Nach den Vogesen am Vortag ging es nach Transfer aus der 15. Etappe der Tour de France 2026 in die Alpen. Das Finale fand hinauf zum Plateau de Solaison (HC) statt, das seine Premiere bei der Tour gab. Nach 184 Kilometern ging der Sieg am elf Kilometer langen Anstieg an Remco Evenepoel (Red Bull - BORA – hansgrohe).
Der Belgier gewann im Schlusssprint vor Tadej Pogacar (UAE Team Emirates – XRG) und Isaac del Toro (UAE Team Emirates – XRG). Für Evenepoel war es der erste Etappensieg auf einer Bergetappe bei der Tour de France.
Florian Lipowitz (Red Bull - BORA – hansgrohe) verlor nach einer Tempoverschärfung von Pogacar 7,5 Kilometer vor dem Ziel mit Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) und Juan Ayuso (Lidl – Trek) im Schlussanstieg den Anschluss. Lipowitz kam schließlich mit 58 Sekunden Rückstand ins Ziel.
Nur del Toro und Evenepoel blieben im Finale am Hinterrad von Pogacar. Der Slowene schien diese Etappe ohnehin für seinen Teamkollegen del Toro zu fahren und bestritt den Anstieg größtenteils von vorne. Immerhin hatte der Mexikaner bereits bei der Tour Auvergne-Rhone-Alpes im Juni die Ankunft am Plateau de Solaison gewonnen. Doch auf den letzten Metern konnte del Toro dem Antritt von Evenepoel nicht mehr folgen.
Die Nachricht des Tages ereignete sich jedoch vor dem Schlussanstieg: Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) musste die Etappe unterwegs aufgeben. 20 Kilometer vor dem Ziel rutschte der Däne ausgangs eines Kreisverkehrs mit dem Vorderrad weg und kam mit Teamkollegen zu Fall. Im Anschluss stieg er mit bandagierter Schulter direkt in den Krankenwagen. Auch Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG) stürzte, konnte die Fahrt jedoch fortsetzen.
In der Gesamtwertung liegt Pogacar weiterhin an der Spitze. Durch das Aus von Vingegaard rückt Evenepoel mit fünf Minuten Rückstand auf Platz zwei vor. Del Toro belegt nun Rang drei (+5:58 Minuten) und liegt an der Spitze der Nachwuchswertung. Lipowitz folgt auf Rang fünf mit 6:48 Minuten Rückstand. In der Bergwertung führt ebenfalls Pogacar, in der Punktewertung trägt Mads Pedersen (Lidl - Trek) das Grüne Trikot.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Red Bull - BORA - hansgrohe | 04:23:09 |
| 2 | UAE Team Emirates - XRG | +00:00:00 |
| 3 | UAE Team Emirates - XRG | +000:00:06 |
| 4 | Decathlon CMA CGM Team | +000:00:58 |
| 5 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:58 |
| 6 | Bahrain - Victorious | +000:01:57 |
Wie an den vorherigen Tagen gehörte beim frühen Zwischensprint zunächst den Sprintern die Bühne. Nach 17 Kilometern gewann Jasper Philipsen (Alpecin–Premier Tech) die Wertung in Saint-Laurent-en-Grandvaux vor Mads Pedersen (Lidl–Trek). Anschließend begann der Kampf um die Fluchtgruppe des Tages, der sich jedoch über viele Kilometer hinzog.
Die erste Bergprüfung des Tages war die Côte des Rousses (3. Kategorie), an der mehrere Fahrer probierten, sich abzusetzen – unter anderem Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) und Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), die beide um wichtige Punkte für die Bergwertung kämpften. An der Côte des Rousses setzte sich Paret-Peintre zwei Zähler. Als Fluchtgruppe setzte sich indes noch keine Gruppe ab.
Es folgten weitere erfolglose Attacken, ehe Thymen Arensman (Netcompany – Ineos) nach 50 Kilometern eine größere Gruppe initiierte, der auch Tim van Dijke (Red Bull – Bora – hansgrohe), Michael Matthews und Mauro Schmid (beide Jayco – AlUla) sowie Tobias Halland Johannessen (beide Uno-X Mobility) angehörten. EF Education – EasyPost zeigte sich damit allerdings nicht zufrieden, jagte der Gruppe über mehrere Kilometer hinterher und holte sie schließlich 106 Kilometer vor dem Ziel wieder ein.
Kurz darauf bildete sich eine 23-köpfige Gruppe mit Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5), Kevin Vauquelin, Egan Bernal (Netcompany - Ineos), Quinn Simmons (Lidl - Trek), Ben Healy, Alex Baudin (EF Education-EasyPost), Guillaume Martin (Groupama-FDJ), Bruno Armirail, Victor Campenaerts (Visma | Lease a Bike), Ilan Van Wilder (Soudal-Quick Step), Adam Yates (UAE - Emirates - XRG), Raúl García und Einar Rubio (Movistar) sowie Van Dijke, Schmid und Paret-Peintre. Die Gruppe fuhr sich schließlich einen Vorsprung von rund zwei Minuten heraus.
Am Col de la Croisette (1. Kategorie) fiel die Spitzengruppe 55 Kilometer vor dem Ziel deutlich auseinander. Simmons setzte sich an der Spitze als Solist ab und holte sich die Bergwertung. Hinter ihm bildete sich eine Verfolgergruppe um Yates, Schmid, Rubio, Pidcock, Yannis Voisard (Tudor) und Éwen Costiou (Groupama-FDJ), die ihn in der Abfahrt wieder einholte. Gleich im Anschluss ging es in die Côte du Mont (3. Kategorie), an der Pidcock sich die zwei Punkte aus der Gruppe holte. In der Abfahrt setzte sich Schmid dann als Solist aus der Gruppe ab.
Der Sturz und das Aus von Vingegaard, 20 Kilometer vor dem Ziel, brachte die Verfolgung des Feldes zunächst etwas durcheinander, da sich das Tempo verschleppte. Anschließend führte vor allem das Team Red Bull - BORA – hansgrohe die Nachführarbeit an.
Den Schlussanstieg zum Plateau de Solaison (HC) erreichte Schmid mit 25 Sekunden Vorsprung auf die Verfolgergruppe. Aus dieser fuhr Simmons kurz darauf zum Schweizer auf und zog vorbei. Die Favoritengruppe lag 2:15 Minuten zurück. Acht Kilometer vor dem Ziel setzte sich Pogacar an die Spitze der Favoritengruppe, sodass nur noch sein Teamkollege del Toro, Lipowitz, Evenepoel, Ayuso und Seixas folgen konnten - allerdings verloren Seixas, Ayuso und auch Lipowitz kurz darauf den Kontakt.
Fünf Kilometer vor dem Ziel führte Yates, der sich zurückfallen hatte lassen, Pogacar, del Toro und Evenepoel, der sich nicht abschütteln ließ, an dem bis dahin führenden Simmons vorbei.
Pogacar, del Toro und Evenepoel erreichten schließlich zusammen den letzten Kilometer - mit dem Sprintsieg für Evenepoel.
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