Behutsames UpdateNeues Cervélo Áspero soll schneller und komfortaber sein

Julian Schultz

 · 30.04.2024

Nach dem Debüt vor fünf Jahren präsentiert Cervélo die zweite Generation des Áspero.
Foto: Cervélo
Fünf Jahre nach dem Ur-Modell legt Cervélo das Áspero neu auf: Die zweite Generation des rennmäßigen Gravelbikes soll schneller und komfortabler sein. Durch ein Flipchip-Ausfallende lässt sich weiter die Lenkgeometrie ans Terrain anpassen. Die sechs Ausstattungsvarianten kosten zwischen 3599 und 5799 Euro.

Rennen im Gelände? Mit einem Gravelbike? Bis vor fünf Jahren war das in Europa nahezu undenkbar. Mit dem Áspero präsentierte Cervélo damals trotzdem ein leistungsfähiges Modell, das sich durch eine sportliche Sitzposition von der Konkurrenz abhob und vergleichsweise flott über die Schotterpiste flog. Das leichtere Áspero-5 wenig später war die konsequente Weiterentwicklung des rennmäßigen Konzepts, das der kanadische Fahrradbauer nun in Ansätzen auf die zweite Generation des Ur-Modells adaptiert.

Cervélo Áspero: Die wichtigsten Fakten

  • Gewicht Komplettrad: keine Angabe
  • Stack/Reach/STR: 580/397 Millimeter/1,46
  • Maximale Reifenfreiheit: 45 Millimeter
  • Rahmengrößen: 48, 51, 54, 56, 58, 61
  • Preise: 3599 bis 5799 Euro
  • teilintegrierte Kabelführung
  • Flipchip-Ausfallende
  • UDH-Schaltauge
  • inklusive Oberrohrtasche

Dank schlankerer Rohrformen und teilintegrierter Kabel soll die Neuheit etwas schneller geworden sein. Trotz der aufgeräumten Optik am Cockpit sind Positionsanpassung und Wartungsaufwand relativ unkompliziert, da die Bremsleitungen und je nach Ausstattungsvariante auch die Schaltzüge unter dem Alu-Vorbau ins Steuerrohr geführt werden. Laut Cervélo verbessert sich die Aerodynamik um drei Watt, totale Zahlen oder Messmethodik teilten die “Ahornblätter” nicht mit. Die Sitzposition fällt wie beim Vorgänger relativ gestreckt aus, wenngleich man inzwischen auf absoluten Race-Spezialisten wie dem BMC Kaius oder Rose Backroad FF noch aerodynamischer sitzt.

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Empfehlung für 42-Millimeter-Reifen

Für ein Plus an Komfort wurde der Carbonrahmen minimal modifiziert: Die Sitzstreben sitzen etwas tiefer, zudem wurde “die Steifigkeit im Steuerrohrbereich leicht verringert”, so Cervélo. Mehr Einfluss auf die Federung dürfte die größere Reifenfreiheit haben. Statt bislang 40 Millimeter breite Reifen passen nun maximal 45-Millimeter-Gummis durch Gabel und Rahmen. Obwohl das Áspero damit den von der International Organization for Standardization, kurz ISO, geforderten Mindestabstand von vier Millimetern zwischen Rahmen und Reifen einhält, empfiehlt Cervélo im Aufbau mit 700C-Laufrädern eine maximale Reifenbreite von 42 Millimetern.

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Durch die variable Achsaufnahme an der Gabel lässt sich der Nachlauf und Radstand je nach Reifenwahl und Untergrund verstellen.Foto: CervéloDurch die variable Achsaufnahme an der Gabel lässt sich der Nachlauf und Radstand je nach Reifenwahl und Untergrund verstellen.

Unverändert bleibt die Möglichkeit, die Lenkgeometrie mittels des sogenannten “Trail Mixer” an der Gabel anzupassen. Je nach Terrain und Reifenwahl lässt sich die Position der Vorderradachse verändern. Nachlauf (engl.: Trail) und Radstand, die zusammen mit Lenkwinkel und Gabelvorbiegung das Lenkverhalten beeinflussen, variieren je nach Stellung des Ausfallendes um fünf Millimeter. Ein weiterer Nebeneffekt: Das Áspero kann mit 650B-Laufrädern und breiteren Reifen nachgerüstet werden, Walzen um 50 Millimeter sollten möglich sein. Auch andere Hersteller setzen bei ihren Gravelbikes auf ähnliche Konzepte: Am Giant Revolt lässt sich der Radstand am Hinterbau um 10 Millimeter verstellen, am Rondo Ratt verändert sich der Nachlauf um 16 Millimeter.

Zu den Komplettrad- oder Rahmengewichten machte Cervélo wie zuletzt beim elektrifizierten Allroad-Bike Rouvida keine Angaben. Die Ausstattungen vorwiegend mit robusten Komponenten aus Alu deuten allerdings darauf hin, dass sich das Áspero weiter klar vom Áspero-5 unterscheidet, dass in der High-End-Variante mit leichten 8,0 Kilogramm an der TOUR-Waage hing. Zum Vergleich: Das Ur-Modell mit SRAM Apex 1 und einfachen Laufrädern von Alex Rims wog exakt 1,5 Kilogramm mehr.

Cervélo Áspero: Ausstattungen und Preise

Sechs Ausstattungsvarianten in sechs Rahmengrößen umfasst das neue Portfolio. Einzig das Top-Modell profitiert bei Laufrädern, Sattelstütze im 27,2-Standardmaß und Lenker von Anbauteilen aus Carbon. Alle Versionen sind mit Zwölffach-Antrieben von Shimano oder SRAM aufgebaut. Zur Auswahl stehen mechanische und elektronische Gruppen. Im kleinsten Gang lässt sich über die gesamte Flotte hinweg eine Untersetzung realisieren, womit auch steile Waldwege bezwungen werden können. Der UDH-Standard am Schaltauge soll das Schaltwerk bei Stürzen schützen und die Einstellung erleichtern. Die 40 Millimeter breiten Vulpine von WTB sind tubeless-fähig. Zum Lieferumfang zählt außerdem eine kleine Tasche fürs Oberrohr, am Unterrohr lässt sich ein dritte Trinkflasche oder Tool-Box montieren. Die Preise liegen zwischen 5799 und 3599 Euro, ein Rahmen-Set ist für 2799 Euro erhältlich.

Áspero Rival XPLR AXS 1

tour/0j0asbxv1c-profile_312dd1874a24fd864494cdd9c2edc81cFoto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: SRAM Rival XPLR AXS (1x12; 40, 10-44 Z.)
  • Laufräder: Reserve 40/44 (Carbon)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Cervélo AB09 (Carbon)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo SP19 (Carbon)
  • Preis: 5799 Euro

Áspero GRX RX820

tour/0j0asbg82a-profile_4fa996950826b11bd3154ca5251bdc50Foto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: Shimano GRX 820 (2x12; 48/31, 11-36 Z.)
  • Laufräder: Fulcrum Rapid Red 300 (Alu)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Cervélo AB09 (Carbon)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo SP19 (Carbon)
  • Preis: 4899 Euro

Áspero Apex XPLR AXS 1

tour/0j0asbxa1a-profile_f117a332b1525e9921e07061b7443d8eFoto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: SRAM Apex XPLR AXS (1x12; 40, 11-44 Z.)
  • Laufräder: Fulcrum Rapid Red 300 (Alu)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Cervélo AB09 (Carbon)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo SP19 (Carbon)
  • Preis: 4899 Euro

Áspero GRX RX610

tour/0j0asbg63a-profile_8659b8e32bf369214e01459ec09a5e4bFoto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: Shimano GRX 820/610 (2x12; 46/30, 11-36 Z.)
  • Laufräder: Alex Rims Boondocks 7D (Alu)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Zipp Service Course 70 (Alu)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo Alloy (Alu)
  • Preis: 3699 Euro

Áspero GRX RX610 1

tour/0j0asb611a-profile_e8cd56d72c571c9ed45723a37f6341f9Foto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: Shimano GRX 610 (1x12; 40, 10-45 Z.)
  • Laufräder: Alex Rims Boondocks 7D (Alu)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Zipp Service Course 70 (Alu)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo Alloy (Alu)
  • Preis: 3699 Euro

Áspero Apex XPLR 1

tour/0j0asba12a-profile_287169b1a3e39278ff922cd0632ffbceFoto: Cervélo
  • Antrieb/Schaltung: SRAM Apex XPLR (1x12; 40, 11-44 Z.)
  • Laufräder: Alex Rims Boondocks 7D (Alu)
  • Reifen: WTB Vulpine (40 mm)
  • Lenker: Zipp Service Course 70 (Alu)
  • Vorbau: Cervélo ST36 (Alu)
  • Sattelstütze: Cervélo Alloy (Alu)
  • Preis: 3599 Euro

Julian Schultz ist studierter Sportwissenschaftler und gelernter Sportjournalist und zeichnet für Tests von Kompletträdern verantwortlich. Vom Wettkampfboliden bis zum Gravelbike testet er die neuesten Modelle und hält die Augen nach aktuellen Trends offen. So auch bei der Tour de France, wo sich der Test-Redakteur seit 2022 auf die Suche nach technischen Details und Geschichten aus dem Fahrerlager macht.

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