Tour de FranceCorona sorgt für Alarmstimmung - wird die Tour zur Lotterie?

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 · 20.06.2022

Tour de France: Corona sorgt für Alarmstimmung - wird die Tour zur Lotterie?Foto: Matthias Balk/dpa
Sorgt sich um den Tour-Start: Bora-hansgrohe-Teamchef Ralph Denk.

Die Tour de France beginnt am 1. Juli. Nach zwei Jahren unter Corona-Bedingungen schien ein Rennen wie vor der Pandemie möglich. Doch nach Corona-Fällen geht unter den Fahrern die Angst um.

Steigende Infektionszahlen in Europa, die Tour de Suisse als eine Corona-Farce und ein Tour-de-France-Champion Tadej Pogacar, der wieder Maske trägt: Weniger als zwei Wochen vor dem Start der Tour de France herrscht im Radsport allerhöchste Alarmstimmung. Die Corona-Sommerwelle lässt das Peloton zittern.

Denk teilt Corona-Sorgen vor Tour de France

«Unserem Sport zuliebe hoffe ich nicht, dass es nur noch eine Lotterie wird», sagte Teamchef Ralph Denk vom Rennstall Bora-hansgrohe der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Tour-Start am 1. Juli in Kopenhagen: «Die Sorge ist da. Es kann schon einschlagen.»

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Nach zahlreichen Corona-Fällen mussten mehr als 40 Radprofis die Tour de Suisse in den letzten Tagen vorzeitig beenden. Auch im Bora-Team gab es drei Fälle, darunter den des Russen Alexander Wlassow, der einen Tag nach seinem Etappensieg und der Eroberung des Gelben Trikots am Freitag aussteigen musste.

Auch Pogacars Umfeld von Corona betroffen

Auch das direkte Umfeld von Pogacar, der daheim bei der Slowenien-Rundfahrt seine Tour- Generalprobe absolvierte, war betroffen. Ein Teamkollege wurde positiv getestet, ein weiterer sicherheitshalber aus dem Rennen genommen.

«Wir isolieren uns, so gut es geht», sagte Pogacar und merkte an: «An den ersten zwei Tagen haben wir Autogramme geschrieben und Fotos mit den Leuten gemacht. Nun bleiben wir auf Abstand, denn wir wollen bei der Tour am Start stehen.»

Ex-Tour-de-France-Sieger Thomas äußert sich

Die Teams sind aufgeschreckt, insbesondere in der Schweiz waren die Fahrer reihenweise positiv getestet worden. «Wir dachten eigentlich, dass wir all das hinter uns gelassen haben», sagte Geraint Thomas, der Gewinner der Frankreich-Rundfahrt 2018.

Vier Teams verließen wegen der Fälle ganz das Rennen, andere stellten zum Schluss nur noch eine Rumpfmannschaft, wie Bora-hansgrohe. «Ich kreuze die Finger, dass ich kein Corona bekomme», sagte der deutsche Meister Maximilian Schachmann, der bereits zu Beginn des Jahres nach einer Corona-Erkrankung und einem schweren Infekt zurückgeworfen worden war. Seine drei positiv getesteten Kollegen haben laut Denk nur leichte Symptome, «was uns Richtung Tour de France positiv stimmt».

Wlassow doch noch zur Tour?

Wlassow war als Mann für die Gesamtwertung bei der Frankreich- Rundfahrt vorgesehen. «Wir haben es nicht aufgegeben. Es besteht schon noch eine Chance. Man muss jetzt mal eine Woche abwarten. Wenn er negativ ist, kann er wieder auf das Rad steigen. Im Moment trainiert er nicht», sagte Denk. Die Tour startet am 1. Juli in Kopenhagen. Hier gibt es alle Etappen im Überblick.

Auch die Mannschaft von Pogacars Rivalen Primoz Roglic war betroffen. Jumbo-Visma verließ nach Corona-Fällen im Team als erstes das Rennen, weshalb nun zunächst kein Fahrer aus dem Schweiz-Aufgebot zu Roglic, der zuletzt das Criterium du Dauphine gewann, ins Trainingslager nach Tignes reisen wird.

Verpflichtende PCR-Tests

Laut Denk müssen alle Fahrer vor dem Tour-Start einen verpflichtenden PCR-Test vorlegen, danach soll wie bereits in den letzten beiden Jahren jeweils an den Ruhetagen getestet werden. Bei den Ausgaben 2020 und 2021 gab es keinen Positiv-Fall, allerdings hatte sich der Tour-Tross damals sehr strikt isoliert und in einer eigenen Blase bewegt. Seit dieser Saison hat der Weltverband UCI die Regeln wieder gelockert.

Bei Bora versuche man, den «gesunden Menschenverstand walten» zu lassen, sagt Denk. «Wenn wir uns wieder vor den Fans, vor den Journalisten isolieren, dann geht irgendwann das Flair des Sports verloren. Da habe ich Bauchschmerzen», meinte Denk. Man müsse sich mit dem Virus arrangieren, erklärt der Teamchef des Raublinger Rennstalls.

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