Renewi Tour - 3. EtappeMuur-Experte Berckmoes gewinnt Königsetappe an der Mauer von Geraardsbergen

Sebastian Lindner

 · 22.08.2026

Renewi Tour - 3. Etappe: Muur-Experte Berckmoes gewinnt Königsetappe an der Mauer von GeraardsbergenFoto: Getty Images / Luc Claessen
Jenno Berckmoes gewinnt die 3. Etappe der Renewi Tour 2026 an der Mauer von Geraardsbergen.
Jenno Berckmoes (Lotto Intermarché) hat die 3. Etappe der Renewi Tour gewonnen. Das Teilstück endete am Fuße der Mauer von Geraardsbergen. Dort hatte der Belgier drei Sekunden Vorsprung auf das Sprintertrio Olav Kooij (Decathlon CMA CGM), Jasper Philipsen (Alpecin - Premier Tech) und Arnaud De Lie (Lotto Intermarché), dass sich auf den letzten Metern aus einem kleinen Hauptfeld gelöst hatte.

Der 25-Jährige Berckmoes hingegen, der mit sechs Sekunden Vorsprung auf den bisher Führenden Philipsen nun auch die Gesamtwertung anführt, war schon länger als Ausreißer unterwegs. Dabei profitierte er von einem Sturz im Feld, der sich gut 30 Kilometer zuvor ereignete, als das Feld gerade dazu ansetzte, sich zum zweiten Mal die Muur hinauf zu quälen und damit auf die Schlussrunde der 182 Kilometer langen Etappe mit Start in Celles zu gehen.

Nachdem es weit vorne gekracht hatte, setzte sich der Berckmoes mit seinem Landsmann Alec Segaert (Bahrain - Victorious) ab. Eine Minute erreichte der Vorsprung nie. Dennoch sollte es zumindest für ihn bis ins Ziel reichen. Seinen Begleiter stellte er eingangs der Schlusssteigung ab - ihn holte das Hauptfeld noch ein.

Berckmoes hingegen nicht. Der ist allerdings auch ein Experte für die Mauer, gewann 2024 die Muur Classic Geraardsbergen und feierte so zwei seiner vier Profisiege an dem legendären Anstieg. In diesem Jahr beendete er die Muur Classic als Dritter. Der Sieg an der Muur im Rahmen der Renewi Tour ist dennoch höher einzuschätzen - es ist sein erster auf WorldTour-Niveau. Ob sein schmales Polster auf Philipsen - Dritter ist Kooij mit zwölf Sekunden Rückstand - auch für den Gesamtsieg reicht, ist bei zwei Etappen, die durchaus im Massensprint enden könnten, allerdings keinesfalls sicher.

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Das Profil der 3. Etappe der Renewi Tour 2026Foto: Golazo Sports NVDas Profil der 3. Etappe der Renewi Tour 2026

Die ersten Kilometer des Tages auf vergleichsweise flachem Terrain waren geprägt von Stürzen und Aufgaben. So musste Auftaktsieger Jonathan Milan (Lidl - Trek), den es am Vortag erwischt hatte, bereits nach zehn Kilometern vom Rad steigen, weil er da bereits das Tempo des Pelotons nicht mehr halten konnte.

Aus dem setzten sich kurz darauf Michiel Lambrecht (Team Flanders - Baloise), Frederik Frison (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) und Julius Johansen (UAE Team Emirates - XRG) ab. Weitere Stürze prägten die Rennphase, bevor es auf den Rundkurs um Geraardsbergen ging, der mit Bosberg und Muur stark an die alte Flandern-Rundfahrt erinnerte. Insgesamt mussten 16 Fahrer das Teilstück vorzeitig beenden, unter ihnen Sam Welsford (Netcompany INEOS), Tiesj Benoot (Decathlon CMA CGM), später auch Vlad Van Mecheln (Bahrain - Victorious) und Magnus Sheffield (Netcompany INEOS).

54 Kilometer vor dem Ziel machte sich ein zweites Trio mit Niklas Behrens (Team Visma | Lease a Bike), Lorenzo Milesi (Movistar Team) und Martin Svrcek (Soudal Quick-Step) auf die Verfolgung des ersten und hatte die Lücke gut zehn Kilometer geschlossen. Der Abstand des Spitzensextetts auf das Feld war aber übersichtlich. Als es dann auf die Schlussrunde gehen sollte, kam es Massensturz, der das Hauptfeld auseinanderriss. Während die Spitze in diesem Moment gestellt wurde, lösten sich Berckmoes und Segaert.

Pithie bekommt das Loch nicht zu

Das Duo fuhr lange mit rund 40 Sekunden vor den ersten Verfolgern. 17 Kilometer vor dem Ziel stahl sich Laurence Pithie (Red Bull - BORA - hansgrohe) aus jeder großen Gruppe davon. Er verringerte den Abstand zu den beiden Führenden schnell auf zwölf Sekunden. Doch kleiner wurde die Lücke nicht mehr. Am Denderoordberg sechs Kilometer vor dem Ziel musste der Neuseeländer dann passen. Mit 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze holte ihn die Verfolger zurück. Vieles sprach auch dafür, dass auch die Reise für das Spitzenduo enden würde.

Doch hinten fand sich plötzlich niemand mehr, der die Arbeit machen wollte. Als es dann Richtung Geraardsbergen und Muur ging, waren die beiden Ausreißer zwar in Sichtweite, aber Berckmoes hatte im Gegensatz zu Segaert noch genügend Sprit im Tank, um sich bis ins Ziel zu retten.

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