Bora-Talent Uijtdebroeks mit Kritik“Wäre schön, wenn meine Räder in Ordnung wären”

Thomas Goldmann

 · 17.10.2023

Bora-Talent Uijtdebroeks mit Kritik: “Wäre schön, wenn meine Räder in Ordnung wären”Foto: DPA Picture Alliance
Cian Uijtdebroeks von Bora-Hansgrohe äußert Kritik am Material
Das Zeitfahren Chrono des Nations ist traditionell eines der letzten Rennen der Saison. Cian Uijtdebroeks von Bora-Hansgrohe erwischte am Sonntag rund um Les Herbiers in Westfrankreich einen gebrauchten Tag. Das belgische Top-Talent machte seinem Unmut anschließend Luft.

Beim Sieg des Briten Joshua Tarling (Ineos Grenadiers) verlor Cian Uijtdebroeks als 14. beim Chrono des Nations auf 45,43 Kilometern mehr als vier Minuten. Der 20-jährige Belgier hatte mit Materialproblemen an seinen Specialized-Maschinen zu kämpfen. “Nach zehn Kilometern löste sich mein Schalthebel und ich musste das Rad wechseln”, erklärte Uijtdebroeks bei Het Nieuwsblad.

Bora-Hansgrohe-Talent Uijtdebroeks unzufrieden mit Material

Aber auch mit der Reservemaschine lief es nicht. “Das Ersatzrad war überhaupt nicht in Ordnung. Da kann man so schnell fahren, wie man will, aber das ist nicht cool. Ich bin hierhergekommen, um zu lernen. Dann wäre es schön, wenn meine Räder in Ordnung wären.”

Uijtdebroeks sieht bei Bora-Hansgrohe in puncto Zeitfahren noch viel Luft nach oben. “Das müssen wir wirklich verbessern - vor allem in Sachen Aerodynamik und Konstruktion des Rades gibt es noch viel Spielraum. Die Kraft habe ich. Ich bringe mit meinen 65 Kilogramm im Schnitt fast 400 Watt über eine Stunde aufs Pedal. Das ganze Setup muss feinjustiert werden. Da verlieren wir viel.”

Uijtdebroeks blickt in Richtung Giro d’Italia 2024

Das Top-Talent ließ zudem bereits durchblicken, dass er 2024 den Giro d’Italia in Angriff nehmen will. “Da gibt es zwei Zeitfahren. Wir haben wirklich keine Zeit mehr zu verlieren. In diesem Winter werden wir viel Zeit im Windkanal und auf der Bahn verbringen müssen, um meine Position zu verbessern.” Uijtdebroeks erklärte, seinen CDA (Luftwiderstandswert; Anm. d. Red.) verbessern zu wollen. Konkurrenten wie Juan Ayuso oder Remco Evenepoel hätten dort einen Wert von 1,5. Uijtdebroeks liegt laut eigener Aussage bei 1,9 bis 2,0 (je niedriger der Wert, desto besser; Anm. d. Red.). “Damit verliere ich Minuten”, so der Youngster. Der konkrete Zeitplan für den Winter stehe noch nicht fest, “aber es scheint mir klar zu sein, dass auf die Mannschaft Arbeit wartet. Es wäre dumm, das nicht zu tun”, sagte Uijtdebroeks.



Bleibt Uijtdebroeks bei Bora-Hansgrohe?

Bei Bora-Hansgrohe hat der Belgier, der dieses Jahr Achter bei der Vuelta a Espana wurde, noch einen Vertrag bis Ende 2024. Wie es danach weitergeht, ließ er gegenüber Het Nieuwsblad offen: “Ich hatte bisher ein gutes Programm und konnte viele Fortschritte machen. Das ist auch ein Verdienst der Mannschaft. Anderswo hätte man mir nie so viele Freiheiten gelassen. Aber wir werden die Dinge gut analysieren müssen. Was braucht es, um bei den großen Rundfahrten künftig wirklich konkurrenzfähig zu sein? Dann werden wir sehen, ob Bora das bieten kann oder ob wir uns nach einem anderen Team umsehen müssen, das das zu bieten hat.”

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