Sebastian Lindner
· 27.08.2026
In der saßen 46 Sekunden hinter dem Sieger auch Richard Carapaz (EF Education - EasyPost), Harold Tejada (XDS Astana Team) sowie die beiden großen Podiumsanwärter Felix Gall (Decathlon CMA CGM) sowie Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe). Die nächste Gruppe um Oscar Onley (Netcompany INEOS), Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) und Mathias Skjelmose (Lidl - Trek) hatte bereits mehr als anderthalb Minuten Rückstand.
Das hat auch in der Gesamtwertung für einige Veränderungen gesorgt. Während Pogacar nach seinem 38 Grand-Tour-Etappensieg weiter in Rot unterwegs sein wird, ist Mas auf Rang zwei geklettert. Der Spanier hat 3:34 Minuten Rückstand auf Pogacar, für Roglic auf Rang drei sind es jetzt schon 4:21 Minuten. Ansonsten liegen nur noch Carapaz und Gall innerhalb der Fünf-Minuten-Marke. Jarno Widar (Lotto Intermarché), der vor zwei Tagen Zweiter hinter Pogacar wurde und damit in Belgien große Hoffnungen weckte, kassierte einen satten Rückstand und ist aus den Top 10 herausgefallen.
Im Kampf um das Weiße Trikot hat Onley aber in Debruyne einen neuen Rivalen bekommen. Der 23-Jährige, ebenfalls Belgier, liegt nur noch drei Sekunden hinter Onley, agierte auf den 177 Kilometern zwischen Alcossebre und Castelló aber aus einer sich spät formierenden Spitzengruppe heraus und ging so mit etwas Vorsprung in den entscheiden Part des Tages.
“Eigentlich war es unser Plan, die Gruppe gehen zu lassen”, sagte Pogacar im Ziel. “Aber es hatte fast zwei Stunden gedauert, bis die sich gebildet hatte. Wir hatten also nur wenig Aufwand in der Nachführarbeit und konnten so doch versuchen, auch auf die Etappe zu gehen”, schilderte er den kurzfristigen Ideen-Switch.
Eine weitere Überraschung erlebte Pogacar dann am finalen Berg auf dem knapp drei Kilometer langen Gravelabschnitt. Dort hatte er sich bereits einen deutlichen Vorsprung auf die Konkurrenz herausgefahren, musste dann aber doch mit ansehen, wie Mas noch vor der Bergwertung an ihm vorbeiflog und als Erster in die Abfahrt ging. “Er kam wie eine Rakete von hinten. Ich hatte das überhaupt nicht erwartet, weil es im Radio hieß, dass die nächste Gruppe mehr als 30 Sekunden Rückstand hat. Das war ich dann ein bisschen geschockt.” Offenbar so sehr, dass er sich in der kaum drei Meter breiten und sehr kurvigen Abfahrt einmal satt versteuerte und die Böschung musste, aber mit dem Schrecken davonkam.
Den flachen Part bis ins Ziel absolvierten Pogacar und Mas dann gemeinsam. “Ich war froh, dass ich Enric bei mir hatte, denn wir hatten Gegenwind und ich kein Wasser mehr. Ich wusste, dass ich ihn im Sprint schlagen kann. Chapeau, dass er trotzdem bis zum Ende mitgefahren ist.” Der Sprung auf Rang zwei in der Gesamtwertung dürfte es für Mas aber wert gewesen sein. Die Eins ist ansonsten überall Pogacar, der weiterhin auch in der Punkte- und Bergwertung führt.
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Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Trotz zahlreicher Versuche und durchaus ausreißerfreundlichem Gelände dauerte es 60 Kilometer, bis sich eine Gruppe aus dem Feld lösen konnte. Das Tempo der ersten Kilometer war extrem hoch, obwohl dabei schon einige Kletter-Kilometer zurückgelegt werden mussten. Kurz vor der zweiten Bergwertung fand sich dann aber ein Quartett, das freie Fahrt bekam. Mit dabei: Gijs Leemreize (Team Picnic PostNL), George Bennett (NSN Cycling Team), Andreas Kron (Uno-X Mobility) und Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) hießen die Angreifer, wobei es Letzterer war, der bis dato alle Bergwertungen für sich entschied.
In der Abfahrt nach der zweiten Bergwertung schloss eine zwölfköpfige Verfolgergruppe zur Spitze auf. Mit dabei waren unter anderem Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike), Hannes Wilksch (Tudor Pro Cycling Team) oder auch der Österreicher Patrick Konrad (Lidl - Trek). Das neue Konstrukt konnte seinen Vorsprung auf das Hauptfeld nur langsam ausbauen, hatte auch 85 Kilometer vor dem Ziel erst 1:20 Minuten herausfahren können. Erst 15 Kilometer später tendierte die Uhr Richtung zwei Minuten.
Im Anstieg zum Alto del Desierto de las Palmes (2. Kategorie) fielen die ersten Profis aus der Gruppe zurück, unter anderem van Aert und Bennett. Dahinter nahm UAE langsam mehr und mehr Fahrt auf, drückte die Differenz 28 Kilometer vor dem Ziel dann wieder auf unter 90 Sekunden. Derweil verschärfte vorne Kron das Tempo und dünnte die Gruppe aus.
Kurze Zeit später hatte Pogacars Team das Hauptfeld so weit ausgedünnt, dass der Kapitän das Ruder selbst übernahm. Die Ausreißer waren da nur noch 30 Sekunden voraus. Doch Pogacar sammelte einen nach dem anderen ein, als es dann schließlich auf den Gravelabschnitt am Puerto El Bartolo (1. Kategorie) ging. Am längsten hielt sich Debruyne vor dem Mann im Roten Trikot.
Hinter Pogacar folgte Mas, dann formierten sich Roglic, Gall, Carapaz und Onley, wobei die letzten nicht bis ganz nach oben mithalten konnten. Ganz vorne gab es dann seltene Bilder: Mas schaffte es kurz vor dem Gipfel zurück ans Hinterrad von Pogacar und fuhr vor der Bergwertung sogar noch am Slowenen vorbei. Der versteuerte sich dann auf der Abfahrt und musste in einem kurzen Schreckmoment runter vom schmalen Asphaltband, kam aber nicht zu Fall und hatte Glück, dass auch sein Rad keinen Schaden nahm.
Eine knappe halbe Minute dahinter gingen Roglic, Gall und Debruyne in die Abfahrt. Als es neun Kilometer vor dem Ziel wieder flach wurde, hatte das Spitzenduo nur noch 15 Sekunden Vorsprung auf das Verfolgertrio, Carapaz war 30 Sekunden zurück. In der Ebene, auf der Gegenwind stand, ging die Lücke aber wieder auf, auch mit Carapaz und Harold Tejada (XDS Astana Team), die aufschließen konnten, ging nichts mehr nach vorne.
Im Sprint um den Tagessieg war Pogacar erwartungsgemäß stärker als Mas, den Sprint der Verfolger gewann Debruyne.
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