Sebastian Lindner
· 31.08.2026
Im Süden Kastiliens setzt die Vuelta nach dem ersten Ruhetag ihre Reise fort. Südlich von Albacete ist das Dorf Alcaraz als Ausgangspunkt der 10. Etappe erstmals Teil der Vuelta. Nach der schwierigen Bergprüfung vor der Pause geht es nun zunächst relativ gemächlich weiter. Es sind zwar auch wieder knapp 3000 Höhenmeter, die auf dem Weg nach Elche de la Sierra, das ebenfalls Vuelta-Premiere feiert, warten, doch die verteilen sich dieses Mal gut über den knapp 185 Kilometer.
Los geht es gleich mit ein paar Höhenmetern. Von gut 800 geht es rauf auf knapp 1300 Metern über dem Meer zum höchsten Punkt des Tages. Das Ganze passiert innerhalb der ersten knapp 30 Kilometer, allerdings ohne Bergwertung. Davon warten drei auf dem Weg, der zunächst nach Süden, dann nach Osten, wieder gen Norden, weiter nach Osten, zurück nach Südwesten und nochmal nach Norden führt. Mit anderen Worten: Viele Kurven und Richtungswechsel prägen den Tag, sodass unter Umständen auch der Wind eine Rolle spielen könnte.
Nach knapp 48 und nach 86 Kilometern warten die beiden ersten Bergwertungen des Tages (jeweils 3. Kategorie), die aber kaum ins Gewicht fallen, weil sie alle unter fünf Prozent steil sind. Das gilt letztlich auch für die dritte, die 20 Kilometer vor dem Ziel wartet. Das sind knapp zehn Kilometer bergauf, aber nur mit 3,5 Prozent, die im Sog des Feldes problemlos zu bewältigen sind. Bis acht Kilometer vor das Ziel folgt dann eine Abfahrt, an die sich ein Kicker mit gut 1000 Metern bei bis zu acht Prozent anschließt. Nach einer kurzen abschüssigen Passage sind die letzten fünf Kilometer dann nochmal leicht ansteigend.
Ein Tag wie gemacht für Visma | Lease a Bike. Wout van Aert geht in die Gruppe, denn die hat relativ gute Chancen, durchzukommen. Das Profil ist anspruchsvoll, schwierig genug, um es für die Sprinterteams hart zu machen, aber nicht so schwierig, dass Ankommen für eine Gruppe außer Frage steht. Kommen die Ausreißer durch, hat van Aert gute Chancen auf den Etappensieg. Werden sie zurückgeholt, schlägt Matthew Brennan zu. Der kommt mit den Höhenmetern prima zurecht, seine Endschnelligkeit hat er ebenfalls bewiesen.
Die Frage stellt sich eher, welches Team sich denn Hoffnungen in einem Sprint machen dürfte. Mads Pedersen (Lidl - Trek) hat sich zwar auf der 8. Etappe zurückgemeldet, nachdem es an den ersten Tagen überhaupt nicht für den Dänen lief, könnte aber auch selbst in die Gruppe gehen. Und dann wäre da noch Überraschungssieger Bryan Coquard (Cofidis), doch ob dessen Team stark genug wäre, eine Gruppe in Schach zu halten, ist erst noch zu beweisen. Auch Jordi Meeus hegt sicher wieder Ambitionen, muss sich aber auf die anderen Teams verlassen, denn Red Bull - BORA - hansgrohe braucht alle Kräfte für den Kampf um das Rote Trikot mit Primoz Roglic.
Da sich also kaum jemand finden dürfte, der eine Ausreißergruppe unbedingt einfangen will, spricht vieles dafür, dass in Elche maximal aus einer kleinen Gruppe gesprintet wird.
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