In Vélez-Málaga beginnt zum zweiten Mal nach 2018 eine Etappe der Vuelta. In diesem Jahr läutet die Stadt dazu da schwere Finalwochenende der Rundfahrt ein. Auf der 19. Etappe stehen 211 Kilometer mit gut 4000 Höhenmetern auf dem Programm.
Die ersten 30 davon führen in westlicher Richtung direkt am Meer entlang und kommen fast komplett ohne Höhengewinn aus. Auch auf den nächsten 50 hebt sich das Terrain nur langsam. Dann aber warten die ersten echten Berge der dritten Vuelta-Woche. Der Puerto de Las Abejas (2. Kategorie) über 14,5 Kilometer bei 4,3 Prozent ins Hinterland und direkt weiter zum Puero del Viento (2. Kategorie), de rauf 13 Kilometern noch eine Spur sanfter ansteigt. Über einen weiteren, unkategorisierten Anstieg nach der Stadt Ronda führt die Strecke dann nach San Pedro de Alcántara und damit wieder direkt ans Mittelmeer.
170 Kilometer sind nach dieser langen Abfahrt zurückgelegt. Für ungefähr weitere 20 bleibt der Kurs nun wieder direkt an der Küste. Vorbei an Estepona geht es dann wieder in die Berge und von fast 0 auf 1268 Meter über dem Meer. Der Schlussanstieg zum Alto de Peñas Blancas (1. Kategorie) ist knapp 19 Kilometer lang bei 6,5 Prozent Steigung im Mittel.
Der Anstieg, der relativ gleichbleibend verläuft, ist zum dritten Mal Teil der Vuelta. Bei seiner Premiere siegte Leopold König 2013 für das Team NetApp - Endura und feierte damit den ersten Grand-Tour-Erfolg für das heutige Team Red Bull - BORA - hansgrohe. 2022 folgte ihm dann Richard Carapaz, der in seinem besten Vuelta-Jahr gleich drei Bergetappen gewann.
Nachdem das Zeitfahren vielleicht weniger Änderungen - oder zumindest geringere Zeitabstände - als gedacht lieferte, dürfte sich die vorletzte Bergetappe dieser Rundfahrt ähnlich entwickeln wie die vorangegangenen Bergankünfte. Das heißt: Eine Ausreißergruppe mit starken Kletterern wird den Sieg unter sich ausmachen, weil Enric Mas (Movistar Team) keinerlei Veranlassung sehen wird, seine Mannschaft zu früh zu viel arbeiten zu lassen.
Der Spanier kann abwarten, was die Konkurrenz macht. Aber auch Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) wird nur reagieren, da sein Rückstand auf Rot nach dem Zeitfahren noch größer ist, als sich der 36-Jährige das erhofft haben dürfte.
Aktivposten wird also einmal mehr Decathlon CMA CGM für Felix Gall sein. Der Österreicher wird darum kämpfen, Rang zwei in der Gesamtwertung von Roglic zurückzuerobern. Rund anderthalb Minuten hat Gall Rückstand. Und der Schlussanstieg bietet sich an, den ersten Teil davon zurückzuholen.
Gut möglich ansonsten, dass sich EF Education - EasyPost auch in die Tempoarbeit mit einspannt, um eine Gruppe nicht zu weit wegzulassen. Carapaz will noch seinen Etappensieg. Der Ecuadorianer will noch seinen Etappensieg, gerade hier am Peñas Blancas, wo er schon mal gewonnen hat. Carapaz wäre auch tollkühn genug, dass über die Ausreißergruppe zu regeln. Allerdings ist der 33-Jährige auch immer noch Vierter in der Gesamtwertung. Unter normalen Umständen wird er die zwei Minuten auf Gall nicht mehr aufholen. Ziehen lassen würde ihn Decathlon aber auch nicht. Also wird es für Carapaz wahrscheinlich ein früher Angriff am Schlussanstieg. Mas ist stark, würde Rot aber wahrscheinlich nicht gefährden, um irgendjemandem hinterherzufahren, der nicht Roglic oder Gall heißt.
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