Lidl Deutschland Tour 2026 - 3. EtappePellizzari sprintet neuem Gesamtführenden Del Toro davon

Sebastian Lindner

 · 22.08.2026

Lidl Deutschland Tour 2026 - 3. Etappe: Pellizzari sprintet neuem Gesamtführenden Del Toro davonFoto: Getty Images / Dario Belingheri
Giulio Pellizzari gewinnt das Sprintduell mit Isaac Del Toro um den Tagessieg auf der 4. Etappe der Deutschland Tour.
Giulio Pellizzari hat Red Bull - BORA - hansgrohe bei der Lidl Deutschland Tour den zweiten Etappensieg in Serie beschwert. Nachdem tags zuvor Sprint-Youngster Alessio Magagnotti siegreich war, gewann sein italienischer Landsmann nun die 3. Etappe der Rundfahrt vor Isaac Del Toro (UAE Team - Emirates - XRG), der damit zurück an der Spitze der Gesamtwertung ist.

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Das 171 Kilometer lange Teilstück von Herxheim nach Bad Dürkheim durch die hügelige Pfalz galt als Königsetappe. Größere Anstiege mit insgesamt mehr als 3100 Höhenmetern verteilten sich über den ganzen Tag, die Entscheidung fiel aber auf den letzten 35 Kilometern. Del Toro attackierte am Rotsteig und distanzierte damit schnell den Mann im Blauen Trikot des Gesamtführenden, Louis Barré (Team Visma | Lease a Bike).

Lediglich Pellizzari konnte sich am drittletzten Anstieg des Tages, dem Rotsteig, zum Mexikaner nach vorne arbeiten. Das Duo absolvierte den Rest des Tages gemeinsam, beide mit unterschiedlicher Zielstellung. Während sich Pellizzari Kräfte zurückhielt, um die Etappe für sich zu entscheiden, ging es Del Toro vor allem darum, zurück an die Spitze der Gesamtwertung zu kommen. Beide konnten sich ihr Ziel erfüllen.

Pellizzari agiert bei Del Toros Attacke besonnen

Einen Tag vor Ende der Rundfahrt für der Tour-de-France-Dritte nun mit 52 Sekunden vor Barré. Dritter ist Marc Hirschi (Tudor Pro Cycling) mit 1:05 Minuten Rückstand. Der Schweizer wurde hinter dem Spitzenduo auch Dritter der Tageswertung, nachdem er am letzten Anstieg aus der Verfolgergruppe heraus attackierte. Er erreichte das Ziel mit 34 Sekunden Rückstand, für die die große Gruppe um Barré blieb die Uhr nach 49 Sekunden stehen.

​”Ich kenne Isaac ziemlich gut und weiß, dass er an zwei Minuten langen Anstiegen einfach auf einem anderen Niveau fährt”, sagte Pellizzari nach dem Rennen. “Ihm direkt zu folgen, wäre ein Fehler gewesen. Deshalb bin ich mein eigenes Tempo gefahren, ohne das Risiko einzugehen, zu überziehen. Bis zur Kuppe bin ich so schnell gefahren, wie ich konnte, um dann wieder zu ihm aufzuschließen.” Für den 22-Jährigen war es der sechste Sieg als Profi, der fünf davon in diesem Jahr. “Mein persönliches Ziel für diese Saison war es, mehr Rennen zu gewinnen”, ergänzte er - Mission completed.

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​Während Del Toro neben dem Blauen und dem Weißen auch das Grüne Trikot auf sich vereint, bleibt für den Rest der Feldes nicht mehr viel. Im Kampf um das Bergtrikot hat jedoch Miguel Heidemann (REMBE | rad-net) einen weiteren großen Schritt gemacht. Der 28-Jährige konnte als Ausreißer zwei Bergwertungen für sich entscheiden und ist zurück im Gepunkteten Trikot des Bergkönigs.

Lidl Deutschland Tour 2026 - Ergebnisse der 3. Etappe

So lief die 3. Etappe der Lidl Deutschland Tour 2026

Das Profil der 3. Etappe der Deutschland Tour 2026Foto: A.S.O. GermanyDas Profil der 3. Etappe der Deutschland Tour 2026

Es dauerte ein paar Tage, bis die ersten Attacken gefahren wurden. Doch im Vergleich zu den Vortagen, als die Kontinental-Teams die Gruppen bestimmten, waren es dieses Mal die größeren Teams, die ihren Hut in den Ring warfen. Lidl - Trek schickte Max Walscheid nach vorn, Tobias Müller übernahm den Job für Unibet Rose Rockets. Zufriedengeben wollten sich die kleineren Mannschaften damit aber nicht. Heidemann setzte nach und schaffte es nach gut 20 Kilometern auch nach vorn.

Im Feld kam das nicht gut an, sodass fünf weitere Fahrer nachsetzten, unter ihnen Ben Felix Jochum (Team Lotto Kern-Haus Outlet Montabaur). Hatte das Spitzentrio anderthalb Minten Vorsprung auf das Feld, hingen die Verfolger 30 Sekunden hinter ihnen. Noch vor der ersten Bergwertung in Lolosruhe erfolgte der Zusammenschluss, Heidemann sicherte sich oben trotzdem die Punkte.

Allerdings hatte das Feld längst das Tempo erhöht. Als zum ersten Mal die Kalmit erreicht wurde, fuhren nur noch Heidemann und Jochum vor dem Feld, die sich nochmal Bergpunkte abgreifen konnten. Kurz danach waren aber auch sie bereits gestellt. Das Tempo im Feld blieb auch über die zweite Überfahrt hoch, vereinzelte Ausreißer konnten sich aber nie weit lösen.

Del Toro eröffnet das Finale früh

Während phasenweise starker Regen einsetzte, änderte sich das dann in der Abfahrt vom Johanniskreuz nach etwa 100 Kilometern. Nelson Oliveira (Movistar Team) ging dort in der Abfahrt mehr Risiko als alle anderen und fuhr sich in der Folge bis zu anderthalb Minuten Vorsprung heraus. Der Portugiese blieb als Solist an der Spitze, bis UAE 35 Kilometer vor dem Ziel die Del-Toro-Attacke vorbereitete. Am Rotsteig griff er an.

Barré konnte der spritzigen Attacke nicht folgen und schickte sofort sein Team in die Nachführarbeit, um den Abstand gering zu halten. Pellizzari wählte einen anderen Ansatz und versuchte nicht mit Gewalt nach vorne zu fahren. Er machte langsam Meter um Meter gut und war am Ende des Anstiegs am Hinterrad von Del Toro, der seinerseits zu Oliveira aufgeschlossen hatte.

15 Kilometer vor dem Ziel ging es das erste Mal über den Annaberg. Der Vorsprung auf die Verfolger lag für das Spitzentrio, aus dem Oliveira bald zurückfiel, bei mehr als einer Minute. Als der Berg das zweite Mal passiert wurde, löste sich Hirschi von den Verfolgern. Er machte bis zum Ziel noch deutlich Boden gut, letztlich kam seine Attacke aber zu spät. Um den Sieg buhlten Del Toro und Pellizzari, wobei sich schnell herausstellte, dass der Italiener der spritzigere aus dem Duo war.

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