Sebastian Lindner
· 08.07.2025
Für Wiebes war es der 106. Sieg ihrer Karriere, der 13. der laufenden Saison und ihr vierter in ihrer Giro-Geschichte. Die 122 Kilometer von Vezza d'Oglio nach Trient waren von Beginn an auf einen Massensprint ausgelegt. Nachdem der Passo del Tonale (1. Kategorie) nach gut 17 Kilometern überquert war, gab es keine größeren Steigungen mehr. Den klassischen Massensprint gab es dennoch nicht, da ein Sturz in einem Kreisverkehr 2500 Meter vor der Ziellinie auf nach einem Gewitterguss nassen Straßen den Großteil des Pelotons aus dem Rennen nahm.
Lediglich acht Fahrerinnen waren unbehelligt davon gekommen. Unter ihnen auch Josie Nelson (Team Picnic PostNL), die hinter Wiebes und vor deren Teamkollegin Lotte Kopecky Zweite wurde. Schwere Verletzungen trug bei dem Rennunfall keine der Fahrerinnen davon, der Großteil wurde lediglich aufgehalten, weil der Sturz bereits auf den vordersten Positionen des Feldes ausgelöst wurde. Letztlich wurden auch alle Frauen im Ziel mit der gleichen Zeit gewertet, sodass Anna Henderson (Lidl - Trek) das Rosa Trikot vor Marlen Reusser (Movistar Team) behaupten konnte.
“Wir hatten Glück, dass wir am Kreisel so weit vorne waren und unbeschadet durchgekommen sind und auch noch zu Dritt waren”, so Siegerin Wiebes im Zielinterview. “Barbara (Guarischi) hat dann die kleine Lücke (auf Christina Schweinberger) zugefahren, Lotte dann den Sprint super vorbereitet. Ich hatte auch etwas Angst, weil mir die Reifen kurz weggerutscht waren, aber ich konnte mich dann zum Glück doch auch auf dem Rad halten.”
Da Wiebes bis dato noch keine Zähler für das Punktetrikot gesammelt hatte, bleibt Henderson auch in dieser Wertung an der Spitze. Die Führung in der Bergwertung musste die Britin dagegen an Usoa Ostolaza (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi) abtreten, die kurz vor dem Tonale aus dem Feld gefahren war und die Punkte abgeräumt hatte. Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM zondacrypto) bleibt derweil im Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Team SD Worx - Protime | 02:59:07 |
| 2 | Team Picnic PostNL | +00:00:00 |
| 3 | Team SD Worx - Protime | +00:00:00 |
| 4 | UAE Team ADQ | +00:00:00 |
| 5 | EF Education-Oatly | +00:00:00 |
| 6 | Fenix-Deceuninck | +00:00:00 |
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Die 3. Etappe war in ihrem Profil ein Spiegelbild des Vortages. Ging es da nur die ersten Kilometer bergab und für den Rest des Tages bergauf, war es dieses Mal umgedreht. Von Kilometer 0 an ging es für 17,5 Kilometer bergauf zum Passo del Tonale (1. Kategorie). Attacken gab es keine, Ostolaza setzte sich erst kurz vor dem Gipfel ab, um die 25 Punkte für das Bergtrikot abzustauben. In der Abfahrt ließ sie sich wieder einholen.
Im flacheren Teil der Abfahrt löste sich dan Nora Jenčušová (BePink - Imatra - Bongioanni) aus dem Feld. Petra Zsankó (CERATIZIT Pro Cycling Team) machte sich auf die Verfolgung, schaffte es aber nicht, die 40-Sekunden-Lücke zu überbrücken. Am Zwischensprint hatte das Feld, aus dem sich Reusser noch zwei Bonussekunden holte, anderthalb Minuten Rückstand auf die Führende. Zum Zeitpunkt war die Hälfte des Tages absolviert.
In der Folge übernahm das Team SD Worx - Protime die Nachführarbeit. Als sich auch CANYON//SRAM zondacrypto einschalte, war es knapp 30 Kilometer vor dem Ziel um Zsankó geschehen. Auch Jenčušová schaffte es nur unwesentlich weiter.
Als das Peloton Trient erreichte, waren die Straßen nach einem Gewitter nass. In einem Kreisverkehr 2,5 Kilometer vor dem Ziel rutschten mehrere Frauen in vorderer Position weg, sodass es keinen geschlossenen Sprint gab. Zunächst profitierte Christina Schweinberger (Fenix-Deceuninck) davon. Sie hielt sich bis 800 Meter vor dem Ziel vor einer Siebenergruppe um Wiebes, Kopecky und Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ), die allesamt unbeschadet durch die Szene im Kreisel kamen. Wiebes hatte dann keine Mühe mehr, den Sieg vor Nelson nach Hause zu fahren.