Renewi Tour 2026Strecke und Favoriten der Sprinter-Rundfahrt

Leon Weidner

 · 17.08.2026

Renewi Tour 2026: Strecke und Favoriten der Sprinter-RundfahrtFoto: Getty Images/Luc Claessen
Arnaud De Lie konnte die Renewi Tour 2025 gewinnen. In seiner Abschieds-Saison bei Lotto - Intermarché fährt er als Titelverteidiger in seiner Heimat
Gleichzeitig zur Lidl Deutschland Tour findet vom 19. bis 23. August in Belgien die Renewi Tour statt. Für Sprinter gibt es dort gleich mehrere Gelegenheiten in Erscheinung zu treten.

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Während die Lidl Deutschland Tour in diesem Jahr deutlich anspruchsvoller geworden ist, bleibt die Renewi Tour 2026 ihrer traditionellen Ausrichtung treu. Die belgische WorldTour-Rundfahrt bietet auch 2026 wieder zahlreiche Chancen für Sprinter, vor allem für jene schnellen Fahrer, die auch über Kopfsteinpflaster, kurze Anstiege und Klassikerterrain kommen. Entsprechend stark ist die Startliste mit Topsprintern und sogenannten bergfesten Sprintern besetzt.

Die Renewi Tour findet in diesem Jahr zum 21. Mal statt. Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 2005 zurück, als sie erstmals als Eneco Tour ausgetragen wurde. Seitdem wechselte die Rundfahrt mehrfach den Namen, etablierte sich aber als wichtigste Rundfahrt der Benelux-Länder und als fester Bestandteil des WorldTour-Kalenders.

Vom 19. bis 23. August führt die Strecke über fünf Etappen durch Belgien. Zwar stehen mit der Muur van Geraardsbergen, dem Bosberg und mehreren klassisch geprägten Finalrunden einige anspruchsvolle Abschnitte auf dem Programm, echte lange Anstiege sucht man jedoch vergeblich. Stattdessen dürften Sprints, Bonussekunden, Kopfsteinpflaster und kurze explosive Anstiege über den Gesamtsieg entscheiden. Genau diese Mischung macht die Renewi Tour seit Jahren zu einem Paradies für Sprinter und Klassikerfahrer.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Termin: 19. bis 23. August
  • Distanz: 918,7 Kilometer
  • Start: Diest, Ziel: Leuven
  • Profil: eine Flachetappe, vier wellige Etappen
  • UCI-Kategorie: WorldTour
  • Premiere: 2005, 21. Austragung

Die Strecke der Renewi Tour 2026

Die Etappen der Renewi Tour 2026 auf der KarteFoto: Golazo Sports NVDie Etappen der Renewi Tour 2026 auf der Karte

​Los geht es in Diest, wo die erste Etappe auch endet. Steigungen gibt es kaum eine nennenswerte, außer dem Grasbos, der auch Poggio von Diest genannt wird. Mit grade einmal 400 Metern Länge und 4,5 Prozent im Mittel, wirkt er nicht besonders anspruchsvoll, weist jedoch an seiner steilsten Stelle bis zu 13 Prozent auf. Bergfeste Sprinter haben jedoch gute Chancen über diesen Anstieg zu kommen, der insgesamt fünfmal überwunden werden muss. Die letzten Kilometer sind flach, perfekt für einen Massensprint.

Flacher Sprint und Klassikerterrain

Auf dem zweiten Abschnitt von Blankenberge nach Ardooie heißt es freie Bahn für die Sprinter. Mit nur 470 Höhenmetern besteht kein Zweifel an einem Massensprint im Zielort.

Im Gegensatz dazu steht die folgende Etappe Nummer drei. Wer die Frühjahrsklassiker in Belgien verfolgt hat, dürfte einige der legendären Anstiege kennen. Der Trieu-Knokteberg, Paterberg, Berg Ten Houte, Parikeberg, die Kapelmuur und der Bosberg sind dabei nur die bekanntesten Rampen. Klassikerfahrer dürften diese Etappe lieben!

Ausreißer oder Sprinter?

Über nicht ganz so bekannte Anstiege wie am Tag zuvor, könnten auf der 4. Etappe nach Bilzen-Hoeselt auch die Sprinter wieder ihre Chance wittern. Weniger Höhenmeter mit einem leicht ansteigenden Finale dürften den endschnellen Männern entgegenkommen.

Bei ständigem Auf und Ab geht es auch am letzten Tag für die Profis auf Klassikerterrain bis zum Finale in Leuven. Um die Sprinter abzuschütteln, dürften die Anstiege nicht ausreichen, zumindest nicht alle. Aber: Chancenlos sind Ausreißer hier keinesfalls!

Das sind die Favoriten der Renewi Tour

Mit Arnaud De Lie kehrt der Titelverteidiger zur Renewi Tour zurück. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte dabei ausgerechnet die Rennwoche: Nur zwei Tage vor dem Start gaben De Lie und sein Team Lotto - Intermarché ihre Trennung zum Saisonende bekannt. Wie sich das auf den Belgier auswirkt, bleibt abzuwarten. Nach einer insgesamt wechselhaften Saison gehört er allerdings ohnehin nicht zu den ganz großen Favoriten auf den Gesamtsieg.

Ganz anders sieht die Situation bei Søren Wærenskjold aus. Der Norweger gehört zu den besten Fahrern für dieses Anforderungsprofil und hat mit seinem Gesamtsieg bei der Deutschland Tour im vergangenen Jahr bereits bewiesen, wie gut ihm solche Rundfahrten liegen. Zusammen mit Jasper Philipsen bildet er die Spitze des Favoritenkreises. Philipsen hat sich längst vom reinen Sprinter zum vielseitigen Klassikerfahrer entwickelt und bringt genau die Mischung aus Sprintstärke und Widerstandsfähigkeit mit, die bei der Renewi Tour gefragt ist.

Nur knapp hinter diesem Duo ist Laurence Pithie einzuordnen. Der Neuseeländer des Team Red Bull - Bora - hansgrohe präsentiert sich 2026 in starker Form und könnte insbesondere an den kurzen, steilen Anstiegen seine Qualitäten ausspielen. Als echter Klassikerfahrer mit einem guten Sprint zählt er zu den interessantesten Anwärtern auf den Gesamtsieg.

Zu den weiteren Kandidaten gehört Olav Kooij, der inzwischen für Decathlon CMA CGM fährt. Der Niederländer ist ähnlich wie Philipsen ein bergfester Sprinter, übersteht die entscheidenden Anstiege meist problemlos und besitzt anschließend die nötige Endgeschwindigkeit, um Bonussekunden und Etappensiege einzufahren. Damit ist auch er ein heißer Kandidat für die Gesamtwertung, jedoch etwas schwächer als Philipsen und Wærenskjold.

Mit Florian Vermeersch und Rui Oliveira schickt UAE Team Emirates - XRG zwei ausgewiesene Klassikerspezialisten ins Rennen. Beide dürften auf dem Terrain bestens zurechtkommen, gelten aber eher als Außenseiter für den Gesamtsieg. Gleiches gilt in gewisser Weise für Jonas Abrahamsen. Der Norweger könnte als zweites Ass von Uno-X Mobility eine wichtige Rolle im Rennverlauf spielen, verfügt im Finale allerdings nicht ganz über die Endschnelligkeit seines Teamkollegen Wærenskjold.

Insgesamt deutet vieles auf ein Duell zwischen Søren Wærenskjold und Jasper Philipsen hin. Dahinter lauern mit Olav Kooij, Laurence Pithie und einer Reihe starker Klassikerfahrer jedoch genügend Herausforderer, um die 21. Renewi Tour bis zum letzten Tag offen zu halten. Die reinen Sprinter wie Jonathan Milan und Dylan Groenewegen werden zwar ihre Chancen bekommen, können voraussichtlich aber nicht alle Klassikeranstiege mitgehen.

Renewi Tour 2026: TV-Übertragung & Live-Stream

Die Renewi Tour wird 2026 bei Eurosport 1 im TV übertragen. Lediglich am Wochenende laufen die finalen Kilometer der Etappen nur als Wiederholung am Abend. Bei discovery+ gibt es zusätzlich einen kostenpflichtigen Livestream.

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Leon Weidner

Leon Weidner

Redakteur

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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