Die Vogesen forderten die Fahrer auf der 14. Etappe der Tour de France 2026 mit drei Anstiegen der 1. Kategorie. Am Ende fuhr Tadej Pogacar einmal mehr in einer Liga für sich. Isaac del Toro sorgte für den Doppelsieg für UAE Team Emirates – XRG.
Es müssen nicht zwingend die Alpen oder die Pyrenäen sein, auch in den Vogesen lassen sich genügend schwere Anstiege für ein Bergspektakel finden. So standen auf der 14. Etappe zwischen Mulhouse und der Ankunft im Skiort Le Markstein rund 3.800 Höhenmeter im Profil.
Im Finale war Tadej Pogačar (UAE Team Emirates – XRG) einmal mehr eine Klasse für sich, attackierte kurz vor dem Gipfel des letzten Anstiegs und fuhr die letzten sechs flachen Kilometer als Solist ins Ziel. Mit diesem Erfolg feierte Pogacar bereits seinen vierten Etappensieg bei dieser Tour. Insgesamt war es der 25. Tour-Etappenerfolg seiner Karriere.
Platz zwei sicherte sich 38 Sekunden später Pogacars Teamkollege Isaac del Toro, der zusammen mit Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team). Jonas Vingegaard konnte beiden auf den letzten Metern nicht mehr folgen und kam mit 44 Sekunden Rückstand über die Linie.
Das Red-Bull-Duo Remco Evenepoel und Florian Lipowitz kam mit 48 und 50 Sekunden Rückstand ins Ziel. Evenepoel hatte bereits am letzten Anstieg Probleme, der Favoritengruppe zu folgen, kämpfte sich auf den flacheren letzten sechs Kilometern wieder zurück. Trotzdem verteidigte Evenepoel im Klassement knapp seinen dritten gesamtrang vor Seixas.
Die Anstiege unterwegs zum Grand Ballon (1. Kategorie), Col du Page (2. Kategorie) und Col d’Alsace (1. Kategorie) sind seit Jahren fester Bestandteil der Tour-Route durch die Vogesen. Der letzte Anstieg zum Col du Haag (1. Kategorie) feierte hingegen seine Premiere im Programm der Tour de France. Die gut elf Kilometer lange Auffahrt mit einer Steigung von mehr als sieben Prozent wurde erst vor kurzem zu einer befahrbaren Strecke ausgebaut. Was alle Anstiege einte: Nah an der deutschen Grenze zogen die Vogesen riesige Fanmassen an, die für die Fahrer frenetisch Spalier standen.
Mit dem Etappensieg baute Pogacar seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Er liegt nun 4:30 Minuten vor Vingegaard. Evenepoel folgt mit einem Rückstand von 5:04 Minuten auf Rang drei. Lipowitz verbesserte sich um einen Platz auf Rang sechs (+5:44), da Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5) im Finale keine Rolle spielte und von Position vier auf neun zurückfiel.
In der Nachwuchswertung übernahm Seixas die Führung von Juan Ayuso (Lidl-Trek). In der Bergwertung liegt Pogacar weiterhin vorne, obwohl Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) und Valentin Paret-Peintre (Soudal-Quick Step) während der Etappe einige Punkte sammelten. Mads Pedersen (Lidl-Trek) trägt weiter das Grüne Trikot.
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Es liegen noch keine Ergebnisse vor
Der erste Spannungspunkt der Etappe war nach wenigen Kilometern der Zwischensprint in Wattwiller, bei dem sich Jasper Philipsen (Alpecin–Premier Tech) die maximalen 25 Punkte vor Mads Pedersen (Lidl–Trek) sicherte. Gleich im Anschluss begann der Anstieg hinauf zum Grand Ballon (Kategorie 1).
Mit steigendem Terrain attackierte Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) aus dem Feld. Zunächst bekam er Begleitung von seinem Teamkollegen Ben Healy (EF Education – EasyPost), Marc Hirschi (Tudor), Valentin Paret-Peintre (Soudal – Quick Step), Tymen Arensman (Netcopany – Ineos) und Javier Romo (Movistar). In der Folge wuchs die Gruppe auf 28 Fahrer an, darunter Mattia Cattaneo und Jan Tratnik (Red Bull – Bora – hansgrohe), Egan Bernal und Kevin Vauquelin (Netcompany – Ineos), Tobias Steinhauser und Alex Baudin (EF Education – EasyPost), Lenny Martinez (Bahrain Victorious), Matteo Jorgenson, Victor Campenaerts und Bruno Armirail (Visma – Lease a Bike) sowie Felix Engelhardt (Jayco – AlUla).
Außerdem schloss sich Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5), der Gesamtvierte, der Gruppe an, sodass das Feld diese zunächst auf mehr als eine Minute ziehen ließ. Die Bergwertung am Grand Ballon gewann Paret-Peintre im Sprint vor Carapaz.
Im Anschluss setzten beide ihren Vorstoß fort und bekamen in der Abfahrt, 110 Kilometer vor dem Ziel, Begleitung von den Brüdern Tobias und Anders Halland Johannessen (beide Uno-X Mobility) sowie Healy.
Später schloss im Anstieg zum Ballon d’Alsace (Kategorie 2) noch Einar Rubio (Movistar) auf, während Arensman auf der Verfolgung einen Defekt erlitt und den Anschluss verpasste. Die Bergwertung gewann erneut Paret-Peintre.
75 Kilometer vor dem Ziel lag das Sextett an der Spitze 1:50 Minuten vor der großen Verfolgergruppe um Pidcock und rund drei Minuten vor dem von UAE Team Emirates – XRG angeführten Feld.
Auch am dritten Anstieg des Tages, dem Col d’Alsace (1. Kategorie), sicherte sich Paret-Peintre 58 Kilometer vor dem Ziel die Bergwertung. Die Verfolgergruppe um Pidcock wurde im Anstieg eingeholt. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Rückstand der auf rund 40 Fahrer geschrumpften Favoritengruppe zum Sextett an der Spitze allerdings nur noch zwei Minuten.
Die nächste Hürde war der unkategorisierte Col du Hunsrück. An diesem Berg verabschiedete sich Healy nach ausgiebigen Helferdiensten für Carapaz aus der Spitzengruppe. In der Anfahrt zum Col du Haag (1. Kategorie) scherte zudem Anders Halland Johannessen 18 Kilometer vor dem Ziel aus, nachdem er für seinen Zwillingsbruder Tobias gearbeitet hatte. Die Gruppe erreichte den Anstieg jedoch lediglich mit 1:25 Minuten Vorsprung vor der Favoritengruppe.
Auf dem Weg zum Col du Haag distanzierte Carapaz nach und nach seine Begleiter und fuhr ab 14 Kilometern vor dem Ziel als Solist an der Spitze. Die Favoritengruppe reduzierte sich alsbald auf wenige Fahrer, darunter Tadej Pogacar und Issac del Toro (UAE Team Emirates – XRG), Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike), Remco Evenepoel und Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe), Juan Ayuso (Lidl - Trek) und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team).
Carapaz verteidigte lange einen Vorsprung von rund 50 Sekunden auf diese Gruppe. Zehn Kilometer vor dem Ziel forcierte Vingegaard an der Spitze das Tempo, sodass Evenepoel nicht mehr folgen konnte. Acht Kilometer vor dem Ziel fuhr die Gruppe dann zu Carapaz und Tobias Halland Johannessen auf, der zwischenzeitlich zu Carapaz aufgeschlossen hatte. Wenige hundert Meter später kam der Antritt von Pogacar, dem niemand Paroli bieten konnte.
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