Sebastian Lindner
· 01.09.2026
Auf den letzten ansteigenden Kilometern der insgesamt 185 von Alcaraz nach Elche de la Sierra hatte kein Team die Kontrolle, weshalb es immer wieder zu Ausreißversuchen kam. Selbst unter dem Teufelslappen konnten sich in Yevgeni Fedorov (XDS Astana Team) und dem schon in mehreren Finals auffälligen Xabier Mikel Azparren (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) noch zwei Fahrer lösen, die erst weniger als 100 Meter vor dem Ziel wieder gestellt wurden. Aus der Unordnung dahinter flog allen voran Tronchon mit großem Geschwindigkeitsüberschuss an den beiden vorbei.
“Ich war mir gar nicht sicher, ob nicht noch jemand vor mir war, deshalb habe ich gar nicht richtig gejubelt”, erklärte der 24-Jährige, der den dritten Profisieg seiner Karriere feierte. Es war der erste auf WorldTour-Niveau. “Es total verrückt. Die letzte Etappe war so schwer, aber heute ging es mir gut. Das ist ein bisschen erstaunlich, weil die Vorbereitung auf die Vuelta überhaupt nicht gut lief, es war alles sehr komisch. Aber heute lief es wirklich super.”
Das kann das Team Visma | Lease a Bike überhaupt nicht behaupten. Mit Matthew Brennan und Wout van Aert hatte die Mannschaft eigentlich gleich zwei Favoriten in den eigenen Reihen. Brennan allerdings stopfte schon an der letzten Bergwertung an der Spitze des Feldes Lücken, womit früh klar war, dass van Aert die Karte sein würde, die Visma spielt. Dem fehlte im Finale aber die Power, um ganz nach vorn zu fahren. Er wurde Vierter, womit der niederländischen Mannschaft attestiert werden muss, dass sie sich verpokert hat.
Immerhin sammelte van Aert so noch ein paar Zähler für sein grünes Trikot, wenn auch nicht die erhoffe Menge. Dennoch hat er ein beruhigendes Polster auf den Zweiten der Puntkewertung, Alessandro Romele (XDS Astana Team). Mit 143 Punkten weist er doppelt so viele auf wie sein ärgster Rivale, der auch noch knapp vor Brennan liegt.
In der Gesamtwertung tat sich ebenfalls nichts. Enric Mas (Movistar Team) führt weiter mit 1:18 Minuten vor Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe), Dritter ist Felix Gall (Decathlon CMA CGM). Auch das Bergtrikot bleibt bei Santiago Buitrago (Bahrain - Victorious).
| RG | Fahrer | Zeit |
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Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Ein erwartet harter Kampf um die Ausreißergruppe entwickelte sich auf den ersten 25 Kilometern im ersten unkategorisierten Anstieg des Tages. Erst in dessen steilstem Abschnitt konnte sich dann auch eine Gruppe lösen, nachdem zuvor mehrere Versuche gescheitert waren. Ein Sextett mit Jasha Sütterlin (Jayco AlUla Team), Michael Gogl (Alpecin - Premier Tech), Fabian Weiss (Tudor Pro Cycling Team), Enzo Paleni (Groupama - FDJ United), Ivan Cobo (Equipo Kern Pharma) und Sinuhé Fernández (Burgos Burpellet BH) erhielt kurze Zeit später noch Verstärkung durch Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility).
Knapp drei Minuten Vorsprung waren für die Ausreißer drin, dann begann Visma | Lease a Bike mit der Nachführarbeit. 35 Kilometer vor dem Ziel waren noch 1:20 Minuten davon übrig. An einer Welle vor der dritten Bergwertung gab es dann bereits Tempoverschärfungen aus dem Feld und es war Matthew Brennan, der dort an der Spitze die Lücken schloss.
Sütterlin und Fernández mussten in der Spitzengruppe reißen lassen, im Feld war es Mads Pedersen (Lidl - Trek), der die Segel streichen musste. Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) und Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) holten ein paar Meter heraus, die aber auch nicht ausreichten, um irgendetwas zu erreichen. Zum Ende des knapp zehn Kilometer langen Anstiegs zeigten sich vorne sogar die Klassementfahrer um Mas im Roten Trikot, der aber nur auf Nummer sicher ging und nicht selbst die Initiative ergriff.
Über die Kuppe und in die Abfahrt gingen die verbleibenden Ausreißer mit 20 Sekunden Vorsprung. Während für Gogl sieben Kilometer vor dem Ende Schluss war, konnte sich Dversnes noch ein wenig länger halten. Von hinten bekam er nochmal Verstärkung durch Iñigo Elosegui (Equipo Kern Pharma), auch Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) und Milan Vader (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) schlossen nochmal auf. Vier Kilometer vor dem Ziel war dann aber Schluss.
Walter Calzoni (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) war es danach, der nochmal als Ausreißer gewinnen wollte, was aber auch nicht klappte. Danach spannte sich bis zum Teufelslappen wieder Brennan vors Feld, um Kontrolle auszuüben. Dort schlichen sich dann Fedorov und Azparren weg - und das sorgte für Chaos. Hinter war keiner mehr da, der die Nachführarbeit machen wollte. Fedorov zog Azparren bis auf die Zielgerade, doch der Spanier traute sich nicht, den Sprint zu eröffnen.
So schmolz der Vorsprung auf das heranjagende Feld zusehends. Und dann war plötzlich Tronchon da, der aus heiterem Himmel heranflog und auf Cort udn Nys sowie van Aert noch ein paar Meter herausholte.
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