Demi Vollering gewann die Tour de France Femmes 2026 auf beeindruckende Weise. Nachdem sie auf der achten Etappe das Gelbe Trikot übernommen hatte, sicherte sie sich am folgenden Tag in Nizza auch den Gesamtsieg. Das Specialized S-Works Tarmac SL9 steht für einen modernen Race-Allrounder, der möglichst viele Einsatzbereiche abdecken soll. Das Konzept verbindet geringes Gewicht mit Aerodynamik, hoher Steifigkeit und einem ausgewogenen Fahrverhalten.
Im TOUR-Test erzielte das Tarmac SL9 die Gesamtnote 1,4 und damit, neben dem Giant Propel Advanced SL, die aktuelle TOUR-Bestnote. Dabei ist das Rad ein Musterbeispiel an Ausgewogenheit: Das Tarmac verbindet geringes Gewicht mit sehr guter Aerodynamik, begeisternder Fahrdynamik und hohem Komfort zu einem stimmigen Gesamtpaket.
Das Tarmac SL9 ist damit ein Rennrad für Fahrerinnen und Fahrer, die sich nicht zwischen einem leichten Kletterrad und einem schnellen Aero-Rennrad entscheiden möchten. Genau diese Vielseitigkeit passt zu Vollerings Fahrweise, die sowohl an langen Anstiegen als auch auf technisch anspruchsvollen Rennabschnitten funktioniert.
Mehr Details im TOUR-Test: Klassenbester? Das Specialized S-Works Tarmac SL9 im Test.
Katarzyna Niewiadoma-Phinney - bei Fans, in der Szene und auch in den Medien hat sich die Kurzform “Kasia” ihres Namens etabliert - beendete die Tour de France Femmes auf dem zweiten Platz. Die Fahrerin von CANYON//SRAM lag vor der letzten Etappe nur acht Sekunden hinter Vollering, konnte den Rückstand im Schlussanstieg von Nizza jedoch nicht mehr aufholen.
Ihr Canyon Aeroad CFR verkörpert einen anderen Schwerpunkt als das Tarmac SL9. Das Aeroad ist konsequent auf hohe Geschwindigkeit und aerodynamische Effizienz ausgelegt. Charakteristisch sind die tief integrierte Front, die ausgeprägte Aero-Formgebung und die sportliche Sitzposition.
Gerade auf schnellen Etappen und in flachen Rennabschnitten spielt das Aeroad seine Stärken aus. Gleichzeitig ist es kein reines Spezialrad für die Ebene. Als modernes Aero-Rennrad muss es auch an langen Anstiegen konkurrenzfähig bleiben, denn die Tour de France Femmes verlangt den Fahrerinnen eine Kombination aus Sprint, Windkante, Abfahrt und Bergleistung ab.
Niewiadoma-Phinney zeigte insbesondere am Mont Ventoux, dass sie mit dem Aeroad auch im Hochgebirge konkurrenzfähig ist. Auf der siebten Etappe gewann sie den Bergankunft und übernahm vorübergehend das Gelbe Trikot.
Das Aeroad steht damit für eine klare Aero-Philosophie: möglichst wenig Luftwiderstand, ohne die Alltagstauglichkeit im Etappenrennen vollständig zu opfern.
Elisa Longo Borghini komplettierte das Podium auf dem Colnago V5Rs. Die Italienerin fährt für das Team UAE Team L’IMAD und belegte Rang drei in der Gesamtwertung.
Das Colnago V5Rs ist als leichter Race-Allrounder konzipiert. Colnago wollte den Nachfolger des V4Rs nicht nur leichter, sondern auch aerodynamischer und steifer machen. Der Rahmen soll in unlackierter Ausführung und der kleinen Rahmengröße 48,5 lediglich 685 Gramm wiegen. Die Gabel bringt laut Hersteller rund 342 Gramm auf die Waage.
Gleichzeitig soll das V5Rs gegenüber dem V4Rs bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h rund 9 Watt aerodynamisch schneller sein. Die maximale Reifenfreiheit liegt bei 32 Millimetern, wodurch sich das Rad auch für moderne Rennreifen mit etwas größerem Volumen eignet.
Das V5Rs verbindet damit geringes Gewicht und gute Aerodynamik. Für Longo Borghini, die sowohl in den Bergen als auch bei anspruchsvollen Klassikern stark ist, bietet dieses Konzept eine vielseitige Grundlage.
Mehr zum Modell: Colnago V5Rs: Tadej Pogačar bekommt neuen Race-Allrounder.
| Fahrerin | Platzierung | Rennrad | Charakter |
| Demi Vollering | 1. | Specialized S-Works Tarmac SL9 | Ausgewogener Race-Allrounder |
| Katarzyna Niewiadoma-Phinney | 2. | Canyon Aeroad CFR | Aerodynamischer Hochgeschwindigkeits-Renner |
| Elisa Longo Borghini | 3. | Colnago V5Rs | Leichter und schneller Race-Allrounder |
Für ambitionierte Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer lautet die wichtigste Erkenntnis: Das vermeintlich beste Rennrad gibt es nicht unabhängig vom Einsatzbereich. Entscheidend ist, ob maximale Aerodynamik, geringes Gewicht oder ein möglichst ausgewogenes Gesamtpaket gefragt ist. Die drei Räder auf dem Podium zeigen, dass alle drei Wege zum Erfolg führen können.
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