Tour of the Alps 2024 - 5. EtappeLopez gewinnt die Rundfahrt, Paret-Peintre den Schlusssprint

Sebastian Lindner

 · 19.04.2024

Wenig los am Schlusstag der Tour of the Alps. Auf den ersten gut 50 Kilometern des ohnehin nur 119 langen Tages konnte sich kaum eine Gruppe lösen. Tobias Foss versuchte es mal, gab sich dann aber mit dem Gewinn der beiden Zwischensprints zufrieden.
Foto: Getty Images / Tim de Waele
Aurelien Paret-Peintre hat die 5. Etappe der Tour of the Alps 2024 im Sprint einer großen Gruppe gewonnen. Auch sein Bruder Valentin schaffte es aufs Podium. Doch weder das Duo noch sonst ein Fahrer konnte am Schlusstag der Rundfahrt noch den Gesamtsieg von Juan Pedro Lopez verhindern.

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Zum Finale der Tour of the Alps kam die Sonne nochmal raus, nachdem sie an den Tagen zuvor eher spärlich für das Fahrerfeld da war. Doch am Freitag konnte sie dann mit Juan Pedro Lopez (Lidl-Trek) um die Wette strahlen. Der kleine Spanier war auch am fünften Tag der Rundfahrt nicht mehr aus dem Grünen Trikot des Gesamtführenden zu verdrängen, das er sich mit dem Etappensieg zwei Tage zuvor in Schwaz verdient hatte, als die Alpenrundfahrt in Österreich gastierte.

Nun, in Levico Terme, wo die letzte Etappe der Rundfahrt über 119 Kilometer startete und endete, reichte ihm ein Neunter Platz in der 16-köpfigen Spitzengruppe, die den Tagessieg unter sich ausmachte. Den letzten Abschnitt gewann Aurelien Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) vor Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) und seinem Bruder Valentin (Decathlon AG2R La Mondiale).

Tour of the Alps: Lopez erst zweiter spanischer Sieger

Neben Lopez konnten auch Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale) und Tiberi ihre Plätze zwei und drei in der Gesamtwertung verteidigen, Tiberi zudem das Weiße Trikot des besten Jungprofis. Die Punktewertung machte Tobias Foss (Ineos Grenadiers) mit dem Gewinn der beiden Zwischensprints des Tages klar. Und auch Simon Carr (EF Education EasyPost) behauptete das Bergtrikot.

“Mein erster Rundfahrtsieg in meiner Karriere ist ein sehr wichtiger Schritt in meinem Leben”, erklärte Lopez im Siegerinterview, der als erst zweiter Spanier nach Mikel Landa 2016 das Rennen gewinnen konnte. Auch Paret-Peintre, der bisher noch nicht oft als Sieger aufgefallen ist, war “sehr glücklich. Es ist schön, eine Rundfahrt so zu beenden”, sagte der 28 Jahre alte Franzose nach seinem vierten Karriereerfolg. “Es ist schön, dass es auch Ben aufs Podium geschafft hat. Die Woche war für uns eine schöne Vorbereitung auf den Giro d’Italia.”

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Die Top 10 der 5. Etappe der Tour of the Alps

  1. Aurelien Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) 2:50:20
  2. Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) +0:00
  3. Valentin Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:00
  4. Romain Bardet (Team dsm-firmenich PostNL) +0:00
  5. Wout Poels (Bahrain-Victorious) +0:00
  6. Filippo Zana (Team Jayco-AlUla) +0:00
  7. Oscar Rodriguez (Ineos Grenadiers) +0:00
  8. Matteo Fabbro (Polti-Kometa) +0:00
  9. Juan Pedro Loepz (Lidl-Trek) +0:00
  10. Michael Storer (Tudor Pro Cycling) +0:00

Der Endstand in der Gesamtwertung

  1. Juan Pedro Loepz (Lidl-Trek) 18:20:43
  2. Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:38
  3. Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) +0:42
  4. Valentin Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:44
  5. Romain Bardet (Team dsm-firmenich PostNL) +0:48
  6. Wout Poels (Bahrain-Victorious) +0:48
  7. Michael Storer (Tudor Pro Cycling) +1:40
  8. Giulio Pellizzari (VF Group - Bardiani CSF - Faizane) +1:54
  9. Ivan Ramiro Sosa (Movistar) +2:55
  10. Davide Piganzoli (Polti-Kometa) +2:58

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So lief die 5. Etappe der Tour of the Alps 2024

Der Auftakt der Schlussetappe verlief gemächlich. Nicht mal der Zwischensprint nach 22 Kilometern veranlasste irgendjemanden im Feld zu einer Attacke. Lediglich Foss schob sich an die Spitze des Feldes, um die Punkte zur Absicherung seines Trikots einzusammeln. Es dauerte weitere zehn Kilometer, bis es eine echte Attacke gab. Foss versuchte, sich mit Lukas Pöstlberger (Österreichische Nationalmannschaft), Kyrylo Tsarenko (Corratec - Vini Fantini) und Charles Paige (TDT-Unibet) zu lösen, wurde aber schnell wieder gestellt. Damit war die Luft wieder raus.

Weil es keine weiteren Angriffe gab, war Foss auch am zweiten Sprint nach 51 Kilometern vorne und sicherte sich die Punkte. Danach ging es direkt zum ersten Mal den Palu del Fersina (1. Kategorie) hinauf. Den 12,5 Kilometer langen und durchschnittlich sechs Prozent steilen Anstieg galt es zweimal zu fahren.

Team dsm-firmenich PostNL übernahm zunächst das Kommando und sorgte schnell dafür, dass die Kopfgruppe auf 30 Fahrer schrumpfte. 6,5 Kilometer vor der Passhöhe der ersten Überfahrt riss Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) eine Lücke. Giulio Pellizzari (VF Group - Bardiani CSF - Faizane) hängte sich an sein Hinterrad und ging mit. Etwas später konnte auch Hugh Carthy (EF Education EasyPost) aufschließen. 50 Kilometer vor dem Ziel war der Gipfel das erste Mal erreicht, Carthy gewann die Bergwertung. Mit 30 Sekunden Vorsprung auf die Hauptgruppe ging es in die Abfahrt.

Bahrain-Victorious aktiv, aber ohne Erfolg

Zum Ende der Abfahrt, es ging direkt wieder hinauf, war das Trio gestellt. An dessen Stelle als Ausreißer trat Luis Angel Mate (Euskaltel-Euskadi). Der 40-Jährige kam aber nicht weit, Lidl-Trek übernahm wieder die Kontrolle. Dann blieb es lange ruhig. Bis Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) sieben Kilometer später eine Attacke setzte. 3000 Meter später wurde der 22-Jährige gestellt. Dann ging dessen Teamkollege Wout Poels.

Lopez’ Helfer waren aufgebraucht, aber Decathlon AG2R La Mondiale sprang in die Bresche. Dennoch verteidigte Poels bis zum Gipfel 25 Sekunden Vorsprung, mit denen er auf die 25 finalen Kilometer der Rundfahrt ging. Doch kurz vor dem Ende der Abfahrt hatten ihn die Verfolger gestellt. Doch einen letzten Anstieg gab es noch. Die 1700 Meter lange Rampe Valico di Tenna nutzte Romain Bardet (dsm-firmenich PostNL) für einen letzten Angriff. O’Connor ging sofort mit, auch Lopez und Tiberi schlossen die Lücke schnell.

Oben angekommen lief allerdings alles wieder zusammen. Fünf Kilometer waren es da noch bis ins Ziel. Weitere Versuche, bis ins Ziel für Zeitabstände zu sorgen, waren vergeblich. Und so musste ein Sprint aus der großen Gruppe heraus über den Sieg entscheiden. Aurelien Paret-Peintre löste die Sache mit den besten Beinen dann von vorne.

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