Beliebtes Endurance-RennradDas Rose Shave Rival AXS im Test

Jens Klötzer

 · 16.09.2026

Das Rose Shave übernimmt die Optik des Profi-Renners Shave FF
Foto: Wolfgang Papp

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Mit dem Shave hat der Versender Rose ein sportlich gezeichnetes, aber durchaus bequemes Langstrecken-Rennrad im Programm. Die Version mit SRM Rival schlägt sich in der Praxis überzeugender, als es die technischen Daten vermuten lassen.

Themen in diesem Artikel

Testergebnis

EigenschaftNote
Labor2,4
Ausstattung1,4
Endnote2,1

Die Gesamtbewertung findest du hier

Daten und Fakten zum Rose Shave Rival AXS

Gewicht8.5 kg
SchaltungSRAM Rival AXS
LaufradsatzRose R30
Reifen vorneContinental Grand Prix TR 700x32c

​Mit dem Shave hat Rose seinen Langstreckenrenner näher an die sportlichen Wettkampfmodelle gerückt. Der aerodynamisch geformte Carbonrahmen unterscheidet sich optisch kaum vom Renngerät Shave FF, erlaubt aber eine deutlich weniger extreme Sitzposition. Auf dem Shave sitzt es sich etwas entspannter als auf dem Stevens Izoard oder Cube Agree, aber deutlich sportlicher als auf dem ausgesprochen aufrechten Scott Addict 30, das in TOUR 9/26 am Vergleich teilnahm.

Das Shave empfiehlt sich folglich für Radsportler, die auch auf der langen Tour Komfort wünschen, aber weder auf eine wind schnittige Optik noch auf eine dynamische Haltung verzichten wollen. Ösen für Schutzbleche oder eine Oberrohrtasche und ein integriertes Staufach fehlen. Die Reifenfreiheit endet beim Shave bei 36 Millimetern. Rose bleibt damit näher am klassischen Straßenrenner als manche vielseitigeren Allroad-Konkurrenten.

Überraschung beim Komforttest

Ein Kritikpunkt des Shave Force AXS aus dem ersten TOUR-Test scheint sich inzwischen erledigt zu haben. Seinerzeit fiel das Heck mit einer Federsteifigkeit von 155 Newton pro Millimeter (N/mm) für einen Komfortrenner noch ungewöhnlich hart aus. Beim aktuellen Rival-Modell messen wir nun 118 N/mm – je niedriger der Wert, desto nachgiebiger das System. Damit verbessert sich der Komfort deutlich und erreicht ein konkurrenzfähiges Niveau.

Ganz an die betont komfortablen Spezialisten dieser Disziplin reicht das Rose zwar nicht heran: Das Giant Defy und das Scott Addict kommen am Heck auf 78 bzw. 79 N/mm. Dennoch passt der neue Wert erheblich besser zum Anspruch eines modernen Endurance-Rennrades. Ob die große Abweichung zum Force-Modell auf Bauteiltoleranzen oder eine Vorserien- Stütze des ersten Testrades zurückzuführen ist, lässt sich anhand zweier Exemplare nicht abschließend klären. Fest steht: Das Rival-Testmodell federt am Sattel spürbar besser.

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Balanca zwischen sportlich und bequem

Beim Fahrverhalten bleibt die enge Verwandtschaft zum teureren Shave und in Maßen auch zum Wettkampfrenner Shave FF erhalten. Das Rad lenkt präzise und lebendig ein, ohne auf langen Abfahrten nervös zu werden. Gegenüber dem sehr laufruhigen Giant und dem noch stärker auf Sicherheit und Übersicht ausgelegten Scott wirkt es jedoch sportlicher. Das Cube verfolgt eine ähnliche Idee, positioniert den Fahrer allerdings etwas gestreckter und trifft damit noch genauer die Mitte zwischen Marathonrad und klassischem Rennrad.

Mit 8,5 Kilogramm verfehlt das Shave Rival die Herstellerangabe von 8,3 Kilogramm und wiegt 800 Gramm mehr als das Force-Modell. Das klingt zunächst nach viel, ist aber im aktuellen Konkurrenzumfeld kein Ausreißer. Lässt man den Überflieger von Cube mal außen vor, trifft das etwa den Durchschnittswert der bisherigen Testteilnehmer.

Tuningpotenzial Laufräder

Ein beträchtlicher Teil des Mehrgewichts steckt in den rotierenden Komponenten, vor allem in den sehr einfachen bzw. günstigen Laufrädern. Das vordere wiegt 1.444 Gramm, das hintere 1.937 Gramm. Beim getesteten Force-Modell, das über einfache Carbonfelgen verfügt, waren es 260 Gramm weniger; gegenüber dem Cube müssen sogar gut 800 Gramm mehr Gewicht in Drehung versetzt werden.

Die Konkurrenz setzt in dieser Preisklasse teilweise andere Prioritäten: Giant kombiniert die für die Hersteller im Einkauf offen sichtlich günstigere Shimano 105 Di2 mit Carbonlaufrädern, ebenso Scott beim Addict 30 oder Van Rysel am EDR. Beim Beschleunigen und an steilen Anstiegen fühlt sich das Rose deshalb weniger spritzig an als viele Konkurrenten.

Solide Technik

Ein Sparbrötchen ist das Shave Rival deshalb nicht. Die elektronische SRAM Rival AXS schaltet zuverlässig, bremst formidabel und bietet mit 46/33 Zähnen an der Kurbel sowie einer 10-36-Kassette ein bergtaugliches Getriebe mit Untersetzung. Bemerkenswert ist der serienmäßige, einseitig messende Powermeter. Auch das formschöne Carbon-Cockpit hebt das Rose optisch von einfacher designten Rädern ab. Tuning-Potenzial steckt in den Laufrädern. Leichte Carbonlaufräder und hochwertige Pneus mit TPU -Schläuchen oder Tubeless-Aufbau dürften mehrere Hundert Gramm Gewicht sparen und das An sprechverhalten merklich verbessern.

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Jens Klötzer

Jens Klötzer

Redakteur

Jens Klötzer ist gelernter Wirtschaftsingenieur und bei TOUR der Experte für Komponenten aller Art: Bremsen, Schaltungen, Laufräder oder Reifen – alles testet Jens auf Herz und Nieren. Er sammelt historische Rennräder, besitzt sowohl ein modernes Zeitfahrrad wie ein Gravel-Reise-Rennrad aus Titan. Auf Reisen erkundet er gern unbekannte Straßen in Osteuropa – auf breiten, aber schnellen Reifen.

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