Tour of the Alps 2024 - 1. EtappeZeitfahrspezialist Foss kann es auch im Sprint

Sebastian Lindner

 · 15.04.2024

Start frei zur Tour of the Alps 2024
Foto: Getty Images / Tim de Waele
Ex-Zeitfahrweltmeister Tobias Foss hat den Auftakt der Tour of the Alps gewonnen. Der Norweger siegte im Sprint aus einer Vierergruppe heraus und ist damit auch erster Gesamtführender der Rundfahrt.

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Premiere für Tobias Foss. Mit seinem Sieg auf der 1. Etappe der Tour of the Alps (2.Pro) hat der Norweger sein erstes offenes Rennen gewonnen. Bisher siegte der Neuzugang von Ineos Greandiers nur bei Landesmeisterschaften und beim überraschenden Gewinn der Zeitfahr-Weltmeisterschaft 2022, die gleichzeitg bis heute seinen letzten Erfolg darstellte.

Quartett setzt sich im Finale der 1. Etappe der Tour of the Alps ab

Foss sprintete aus einer Vierergruppe vor Chris Harper (Jayco-AlUla) und Esteban Chaves (EF Education EasyPost) zum Sieg. Das Quartett hatte sich gut einen Kilometer vor dem Ziel aus einer etwas größeren Gruppe um die Kandidaten für den Gesamtsieg Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) und Romain Bardet (Team dsm-firmenich PostNL) gelöst, mit Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale) hatte ein weiterer Anwärter den Sprung ganz nach vorne geschafft. Die große Gruppe hatte sich ihren Vorsprung in der Abfahrt des letzten Anstieges etwa 15 Kilometer vor dem Ziel in Kurtinig herausgearbeitet. Gestartet war das 133 Kilometer lange Teilstück durch Südtirol in Neumarkt.

Foss hat mit seinem Sieg neben der Gesamtführung auch das Trikot für den Punktbesten übernommen. Erster Führender in der Bergwertung ist Mattia Bais (Polti-Kometa), der über die Aussreißergruppe alle Bergpunkte des Tages abgeräumt hatte. Die Nachwuchswertung führt Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) an, der das Ziel drei Sekunden hinter Foss erreichte.

Für den 26-Jährigen ist die Tour of the Alps in dieser Saison erst das zweite Rennen, nachdem er früh im Jahr bei der UAE Tour am Start war. „Ich wusste, dass ich gut und schnell sprinten kann, nicht in einem Massensprint, aber in einer ausgewählten Gruppe mit Bergspezialisten”, wird Foss in einer Mitteilung des Veranstalters zitiert. „Heute war unser Ziel, den letzten Anstieg mit Thomas und mir in der Spitzengruppe zu erreichen, und das haben wir geschafft. Im Finale riet mir Geraint, es mit einem schnellen Antritt zu versuchen, aber O' Connor reagierte sofort, dann lag es an mir, auf Chaves' Beschleunigung zu reagieren. Es blieb bei der Sprintlösung, und es lief gut.“

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Die Top 10 der 1. Etappe der Tour of the Alps

  1. Tobias Foss (Ineos Greandiers) 3:17:06
  2. Chris Harper (Jayco-AlUla) +0:00
  3. Esteban Chaves (EF Education EasyPost) +0:00
  4. Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:00
  5. Juan Pedro Lopez (Lidl-Trek) +0:03
  6. Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) +0:03
  7. Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) +0:03
  8. Amanuel Ghebraigzahbier (Lidl-Trek) +0:03
  9. Romain Bardet (Team dsm-firmenich PostNL) +0:03
  10. Valentin Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:03

Die aktuelle Gesamtwertung

  1. Tobias Foss (Ineos Greandiers) 3:16:56
  2. Chris Harper (Team Jayco-AlUla) +0:04
  3. Esteban Chaves (EF Education EasyPost) +0:06
  4. Ben O’Connor (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:10
  5. Juan Pedro Lopez (Lidl-Trek) +0:13
  6. Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) +0:13
  7. Antonio Tiberi (Bahrain-Victorious) +0:13
  8. Amanuel Ghebraigzahbier (Lidl-Trek) +0:13
  9. Romain Bardet (Team dsm-firmenich PostNL) +0:13
  10. Valentin Paret-Peintre (Decathlon AG2R La Mondiale) +0:13

So lief die 1. Etappe der Tour of the Alps

Drei Berge stellten sich dem Peloton bei ansonsten flachem Terrain am ersten Tag der Tour of the Alps entgegen. Der erste und mit 15 KIlometern gleichzeitig längste endete im Dorf Andalo bei Trient. Sieben Fahrer hatten sich gemeinsam auf den Weg in den Anstieg begeben, darunter Bais und Simon Pellaud (Tudor Pro Cycling). Gemeinsam mit Bais’ Teamkollegen Garosio kam das Duo oben an, der Rest wurde abgehängt.

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In der sich der langen Abfahrt anschließenden Ebene konnte das abgehängte Trio Asier Etxeberria (Euskaltel-Euskadi), Kyrylo Tsarenko (Corratec-Vini Fantini) sowie der Japanische Meister Masaki Yamamoto (JCL Team Ukyo) wieder aufschließen. Das entstandene Sextett hatte bis zu vier Minuten Vorsprung.

Doch lange blieb es nicht bei dieser Konstellation. Kurz nach der ersten Zieldurchfahrt nach 80 Kilometern in Kurtinig - zwei 26 Kilometer lange Runden blieben noch zu fahren - ging es hoch nach nach Penon, viereinhalb Kilometer bei mehr als neun Prozent im Schnitt waren zu bewältigen. Oben kam nur noch das Polti-Kometa-Duo an.

Bais und Garosio teilten die folgenden Berg- und Sprintwertungen unter sich, die ersten beiden Wertungen im Anstieg nach Andalo sicherte sich ebenfalls Bais. Etwa anderthalb Minuten nahmen sie mit auf die letzte Runde.

Vorentscheidung fällt auf der Abfahrt

Im Feld waren es vor allem Decathlon AG2R La Mondiale, Bora-Hansgrohe und Ineos Grenadiers, die über den Tag die Tempoarbeit machten. 20 Kilometer vor dem Ziel im zweiten Anstieg nach Penon hatten sie die Spitzenreiter gestellt. Bis zum höchsten Punkt gab es keine Attacken, wenngleich Hugh Carthy (EF Education EsayPost) oder Tiberi das Tempo kurz vor dem Ende nochmal verschärften.

Etwa 25 Fahrer schafften es gemeinsam über den Berg, in der Abfahrt versuchte sich Bardet zu lösen und zerriss die Gruppe damit in viele Einzelteile. Neben Bardet, Tiberi, Chaves, Amanuel Ghebreigzabhier (Lidl-Trek) und Harper gehörte auch Thomas zur Kopfgruppe.

Zehn Kilometer vor dem Ziel schlossen Foss, Wout Poels (Bahrain-Victorious), Juan Pedro Lopez (Lidl-Trek) sowie Aurelien Paret-Peintre und O’Connor wieder auf. Die nächste Verfolgergruppe konnte die 14-Sekunden-Lücke nicht schließen.

3000 Meter vor dem Ziel endete die Zusammenarbeit in der Spitze. Kurz vor dem Teufelslappen ging Chaves, O’Connor, Harper und Foss folgten, im Sprint der Vierergruppe konnte dann keiner dem Norweger Paroli bieten. Die Verfolgergruppe erreichte das Ziel mit gut einer halben Minute Rückstand.

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