anzog, sprang Philipsen von Hinterrad zu Hinterrad an das des Dänen und musste dafür schon vor dem eigentlichen Sprint einmal richtig tief gehen. Philipsen hatte jedoch die Beine, um noch am Lokalmatador vorbeizuziehen.
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