Sebastian Lindner
· 19.08.2026
Der 22 Jahre alte Del Toro, Sieger der Nachwuchswertung bei der Tour de France, absolvierte die kurze, durchaus profilierte Strecke, auf der alle 107 Starter reglementbedingt ohne Zeitfahrmaterial an den Start gingen, in 3:08 Minuten. Damit war er rund zwei Sekunden schneller als Magnier, der seinerseits nochmal gut drei Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Rex aufwies.
Dahinter wurden die Abstände deutlich enger: Die ersten 18 Fahrer trennten nur zehn Sekunden. Der Großteil davon profitierte vom späten Start. Del Toro war als Vorletzter gestartet, Rex als Viertletzter. Sie fuhren dabei auf fast komplett trockenen Straßen, während etwa Magnier, der relativ früh ins Rennen ging, nach Regenfällen noch durch einige Pfützen brettern musste.
“Er hat einen wirklich guten Job gemacht”, erkannte auch Sieger Del Toro die Leistung Magniers an. Der ebenfalls erst 22 Jahre alte Profi hat zudem die Chance, auf der morgigen Etappe sich die Gesamtführung, die Del Toro mit seinem Auftaktsieg verbuchen konnte, zurückzuholen.
“Ich bin aber auch mit meinem Rennen zufrieden. Ich wollte hier auf dem Kurs nicht allzu viel Risiko gehen”, so Del Toro. “Die Form nach der Tour ist noch super. Die Beine sind gut, mental erhole ich mich auch. Ich bin hier, um die Rundfahrt zu gewinnen.”
Mit seinem Auftaktsieg hat er zumindest schon mal die Basis dafür gelegt. Es war sein zehnter Saisonerfolg - der erste, den er nicht auf WorldTour-Niveau gefeiert hat. Auf die Karriere gerechnet machte der Mexikaner ebenfalls eine Runde Summe voll; in seinem dritten Jahr als Profi ist es bereits sein 30. Sieg.
Bester Deutscher in Bad Orb war Tobias Müller (Unibet Rose Rockets) als Zehnter mit sieben Sekunden Rückstand. Nils Politt (UAE Team Emirates - XRG) wies ein paar Zehntel Rückstand mehr auf und wurde Zwölfter.
Der zweite Tag der Deutschland Tour führt das Feld aus dem Süden Hessens bis tief nach Baden-Württemberg. Nach 215 Kilometern, die gerade im Finale durchaus wellig sind, endet der Tag in Schwäbisch Hall.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | UAE Team Emirates - XRG | 00:03:08 |
| 2 | Soudal Quick-Step | +000:00:02 |
| 3 | Soudal Quick-Step | +000:00:06 |
| 4 | Tudor Pro Cycling Team | +000:00:06 |
| 5 | Soudal Quick-Step | +000:00:07 |
| 6 | Cofidis | +000:00:07 |
Mit Jakob Neumann (Team Storck - MRW Bau) eröffnete ein deutscher Kontinental-Fahrer die Rundfahrt auf der Rampe. Im Minutentakt ging es weiter. Regen hatte eingesetzt, hörte aber kurze Zeit später auch wieder auf. Die Straßen blieben stellenweise dennoch feucht.
Es war Henri Uhlig (Alpecin - Premier Tech), der in 3:21 Minuten als zehnter Starter eine erste gute Zeit hinlegte. Es bedurfte schon des Cyclassics-Siegers Magnier, um den Deutschen wieder aus dem Hotseat zu verdrängen. Der Sprinter, als 32. ins Rennen gegangen, war allerdings gleich nochmal zehn Sekunden schneller.
In Maximilian Schachmann (Soudal Quick-Step), Mathias Vacek (Lidl - Trek) und Danny van Poppel (Red Bull - BORA - hansgrohe) schoben sich zunächst drei namhafte Profis zwischen Magnier und Uhlig - im Verlauf wurden es noch viele mehr. Uhlig wurde am Ende 29.
Doch am Franzosen vorbei schaffte es nur einer: Als Vorletzter ins Rennen gegangen, konnte Del Toro bei mittlerweile deutlich besseren Bedingungen - die Straßen waren fast komplett abgetrocknet - Magnier noch vom Thron stoßen. Sein Teamkollege Rex, der als Viertletzter ebenfalls sehr spät ins Rennen ging, landete mit fünf Sekunden Rückstand auf Rang drei.
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