Vuelta a España 2026 - 19. EtappeDunbar beschert Pinarello den ersten Grad-Tour-Etappensieg

Sebastian Lindner

 · 11.09.2026

Vuelta a España 2026 - 19. Etappe: Dunbar beschert Pinarello den ersten Grad-Tour-EtappensiegFoto: Getty Images / Alexander Hassenstein
Eddie Dunbar hat die Bergankunft auf der 19. Etappe der Vuelta 2026 gewonnen.
Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) hat die 19. Etappe der Vuelta gewonnen. Der Ire gewann die Bergankunft am Alto de Peñas Blancas vor Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious) im Bergtrikot und seinem Teamkollegen Thomas Gloag. Enric Mas (Movistar Team) kam gemeinsam mit Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) und Felix Gall (Decathlon CMA CGM) und verteidigte die Gesamtführung damit einmal mehr souverän.

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Tagessieger Dunbar hat in seiner bisherigen Karriere als Profi sechs Rennen gewonnen. Dazu zählen nun drei Etappe bei der Vuelta, nachdem er 2024 bereits zwei Teilstücke für sich entscheien konnte. Dass er die jetzige, knapp 211 KIlometer lange Etappe für sich entscheiden konnte, fällt dabei schon fast in die Kategorie Glück im Unglück. Denn eigentlich sollte der 30 Jahre Ire den Giro d’Italia fahren. Daraus wurde jedoch nichts, nachdem er im März in seiner Wahlheimat Monaco - dem Ausgangspunkt dieser Vuelta - außerhalb eines Wettkampfs von einem Motorroller umgefahren wurde. Ein zersplitterter Knöchel, der eine OP und eine dreimonatige Rennpause nach sich zog, waren die Folge.

Mit neuem Saisonfokus gelang nun etwas ganz Besonderes, vor allem aus Sicht seines Teams. Denn Dunbar feierte für Pinarello Q36.5 den ersten Grand-Tour-Etappensieg der Teamgeschichte. “Ich dachte nach meinem Unfall nicht, dass ich hier dabei sein würde und um Etappensiege mitkämpfen könnte. Ich kann es kaum glauben”, sagte er nach dem Rennen, das er 14 Sekunden vor Buitrago gewinnen konnte.

Pinarello-Übermacht in der Ausreißergruppe

Der Kolumbianer hatte zwei Kilometer vor dem Ende aus dem vierköpfigen Rest einer Ausreißergruppe heraus attackiert, in der Pinarello gleich doppelt vertreten war. 500 Meter vor dem Ziel holte Dunbar den Angreifer wieder ein und ließ ihn schließlich stehen. Gloag wurde mit 23 Sekunden Rückstand Dritter. Im Spanischen Meister Marcel Camprubí schaffte es ein dritter Pinarello-Mann, der ebenfalls zu den Ausreißern des Tages gezählt hatte, noch auf Rang fünf. “Ich hatte zwei Teamkollegen dabei und das hilft immer. Ich habe mich dadurch in der Gruppe einfach besser gefühlt”, so Dunbar, der anfangs gar nicht recht auf Temperatur kommen wollte. “Ich habe sogar im Teamfunk nach 50 oder 60 Kilometern noch gesagt, dass heute nicht mein Tag ist und ich mich nicht gut fühle. Dann kam ich in die Gruppe und meine Beine zeigten sich doch etwas.”

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Mit gut fünf Minuten Rückstand kamen dann die Klassementfavoriten ins Ziel. Mas, Roglic, Gall, Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) und Oscar Onley (Netcompany INEOS) im Weißen Trikot fuhren zwar nicht ohne sich gegenseitig zu attackieren ins Ziel, Zeitabstände konnten sich dabei aber nicht generieren. So bleibt es bei 1:37 Minuten Vorsprung für Mas auf Roglic und 3:01 Minuten auf Gall, womit die Entscheidung um das Podium auf den vorletzten Tag der Rundfahrt vertagt wird.

Vuelta a España 2026 - Ergebnisse der 19. Etappe

So lief die 19. Etappe der Spanienrundfahrt 2026

Das Profil der 19. Etappe der VueltaFoto: UnipublicDas Profil der 19. Etappe der Vuelta

Bis die Ausreißergruppe des Tages stand vergingen einige Kilometer. Zu den ersten Profis, die es versucht hatten, am Ende aber nicht wegkamen, zählte unter anderem der deutsche Tudor-Profi Hannes Wilksch. Erfolgreicher war dann eine Gruppe um seinen Landsmann Jasha Sütterlin (Team Jayco AlUla), der nach gut 30 Kilometern mit Andreas Leknessund (Uno-X Mobility) und Steven Kruijswijk (Team Visma | Lease a Bike).

Im immer noch flachen Terrain schlossen auf den nächsten Kilometern vier weitere Fahrer auf, doch der Abstand zum Feld blieb gering. Bis zur ersten Bergwertung nach 91 Kilometern formierte sich dann eine neue Grupe, die zunächst aus 20 Fahrern bestand. Sütterlin war nicht mehr dabei, hingegen aber Dunbar, Leo Bisiaux (Decathlon CMA CGM), Leknessund und sein Teamkollege Tobias Johannessen, Jarno Widar (Lotto Intermarché), Ramses Debruyne (Alpecin - Premier Tech) oder vier Groupmama-Profis um Valentin Madouas.

Doch auch diese Gruppe wurde bald wieder gestellt. Lediglich Dunbar wollte sich damit nicht zufriedengeben und kämpfte weiter. Noch im nächsten Anstieg griffen dann Carapaz und Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team) an. Um sie formierte sich eine Gruppe, die das Feld aber aufgrund von Carapaz als Viertem der Gesamtwertung nicht ziehen lassen konnte. Während Dunbar die zweite Bergwertung am Puerto del Viento (2. Kategorie) als Solist entschied, bildete sich dahinter eine weitere Verfolgergruppe um Buitrago und Gloag, zu der insgesamt 15 Fahrer zählten, die dann alsbald zu Dunbar aufschlossen.

Späte Attacke von Buitrago wird von Dunbar gekontert

Hinten gab das Peloton die Verfolgung auf, sodass sie die Ausreißer bis zum Schlussanstieg auf mehr als sieben Minuten absetzen konnten. Gleich zu Beginn des knapp 19 Kilometer langen Finales zum Alto de Peñas Blancas attackierte der Franzose Rudy Molard (Groupama - FDJ United), der nach gut vier Kilometern aber wieder gestellt war.

Kurz darauf konnten sich dann Gloag, Dunbar und Buitrago vom Rest ihrer Begleiter absetzen. Auch Urko Berrade (Equipo Kern Pharma) schaffte noch den Sprung nach vorn. Die Vier stellten sich dann als die stärksten aus der Gruppe heraus, sie hielten ihrer Verfolger lange auf Distanz. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel startete Buitrago dann eine erste Attacke aus dem Quartett. Dunbar schaffte 400 Meter vor dem Ziel die Rückkehr zum Angreifer und ließ den dann auch schnell stehen, um als Solist zum Sieg zu fahren.

Weiter hinten bei den Klassementfahrern zeigte sich das gewohnte Bild. Ein Ausscheidungsfahrern sorgte dafür, dass letztlich nur noch Mas, Roglic, Gall, Carapaz und Onley beieinander fuhren. Mas hatte jedoch alles unter Kontrolle, ließ sich von seinen Konkurrenten nicht überraschen und konterte die wenigen Vorstöße, ohne aber selbst aktiv zu werden, sodass sich die Gruppe gut fünf Minuten hinter dem Sieger ohne gegenseitige Zeitverluste ins Ziel brachte.

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