Der Stelvio wurde am 22. Mai geöffnet, der Gavia folgte am 27. Mai auf der Seite von Santa Caterina Valfurva. Zusammen mit dem bereits befahrbaren Mortirolo stehen damit alle drei Pässe zur Verfügung, die Giro-d'Italia-Geschichte geschrieben haben.
Der Stelvio erreicht auf 2.758 Metern die höchste Stelle aller asphaltierten Bergstraßen Italiens. Von Bormio aus führen 21 Kehren in nahezu geometrischer Anordnung zum Gipfel. Die Straße trägt das Erbe von Fausto Coppi, der hier Radsportgeschichte schrieb.
Der Gavia unterscheidet sich in Charakter und Atmosphäre deutlich vom Stelvio. Die 24,8 Kilometer lange Strecke zum 2.652 Meter hohen Gipfel verläuft durch den Nationalpark Stilfserjoch auf einer schmalen, oft stillen Straße. Die Giro-Etappe von 1988 bleibt unvergessen: Erik Breukink fuhr bei einem Schneesturm und Minusgraden seine legendäre Abfahrt nach Bormio, während das Peloton auseinanderbrach.
Der Mortirolo benötigt keine extreme Höhe, um Respekt einzufordern. Die 12,5 Kilometer ab Mazzo sprechen für sich: Steigungen bis 20 Prozent, ein gnadenloser Durchschnitt und Marco Pantanis Fahrt von 1994 im kollektiven Gedächtnis aller Radsportfans. Der Pass gilt als einer der härtesten in Europa.
Enjoy Stelvio Valtellina sperrt vom 30. Mai bis 19. September die großen Pässe der Provinz Sondrio an ausgewählten Tagen für den Autoverkehr. Die kostenlose, nicht-kompetitive Veranstaltung widmet dem Gavia den 5. Juni und 30. August, dem Mortirolo den 9. Juni und 28. August, dem Stelvio den 19. September. Der Stelvio kann außerdem am 7. Juni bei der Stelvio Santini, vom 26. bis 28. Juni bei Mogast, am 12. Juli beim Re Stelvio Mapei und am 29. August beim Stelvio Bike Day befahren werden.
Stelvio Epic Rides bietet zehn Anstiege, die über den gesamten Sommer im eigenen Tempo absolviert werden können. Neben den drei bekannten Pässen umfasst die Herausforderung die Strada dei Forni ab Santa Caterina Valfurva, den Forcola-Pass, den Fumero sowie die Anstiege zu den Cancano-Seen, zum Forte di Oga, nach Bormio 2000 und zum Monte ab der Scleva-Rutsche. Jeder Anstieg zeigt eigene Landschaften und überrascht auch Fahrer, die das Gebiet bereits kennen.

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