Nibali glaubt nicht an Tour-Sieg von Roglic

Thomas Goldmann

 · 14.10.2023

Nibali glaubt nicht an Tour-Sieg von RoglicFoto: Getty Velo
Vincenzo Nibali (vorne) und Primoz Roglic lieferten sich beim Giro d’Italia 2019 einen packenden Zweikampf
Vincenzo Nibali war in den 2010er Jahren eine der prägenden Figuren im Profi-Radsport. Im Rahmen einer Medienrunde blickte der “Hai von Messina” zurück auf seine Karriere und gab auch seine Meinung zum Wechsel von Primoz Roglic zu Bora-Hansgrohe ab.

Mit Primoz Roglic an der Spitze will Bora-Hansgrohe 2024 bei der Tour de France in der Gesamtwertung angreifen. Der frühere Tour-Sieger Vincenzo Nibali sieht den Slowenen im kommenden Jahr nicht ganz oben auf dem Treppchen in Nizza. “Ich glaube nicht, dass er gewinnen wird. Vielleicht liege ich falsch. Es gibt momentan Fahrer wie Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar, der aber vielleicht die Tour nicht fährt. Ich denke, dass sie etwas besser sind”, meinte Nibali im Rahmen einer Presserunde des italienischen Bekleidungsherstellers Q36.5 für den der Sizilianer als Markenbotschafter tätig ist.

Nibali und Roglic duellierten sich einst beim Giro d’Italia

“Roglic ist bei Jumbo groß geworden und gewachsen. Jetzt muss man sehen, wie es bei Bora passt. Bei einem Teamwechsel kann sich einiges ändern. Er muss sich dort erstmal zurechtfinden”, meinte Nibali, der zugleich sein gutes Verhältnis zum Slowenen betonte. “Roglic kann dem Radsport viel geben. Ich kenne ihn sehr gut. Er ist ein sehr guter Typ. Wir haben uns beim Giro d’Italia sportlich hart duelliert. Wir haben eine gute Beziehung, sind gute Freunde.”

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Die beiden lieferten sich vor allem beim Giro d’Italia 2019 einen erbitterten Zweikampf, an dessen Ende Richard Carapaz profitierte und das Rosa Trikot mit nach Hause nahm. Für Nibali und Roglic blieben Rang zwei und drei.



Fahrer und Teams sind jedes Rennen angegangen, als wäre es das letzte der Saison - Vincenzo Nibali

Nibali selbst beendete 2022 seine Karriere. “Tubeless- und Reifenbreite sowie die Aerodynamik und die im Rahmen verlegten Züge.“ seien die größten technischen Innovationen am Rennrad während seiner Profikarriere gewesen. In den letzten drei Saisons seiner Karriere bemerkte er eine Veränderung im Radsport: “Nach der Covid-Pause hat sich die Mentalität geändert. Die Fahrer und Teams sind jedes Rennen angegangen, als wäre es das letzte der Saison. Denn man wusste nicht, wie viele Rennen überhaupt durchgezogen werden können und wie die Pandemie unseren Sport noch beeinflusst. Das setzte sich dann so fort.”

Die größten Erfolge von Vincenzo Nibali

  • 2x Giro d’Italia Gesamtwertung
  • 1x Tour de France Gesamtwertung
  • 1x Vuelta a Espana Gesamtwertung
  • 2x Lombardei-Rundfahrt (2015, 2017)
  • 1x Mailand-San Remo 2018
  • 2x Tirreno-Adriatico Gesamtwertung (2012, 2013)
  • 7 Etappensiege beim Giro d’Italia
  • 6 Etappensiege bei der Tour de France
  • 1 Etappensieg bei der Vuelta a Espana
  • 2x Gesamtwertung Giro del Trentino (2008, 2013)
  • 1x Gesamtwertung Tour of Oman (2016)
  • 1x Grand Prix Ouest France - Plouay (2006)
  • 11x Podium bei einer Grand Tour

Nibali nennt seine drei größten Rivalen

2014 gewann Vincenzo Nibali die Tour de FranceFoto: Getty Velo2014 gewann Vincenzo Nibali die Tour de France

Nibali ist einer von nur sieben Fahrern, die in der Geschichte des Radsports alle drei großen Landesrundfahrten (Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta a Espana) mindestens einmal gewinnen konnten. In seiner Karriere lieferte sich der “Hai von Messina” oft erbitterte Kämpfe mit seinen Gegnern - drei hebt er hervor. “Alberto Contador und Chris Froome. Bei den Klassikern war es Alejandro Valverde.”

Das ist ein fantastisches Rennen. Ich bin nur einmal dort gefahren, aber ich liebe es. - Vincenzo Nibali

Bei den Klassikern gewann Nibali zwei der fünf Monumente - die Lombardei-Rundfahrt (2015 und 2017) und Mailand-San Remo (2018). Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich wurde er 2012 Zweiter und auch bei der Flandern-Rundfahrt probierte sich Nibali 2018. Am Ende sprang Rang 24 heraus. Der 38-Jährige schwärmt noch heute von der Ronde. “Das ist ein fantastisches Rennen. Ich bin nur einmal dort gefahren, aber ich liebe es.”

Darum startete Nibali nie bei Paris-Roubaix

Auf dem Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs legte Nibali den Grundstein für seinen Tour-de-France-Sieg 2014Foto: Getty VeloAuf dem Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs legte Nibali den Grundstein für seinen Tour-de-France-Sieg 2014

Bei Paris-Roubaix ging der Sizilianer dagegen nie an den Start. Dass er auch auf Kopfsteinpflaster brillieren kann, zeigte sich auf der 5. Etappe der Tour de France 2014, wo Nibali im wahrsten Sinne des Wortes den Grundstein für seinen Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt legte.

Eine Teilnahme bei Paris-Roubaix wäre laut seiner Aussage aber zu riskant gewesen. “Dieses Rennen ist sehr früh in der Saison. Der Fokus meiner Teams lag aber immer auf dem Giro oder der Tour und somit hat es nicht in meinen Rennplan gepasst. Ein Sturz dort hätte den weiteren Saisonverlauf zu sehr beeinflusst.”

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