Sebastian Lindner
· 19.08.2026
Im Dauerregen auf den 191 Kilometer rund um das belgische Diest hatte der Italienische Meister 200 Meter vor dem Ziel freie Fahrt. Kooij, der erst bei der Hälfte der verbliebenen Distanz aus dem Windschatten des 25-Jährigen kam, machte noch reichlich Boden gut, hätte für den Sieg aber noch ein paar Meter mehr Strecke benötigt. Merlier und Philipsen kamen aus ungünstigen Positionen mit reichlich Abstand auf die Plätze.
Dass es überhaupt zum Massensprint um den Sieg kam, war lange nicht klar. Denn eine fünfköpfige Ausreißergruppe hatte noch zwei Kilometer vor dem Ziel 20 Sekunden Vorsprung, war sich im Finale dann aber uneins und wurde noch gestellt.
“Wir haben sie gerade so noch eingeholt”, sagte auch Milan nach dem Rennen. “Es war heute sehr schwierig bei diesen Bedingungen”, so der Mann aus Tolmezzo. Auch ein Sturz zehn Kilometer vor dem Ziel hatte die Situation für die Fahrer hinten nochmal zusätzlich verkompliziert, weil das Feld dadurch auseinandergerissen wurde und erst spät wieder die Lücken schließen konnte. “Es war nicht einfach zusammenzubleiben, deswegen Danke ans Team, dass es am Ende noch so geklappt hat.”
Dass es am Ende tatsächlich für seinen zwölften Saisonsieg reichte, wusste Milan auch erst weit nach dem Zielstrich. “Ich war mir bis zuletzt nicht sicher, weil Kooij direkt nach der Linie schon vor mir war. Aber ich bin sehr glücklich über diesen Sieg. Im Sprint gegen diese ganzen großen Namen kann ich immer das Beste aus mir rausholen.”
Den nächsten Kampf der Sprintelite wird es bereits morgen geben. Die 2. Etappe ist tellerflach und sollte im Normalfall ebenfalls mit einer Massenankunft enden.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|
Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Vom Start weg der Etappe wurde sofort attackiert, die ersten Versuche aber noch gekontert. Erst die fünfköpfige Gruppe, die sich nach rund 20 Kilometern formierte, konnte sich schließlich nachhaltig vom Feld lösen. Mit dabei waren Dries De Bondt (Team Jayco AlUla), Timo Kielich (Team Visma | Lease a Bike), Quinten Hermans (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), Lionel Taminiaux (Lotto Intermarché) und Carl-Frederik Bévort (Uno-X Mobility). Ihr Maximalvorsprung betrug rund zwei Minuten.
Im belgischen Dauerregen zeigte sich vor allem Red Bull - BORA - hansgrohe sehr aktiv in der Nachführarbeit und hatte den Abstand 60 Kilometer vor dem Ziel unter die Minuten-Marke gedrückt. Nachdem sich die deutsche WorldTour-Mannschaft aber wieder von der Spitze des Feldes verabschiedet hatte und Soudal Quick-Step übernehmen musste, ging die Lücke 20 Kilometer später wieder auf anderthalb Minuten auf.
Auf die letzte 16 Kilometer lange Runde gingen die Ausreißer dann mit knapp 60 Sekunden Vorsprung. Am letzten Anstieg zehn Kilometer vor dem Ziel war davon nur noch ein Bruchteil übrig. Doch ein Sturz an der Spitze des Hauptfeldes veränderte die Situation nochmal. Tudor-Profi Arvid de Kleijn stürzte beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve auf den ersten Positionen, wodurch das Feld auseinandergerissen wurde.
Vorneweg fuhr eine sechsköpfige Gruppe mit drei Red-Bull-Profis und Arnaud De Lie (Lotto - Intermarché), die vor de Kleijn unterwegs waren. Zunächst versuchte es Milan als Solist, die Lücke zu schließen. Doch schließlich wartete der Italiener auf die nahen Verfolger, zu denen auch Kooij und Merlier sowie einige Helfer der drei Sprinter gehörten. So konnten gut 20 Fahrer wieder aufschließen.
Eine dritte Gruppe um Philipsen schaffte den Anschluss erst nach der Vier-Kilometer-Marke. Doch da sah es noch so aus, als würde ohnehin die Spitzengruppe den Sieg unter sich ausmachen. Doch die begannen zu früh zu pokern und wurden schließlich 800 Meter vor dem Ziel eingeholt.
Diskutieren Sie mit – fair, sachlich und respektvoll. Es gilt unsere Netiquette.