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| Preis | 3.799,00 € |
| Gewicht | 8.52 kg |
| Schaltung | Shimano 105 Di2 |
| Bremse vorne | Shimano 105 |
| Laufradsatz | Syncros Capital 1.0 40 |
Das Scott Addict ist nicht mit dem Wettkampf-Modell Addict RC zu verwechseln, auch wenn sich das Rahmendesign der hier getesteten Endurance-Variante am sportlich ausgerichteten Leichtbaurenner orientiert. Die beiden Addict-Modelle unterscheiden sich recht deutlich in Sitzposition, Fahrverhalten und Ausstattung. Die hier getestete Endurance-Variante (ohne „RC“) wurde erst 2025 neu vorgestellt und bewies bereits in einer teureren Version im TOUR-Test ihre Eigenständigkeit in Abgrenzung zu Wettkampf- oder Allroadbikes. Mit 3.799 Euro liegt das Testrad am unteren Rand unseres Preisfensters; das Addict 20 mit Ultegra hätte mit knapp 5.000 Euro unser vorgegebenes Budget gesprengt. Gemessen am Preisniveau geht die Ausstattung mit der elektronischen Shimano 105 in Ordnung, immerhin sind einfache Carbonfelgen der Eigenmarke Syncros an Bord. Dennoch liegt das Gesamtgewicht mit 8,5 Kilogramm über dem Durchschnitt.
In guter Erinnerung bleibt das Addict in diesem Vergleich dennoch, aus mehrerlei Gründen: Zunächst aufgrund des besonderen Fahrkomforts, den so kein anderes Rad in dieser Klasse bieten kann. Das liegt zum einen an der Sattelstütze, die mit der Aussparung Vibrationen filtert und Stößen effektiv nachgibt. Doch den Löwenanteil liefern die serienmäßig montierten 34 Millimeter breiten Schwalbe-Reifen, die, mit entsprechend wenig Druck gefahren, auch Kopfsteinpflaster glattbügeln. Dabei rollen sie ordentlich schnell und bremsen den Fahrspaß nicht, so lange es nicht um kurze Zwischensprints geht. Dann reagiert das Addict vergleichsweise träge. Rahmen und Gabel lassen sogar noch Luft für mehr: Bis zu 38 Millimeter gibt der Hersteller frei, womit sich das Addict auch auf leichtes Gelände adaptieren lässt.
Zweites prägendes Merkmal ist die sehr aufrechte Sitzposition auf dem Rad. Der ohnehin schon sehr komfortabel ausgelegte Addict-Rahmen wird in dieser Ausstattungsvariante mit einem Lenker kombiniert, der neben dem Vorbau gekröpft ist und die tatsächliche Handposition noch einmal zehn Millimeter höher legt. Das bringt Übersicht und schont den Rücken, vor allem Einsteiger in den Sport dürften das schätzen. Auch auf langen Bergauf-Passagen fährt sich kaum ein Rad entspannter als das Scott.
Ein großes Lob verdienen die Bemühungen der Entwickler, das Addict mit sportlich cleaner Optik touren- und alltagstauglich zu gestalten: Versteckt im Lenkerende sitzt ein minimalistisches Werkzeug, mit dem sich alle wichtigen Einstellarbeiten erledigen und die Laufräder im Pannenfall ausbauen lassen. Ein kleines Fach unter dem Tretlager kann Ersatzschlauch und CO2-Kartusche aufnehmen; im Gegensatz zu teureren Versionen muss das passende Pannen-Set beim Addict 30 aber gesondert gekauft werden. Ebenfalls im Zubehör gibt es ein per USB-C aufladbares und StVZO-konformes Akku-Rücklicht, das sich an Stelle der Gummiabdeckung an der Rückseite der Sattelstütze einklipsen lässt. Auch eine passgenaue Rahmentasche für das Addict gibt es, für die elegante Befestigung sind zwei Schraubösen unter dem Oberrohr vorgesehen. Aufnahmen für Schutzbleche oder Gepäckträger bietet das Rad allerdings nicht.
Auch in Fahrt kann das Scott überzeugen. Neben der komfortablen Ausrichtung gefällt uns auch das unerschütterliche Fahrverhalten; auch bei hohem Tempo lässt sich das Rad mit seiner gutmütigen Lenkung schwer aus der Ruhe bringen. An steilen Anstiegen taumelt das Rad auch in Schrittgeschwindigkeit kaum, mit der 1:1-Ratio im ersten Gang ist das Addict auch für wenig trainierte Radler passend übersetzt. Angenehm zu greifendes Lenkerband und der komfortable Eigenmarken- Sattel tun ein Übriges, um wirklich lange Tage im Sattel gut auszuhalten.
Mit den guten Erfahrungen können wir auch das Einstiegsmodell ungesehen empfehlen: Wer mit einer mechanischen 105-Schaltung klarkommt und sich an Aluminium-Laufrädern mit entsprechendem Mehrgewicht nicht stört, dürfte auch mit dem Addict 50 für 2.399 Euro glücklich werden. Rahmen samt Carbonstütze sind identisch und es rollt auf den gleichen, überzeugenden Reifen. Für Anspruchsvolle findet sich unter den sechs Varianten auch eine Nobelversion: Das Addict Premium kommt mit Shimanos Top-Gruppe Dura-Ace für faire 7.499 Euro, laut Hersteller soll es 7,4 Kilogramm wiegen. Das Addict Premium ist z. B. hier reduziert erhältlich.

Redakteur
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