Sebastian Lindner
· 01.08.2026
Am 2400 Meter langen Schlussanstieg wurden nur zehn Frauen zeitgleich gewertet, die Elfte, Marlen Reusser (Movistar Team), wurde bereits mit fünf Sekunden Rückstand gewertet. Ab Rang Zwölf mit Paula Blasi (UAE Team ADQ) gab es bereits acht Sekunden, unter anderem auch für Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM) und Anna van der Breggen (Team SD Worx - Protime). Die großen Favoritinnen auf den Gesamtsieg hielten sich allerdings allesamt schadlos. Neben Vollering, die als Dritte noch vier Bonussekunden kassierte, kamen auch Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot (Team Visma | Lease a Bike), Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM) und Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) ohne Zeitverlust ins Ziel.
Als Vollering auf den letzten 800 Metern nochmal das Tempo verschärfte, ließ sich die spätere Siegerin nicht mehr abschütteln und feierte mit viel Willenskraft ihren 132. Profi-Sieg, den sechsten davon bei der Tour, zum zweiten Mal eine Auftaktetappe.
“Ich kann es fast nicht glauben. Das hat heute super hart gearbeitet, sogar Anna hat sich einen Kilometer vor dem Ziel an die Spitze gesetzt”, befand Siegerin Wiebes. “Und dann hat Demi attackiert. Ich dachte mir: ‚Da muss ich dranbleiben.‘ Und dann war es ein langer Sprint, aber ich bin superglücklich darüber. Die Betreuer haben voll und ganz an mich geglaubt, obwohl ich selbst noch einige Zweifel hatte. Das hat mir zusätzliche Energie gegeben.”
Insgesamt standen mit Start und Ziel in Lausanne 138 Kilometer auf dem Plan. An den insgesamt vier Bergwertungen sammelte Océane Mahé (Ma Petite Entreprise) aus der Ausreißergruppe die meisten Punkte und wird damit im Gepunkteten Trikot unterwegs sein. Grün gehört wie Gelb Wiebes, beste Nachwuchsfahrerin ist trotz Zeitverlusts Blasi.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|
Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Eine vierköpfige Spitzengruppe mit Nikola Nosková (Cofidis Women Team), Idoia Eraso (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi), Maud Rijnbeek (VolkerWessels Cycling Team) und Mahé löste sich früh aus dem Feld und fuhr sich einen Vorsprung von fast sechs Minuten heraus. Als Solo-Verfolgerin versuchte sich Alison Jackson (St Michel - Preference Home - Auber93), die aber zwischen den Welten unterwegs war.
Nach der Côte de Vulliens (3. Kategorie) zersplitterte die Gruppe zunächst, auch das Hauptfeld erlebte Auflösungserscheinungen und musste sich danach erstmal sammeln, nahm Tempo raus und sortierte sich. Der Vorsprung, der zur der Zeit auf etwas mehr als anderthalb Minuten geschrumpft war, blieb zunächst konstant.
Vorn behauptete zunächst Noskova die Spitze allein, baute ihren Vorsprung aufs Feld zunächst sogar wieder auf zwei Minuten aus. 17 Kilometer vor dem Ziel schlossen Rijnbeek, Eraso und Amanda Spratt (Lidl - Trek), die spät aus dem Hauptfeld herausgefahren war, zu Noskova auf. Das neue Quartett hatte kurz darauf noch 50 Sekunden Vorsprung.
Als hinten Ernst gemacht wurde, ging es dann aber doch schnell zu Ende. Sechs Kilometer vor dem Ziel war das Quartett gestellt. Mit hohem Tempo ging es dann in den 2400 Meter langen Schlussanstieg. Als sich Mitte der Steigung - auch bedingt durch einen Sturz etwas weiter hinten, bei dem auch Mitfavoritin Elisa Balsamo (Lidl - Trek) aufgehalten wurde - bereits eine kleine Gruppe abgesetzt hatte, wurde das Tempo aber nochmal verschleppt. In dieser Phase kehrte auch Wiebes zurück an die Spitze.
Eine spätere Tempoverschärfung von Vollering, die das Feld dann nochmal in die Länge zog, konnte die spätere Siegerin allerdings nicht mehr abschütteln - auch, weil Vollering nicht komplett bis zur Ziellinie durchzog.
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.