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Mini-Schlösser halten keinen Panzerknacker auf, im Idealfall aber vielleicht wenigstens Gelegenheitsdiebe vom unerlaubten Zugriff ab. Wir haben sechs preiswerte Modelle mit Zahlenschloss verglichen. Die kompakten Wegfahrsperren eignen sich für den kurzen Stopp im Café, Biergarten oder an der Bäckerei, ersetzen aber kein hochwertiges Bügel- oder Kettenschloss.
Mal eben einen Espresso trinken, im Biergarten einkehren oder kurz in die Bäckerei: Für solche Pausen wünschen sich viele Rennradfahrer eine unkomplizierte Sicherung. Minischlösser passen in die Trikot- oder Satteltasche, wiegen wenig und sind schnell zur Hand. Gegen den schnellen Zugriff eines Gelegenheitsdiebs können sie helfen.
Einen umfassenden Diebstahlschutz bieten die kleinen Schlösser jedoch nicht. Dafür sind die Kabel und Metallbänder zu dünn. Wer sein Rennrad oder Gravelbike längere Zeit unbeaufsichtigt stehen lässt, sollte deshalb zu einem deutlich stabileren Schloss greifen und das Fahrrad möglichst an einem festen Gegenstand anschließen.
Im Testfeld sichern zwei Modelle das Fahrrad mit einem dünnen Spiralkabel aus Stahl und Kunststoffummantelung. Die Kabel sind flexibel, lassen sich einfach um Rahmen und Laternenpfahl legen und benötigen wenig Platz. Ihre Sicherheitsreserven bleiben allerdings begrenzt.
Vier weitere Minischlösser arbeiten mit einem metallverstärkten Band. Dieses erinnert an einen abschließbaren Kabelbinder und ist durch seine Bauweise schwerer zu knacken als ein dünnes Spiralkabel. Die Ummantelung schützt außerdem den Lack vor Kratzern. Unterschiede zeigen sich vor allem beim Einfädeln, Spannen und Verstauen.
Bewertet haben wir die Schlösser in den Kategorien Handling und Sicherheit. Besonders wichtig war die Bedienung des Zahlenschlosses. Manche Ziffernrollen laufen leichtgängig und sind auch während einer kurzen Pause problemlos zu bedienen. Andere Modelle verlangen beinahe Uhrmacherfinger.
Das Abus Sportflex hebt sich mit einer praktischen Besonderheit von den anderen Minischlössern ab. Es lässt sich unter dem Flaschenhalter am Rahmen montieren und fährt dadurch bei jeder Tour mit. Eine zusätzliche Tasche ist nicht nötig.
Das Schloss sichert das Fahrrad mit einem knapp zwei Millimeter starken und 90 Zentimeter langen Stahlseil. Mit 200 Gramm ist es etwas schwerer als die Konkurrenz, lässt sich dafür jedoch am Rahmen platzsparend unterm Flaschenhalter montieren. Das Zahlenschloss arbeitet zuverlässig und einfach. Die kontrastreichen Ziffern sind gut ablesbar, was die Bedienung beim kurzen Halt erleichtert.
Die Sicherheitsleistung bleibt konstruktionsbedingt begrenzt. Das dünne Stahlseil schützt vor dem schnellen Zugriff, dürfte professionellen Werkzeugen aber nur kurz standhalten.

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