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| Preis | 3.999,00 € |
| Gewicht | 8.185 kg |
| Schaltung | Shimano 105 Di2 |
| Bremse vorne | Shimano 105 |
| Laufradsatz | Giant SLR 2 Disc |
| Reifen vorne | Giant Gavia Fondo 0 700x32c |
Wer Feld- und Waldwege zum selbstverständlichen Habitat eines Rennrades zählt, findet im Giant Defy einen wahren Alleskönner für verschiedene Untergründe.
Das Giant Defy hat fast schon traditionell ein Abo auf den Titel des komfortabelsten Rades seiner Klasse. Da macht auch die preiswerteste Rahmenvariante Advanced keine Ausnahme. Denn die an der Rückseite abgeflachte Carbonsattelstütze, die Giant schon 2015 erstmals bei seinen Komfortmodellen einführte, federt mit viel Auszug fantastisch und ist eine Garantie für die Bestnote in dieser Disziplin. Viele Hersteller haben dieses Design kopiert.
Die teureren Versionen Defy Advanced Pro und Advanced SL werden mit einer zusätzlichen Verjüngung in der Stütze kaum noch komfortabler, aber durch bessere Carbonqualitäten und hochwertigere Komponenten vor allem leichter. Einen weiteren Beitrag zum komfortablen Fahreindruck des Testrades leisten die 32 Millimeter breiten Tubeless-Reifen, die auf den Felgen noch deutlich breiter ausfallen. Allerdings müssen sie penibel abgestimmt werden, damit der Effekt auch wirkt. Die relativ schweren, dicken Gummis sind schwierig zu justieren, je nach Luftdruck ist der Grat zwischen unnachgiebigem, springendem Fahrverhalten und teigigen, zähen Rolleigenschaften ziemlich schmal. Immerhin laden sie mit ihrem leichten Profil auch zu gelegentlichen Ausflügen auf unbefestigtes Geläuf ein.
Wer das nicht vorhat, sollte die Reifen gegen schnellere, hochwertige Modelle etablierter Hersteller tauschen, die den Fahrspaß noch erhöhen dürften. In das Rad passen bis zu 40 Millimeter breite Pneus, was auch den Einsatz als leichtes Gravelbike denkbar erscheinen lässt. Davon abgesehen ist das Rad funktional ausgestattet, zur elektronischen Shimano 105 gesellen sich relativ leichte Eigenmarken-Carbonlaufräder. Damit macht das Modell in der Gewichtswertung einen Sprung von immerhin rund 200 Gramm: Ein im vergangenen Jahr von uns getestetes Defy mit vergleichbarer Ausstattung wog noch 8,4 Kilogramm.
Obwohl das Marathonrad dank üppiger Reifenfreiheit und Komfortgeometrie die Trennlinie zum Allroadbike aufweicht, verzichtet Giant auf weitere typische Ausstattungsmerkmale wie ein Staufach oder Montagepunkte für eine Rahmentasche. Bei anderen Herstellern sieht man solche Features häufiger. Lediglich für Regenfahrten ist das Defy gewappnet: Ein passendes Schutzblech-Set in zwei Breiten gibt es für 70 Euro, es lässt sich an dafür vorgesehenen Gewinden an Rahmen und Gabel anschrauben.
Daneben gefällt auch die Wartungsfreundlichkeit des Modells: Lenker und Vorbau sind ohne aufwendige Arbeiten austauschbar, der Vorbau lässt sich in Maßen in der Höhe verstellen, ohne die Bremsleitungen trennen zu müssen. Die Sitzposition des aktuellen Defy fällt etwas sportlicher aus als auf früheren Modellen, es erfüllt aber immer noch den Anspruch an ein langstreckentaugliches Endurance-Bike.
Etwas aus der Zeit gefallen wirkt lediglich der breite Lenker, der sich aber ansonsten gut greift. Besonders Menschen mit kleinen Händen dürften den schlanken, aber an der Oberseite angenehm abgeflachten Oberlenker schätzen. Auch Sattel und Lenkerband empfanden wir als äußerst bequem. Beim Fahrverhalten gibt sich das Rad gutmütig und frei von Überraschungen, das Defy macht in jeder Situation berechenbar was es soll und fährt sich völlig ohne Macken. An schweren Anstiegen hilft in dieser Ausstattungsvariante sogar eine leichte Untersetzung – mit dem Kompromiss, dass die Gangsprünge der 11-36-Kassette etwas größer ausfallen.
Für die Abfahrten sind mittlerweile auch ordentliche Bremsscheiben an Bord: Shimanos IceTech-Scheiben schöpfen das Potenzial der Hydraulikbremsen im Gegensatz zu günstigeren Derivaten oder Alternativen von Tektro, die Giant früher oft als Sparmaßnahme verbaute, zuverlässig aus. Aerodynamisch designte Flaschenhalter und ein Tubeless-Kit zählen zum Lieferumfang, insgesamt wirkt das Rad fair kalkuliert. Mit mechanischer 105 und Aluminium-Laufrädern werden 2.699 Euro fällig, auch das halten wir noch für empfehlenswert. Das Einstiegsmodell mit Shimanos Cues-Gruppe erscheint uns aufgrund des veralteten Zehnfach-Antriebs die Ersparnis von weiteren 400 Euro nicht wert. Nach oben gibt es dagegen keine Grenzen, mit den Advanced Pro (ab 4.999 Euro) und dem Top-Modell Advanced SL (11.999 Euro) stehen Ausstattungen bis auf High-End-Niveau zur Verfügung.

Redakteur
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