Tour de France Femmes 2026Die Räder der Siegerinnen

Thomas Musch

 · 12.08.2026

Tour de France Femmes 2026: Die Räder der SiegerinnenFoto: Getty Images/Tim de Waele
Tour-Siegerin Demi Vollering feiert ihren Erfolg in Nizza und präsentiert jubelnd ihr Rad, das Specialized S-Works Tarmac SL9
Die Tour de France Femmes 2026 endete mit einem niederländischen Gesamtsieg: Demi Vollering gewann vor Katarzyna Niewiadoma-Phinney und Elisa Longo Borghini. Auch beim Material zeigte das Podium drei unterschiedliche Ansätze. Die Bandbreite reicht von Specializeds leichtem Race-Allrounder über das aerodynamisch geprägte Canyon bis zum italienischen High-End-Rennrad von Colnago.

Themen in diesem Artikel

1. Demi Vollering: Specialized S-Works Tarmac SL9

Demi Vollerings Specialized Tarmac SL9 ist einer der besten Race-Allrounder und erzielte im TOUR-Test die aktuelle Bestnote 1,4Foto: Getty Images/Tim de WaeleDemi Vollerings Specialized Tarmac SL9 ist einer der besten Race-Allrounder und erzielte im TOUR-Test die aktuelle Bestnote 1,4

Demi Vollering gewann die Tour de France Femmes 2026 auf beeindruckende Weise. Nachdem sie auf der achten Etappe das Gelbe Trikot übernommen hatte, sicherte sie sich am folgenden Tag in Nizza auch den Gesamtsieg. Das Specialized S-Works Tarmac SL9 steht für einen modernen Race-Allrounder, der möglichst viele Einsatzbereiche abdecken soll. Das Konzept verbindet geringes Gewicht mit Aerodynamik, hoher Steifigkeit und einem ausgewogenen Fahrverhalten.

Im TOUR-Test erzielte das Tarmac SL9 die Gesamtnote 1,4 und damit, neben dem Giant Propel Advanced SL, die aktuelle TOUR-Bestnote. Dabei ist das Rad ein Musterbeispiel an Ausgewogenheit: Das Tarmac verbindet geringes Gewicht mit sehr guter Aerodynamik, begeisternder Fahrdynamik und hohem Komfort zu einem stimmigen Gesamtpaket.

Die wichtigsten Eigenschaften

  • Modell: Specialized S-Works Tarmac SL9
  • Kategorie: Race-Allrounder
  • Stärken: Aerodynamik, Fahrdynamik, geringes Gewicht und ausgewogener Komfort
  • TOUR-Gesamtnote: 1,4
  • Einsatzbereich: Bergetappen, Klassiker und schnelle Etappenrennen

Das Tarmac SL9 ist damit ein Rennrad für Fahrerinnen und Fahrer, die sich nicht zwischen einem leichten Kletterrad und einem schnellen Aero-Rennrad entscheiden möchten. Genau diese Vielseitigkeit passt zu Vollerings Fahrweise, die sowohl an langen Anstiegen als auch auf technisch anspruchsvollen Rennabschnitten funktioniert.

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2. Katarzyna Niewiadoma-Phinney: Canyon Aeroad CFR

Das Canyon Aeroad begleitete Kasia Niewiadoma-Phinney bei ihrem herausragenden Etappensieg am Mt. VentouxFoto: Getty Images/Alex BroadwayDas Canyon Aeroad begleitete Kasia Niewiadoma-Phinney bei ihrem herausragenden Etappensieg am Mt. Ventoux

Katarzyna Niewiadoma-Phinney - bei Fans, in der Szene und auch in den Medien hat sich die Kurzform “Kasia” ihres Namens etabliert - beendete die Tour de France Femmes auf dem zweiten Platz. Die Fahrerin von CANYON//SRAM lag vor der letzten Etappe nur acht Sekunden hinter Vollering, konnte den Rückstand im Schlussanstieg von Nizza jedoch nicht mehr aufholen.

Ihr Canyon Aeroad CFR verkörpert einen anderen Schwerpunkt als das Tarmac SL9. Das Aeroad ist konsequent auf hohe Geschwindigkeit und aerodynamische Effizienz ausgelegt. Charakteristisch sind die tief integrierte Front, die ausgeprägte Aero-Formgebung und die sportliche Sitzposition.

Gerade auf schnellen Etappen und in flachen Rennabschnitten spielt das Aeroad seine Stärken aus. Gleichzeitig ist es kein reines Spezialrad für die Ebene. Als modernes Aero-Rennrad muss es auch an langen Anstiegen konkurrenzfähig bleiben, denn die Tour de France Femmes verlangt den Fahrerinnen eine Kombination aus Sprint, Windkante, Abfahrt und Bergleistung ab.

Die wichtigsten Eigenschaften

  • Modell: Canyon Aeroad CFR
  • Kategorie: Aero-Rennrad
  • Stärken: Aerodynamik, hohe Geschwindigkeit und Integration
  • Einsatzbereich: Flache Etappen, schnelle Kurse, Windkanten und gemischte Rennprofile
  • Fahrerin: Katarzyna Niewiadoma-Phinney, CANYON//SRAM

Niewiadoma-Phinney zeigte insbesondere am Mont Ventoux, dass sie mit dem Aeroad auch im Hochgebirge konkurrenzfähig ist. Auf der siebten Etappe gewann sie den Bergankunft und übernahm vorübergehend das Gelbe Trikot.

Das Aeroad steht damit für eine klare Aero-Philosophie: möglichst wenig Luftwiderstand, ohne die Alltagstauglichkeit im Etappenrennen vollständig zu opfern.

3. Elisa Longo Borghini: Colnago V5Rs

Elisa Longo Borghini belegte am Ende Rang drei der Tour de France Femmes. Ihr Colnago V5Rs ist ein leichter und aerodynamisch guter Race-AllrounderFoto: Getty Images/Tim de WaeleElisa Longo Borghini belegte am Ende Rang drei der Tour de France Femmes. Ihr Colnago V5Rs ist ein leichter und aerodynamisch guter Race-Allrounder

Elisa Longo Borghini komplettierte das Podium auf dem Colnago V5Rs. Die Italienerin fährt für das Team UAE Team L’IMAD und belegte Rang drei in der Gesamtwertung.

Das Colnago V5Rs ist als leichter Race-Allrounder konzipiert. Colnago wollte den Nachfolger des V4Rs nicht nur leichter, sondern auch aerodynamischer und steifer machen. Der Rahmen soll in unlackierter Ausführung und der kleinen Rahmengröße 48,5 lediglich 685 Gramm wiegen. Die Gabel bringt laut Hersteller rund 342 Gramm auf die Waage.

Gleichzeitig soll das V5Rs gegenüber dem V4Rs bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h rund 9 Watt aerodynamisch schneller sein. Die maximale Reifenfreiheit liegt bei 32 Millimetern, wodurch sich das Rad auch für moderne Rennreifen mit etwas größerem Volumen eignet.

Die wichtigsten Eigenschaften

  • Modell: Colnago V5Rs
  • Kategorie: Leichter Race-Allrounder
  • Rahmengewicht: 685 Gramm, unlackiert, Größe 48,5
  • Gabelgewicht: 342 Gramm
  • Aerodynamischer Vorteil: 9 Watt gegenüber dem V4Rs bei 50 km/h
  • Reifenfreiheit: Bis 32 Millimeter
  • Fahrerin: Elisa Longo Borghini, UAE Team L’IMAD

Das V5Rs verbindet damit geringes Gewicht und gute Aerodynamik. Für Longo Borghini, die sowohl in den Bergen als auch bei anspruchsvollen Klassikern stark ist, bietet dieses Konzept eine vielseitige Grundlage.

Drei Räder, drei unterschiedliche Konzepte

FahrerinPlatzierungRennradCharakter
Demi Vollering1.Specialized S-Works Tarmac SL9Ausgewogener Race-Allrounder
Katarzyna Niewiadoma-Phinney2.Canyon Aeroad CFRAerodynamischer Hochgeschwindigkeits-Renner
Elisa Longo Borghini3.Colnago V5RsLeichter und schneller Race-Allrounder

Für ambitionierte Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer lautet die wichtigste Erkenntnis: Das vermeintlich beste Rennrad gibt es nicht unabhängig vom Einsatzbereich. Entscheidend ist, ob maximale Aerodynamik, geringes Gewicht oder ein möglichst ausgewogenes Gesamtpaket gefragt ist. Die drei Räder auf dem Podium zeigen, dass alle drei Wege zum Erfolg führen können.


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Thomas Musch

Thomas Musch

Herausgeber

Der lupenreine Freizeitsportler beschloss einst als Student der Germanistik und Politikwissenschaften, sein Glück als Journalist zu versuchen. Seine Rennradleidenschaft führte ihn schnurstracks als Praktikant in die TOUR-Redaktion, woraus eine inzwischen mehr als 30 Jahre währende Herzensangelegenheit geworden ist, 16 Jahre davon als Chefredakteur. Als – nach eigener Aussage – „Generalist in der Nische Radsport“ interessiert er sich für alle Themen rund ums Rennrad (und Gravelbike) und begeistert sich bis heute ganz besonders für den Rennsport. Highlights seiner eigenen Rennradler-Karriere sind die Teilnahme an der TOUR-Transalp, dem einen oder anderen Jedermann-Rennen und die regelmäßigen Alpentouren mit Freunden.

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