Jarno WidarWer ist das belgische Talent?

Leon Weidner

 · 26.08.2026

Jarno Widar: Wer ist das belgische Talent?Foto: Picture Alliance/William Cannarella
Jarno Widar ist eines der großen Radsporttalente, das es bei den Profis geschafft hat sich durchzusetzen
Nach Platz zwei hinter Tadej Pogačar auf der Vuelta-Etappe ist Jarno Widar in aller Munde. Doch wer ist das 20-jährige belgische Klettertalent, das als einer der größten Hoffnungsträger seines Landes gilt?​

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Nach seinem beeindruckenden zweiten Platz auf der 4. Etappe der Vuelta a España hinter Tadej Pogacar steht Jarno Widar plötzlich im Rampenlicht der internationalen Radsportszene. Für viele Fans ist der Belgier noch ein unbekannter Name. Wer sich jedoch in den vergangenen Jahren mit dem Nachwuchsbereich beschäftigt hat, weiß: Widar gilt schon länger als eines der größten Talente seines Landes.

Vom Junioren-Star zum Hoffnungsträger

Geboren wurde Jarno Widar am 13. November 2005 im belgischen Hasselt. Bereits als Junior machte er mit zahlreichen Erfolgen auf sich aufmerksam. Allein in seiner letzten Nachwuchssaison 2023 gewann er 14 Rennen, darunter die Junioren-Ausgaben der Flandern-Rundfahrt und Kuurne-Brüssel-Kuurne. Zudem sicherte er sich den belgischen Meistertitel auf der Straße und überzeugte mit seinem offensiven Fahrstil.

Der Wechsel in die U23-Kategorie verlief anschließend nahtlos. 2024 schloss sich Widar dem Development Team von Lotto an und bestätigte seinen Ruf als Ausnahmefahrer bereits in seiner ersten Saison gegen die besten Nachwuchsfahrer der Welt.

Der erste Belgier im Rosa Trikot

Seinen endgültigen Durchbruch feierte Jarno Widar in dieser Saison beim Giro Next Gen 2024, dem wichtigsten Nachwuchs-Etappenrennen der Welt. Dort gewann er zwei schwere Bergetappen und sicherte sich als erster Belgier überhaupt die Gesamtwertung. Gleichzeitig wurde er zum jüngsten Sieger in der Geschichte des Rennens.

Auch bei weiteren prestigeträchtigen U23-Rundfahrten zeigte der Kletterspezialist sein außergewöhnliches Talent. So gewann er unter anderem die Alpes Isère Tour und den Giro della Valle d'Aosta, zwei Rennen, die in der Vergangenheit bereits zahlreichen späteren Grand-Tour-Stars als Sprungbrett dienten.

Ein Kletterer mit großem Potenzial

Jarno Widar bringt ideale Voraussetzungen für das Hochgebirge mit. Mit einer Körpergröße von 1,66 Metern und einem Gewicht von rund 52 bis 54 Kilogramm verfügt er über den Körperbau eines klassischen Bergfahrers. Seine größten Stärken liegen in langen Anstiegen, bei denen er mit explosiven Attacken entscheidende Unterschiede herausfahren kann.

Vergleiche mit Landsmann Remco Evenepoel begleiten ihn bereits seit seinen Juniorenjahren. Widar selbst hält davon jedoch wenig und betont immer wieder, seinen eigenen Weg gehen zu wollen.

Der nächste Schritt bei den Profis

Nach einem weiteren starken Jahr im Nachwuchsbereich erhielt Jarno Widar 2026 einen Platz im Profiteam seines Teams Lotto-Intermarché. Die Mannschaft sieht in ihm einen Fahrer, der langfristig bei den großen Rundfahrten um Spitzenplatzierungen kämpfen könnte. Entsprechend behutsam wurde sein Aufbau geplant.

Nach der Algarve-Rundfahrt, der Tour de Suisse und der Burgos-Rundfahrt ist die laufende Vuelta a España nun seine erste Grand Tour bei den Profis – und das in seinem ersten Jahr als Vollprofi. Dass er dort bereits auf einer schweren Bergetappe nur Tadej Pogačar den Vortritt lassen musste, unterstreicht, warum Experten seit Jahren von ihm schwärmen. Auch wenn der Weg an die absolute Weltspitze noch weit ist, hat Jarno Widar mit gerade einmal 20 Jahren gezeigt, dass er das Potenzial besitzt, in den kommenden Jahren zu den prägenden Rundfahrtspezialisten des Pelotons zu gehören. Mit einer guten Platzierung im Gesamtklassement und weiteren starken Ergebnissen auf den schweren Etappen, könnten auch die anderen Teams auf den jungen Fahrer aufmerksam werden. Bis 2028 hat er jedoch Vertrag bei seinem aktuellen Rennstall und wird in den kommenden Saison die Gelegenheit haben sich dort weiterzuentwickeln.

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Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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