Mit einem Solo über 50,3 Kilometer hat Tadej Pogacar seine Sieg-Ambitionen bei der Spanien-Rundfahrt eindrucksvoll untermauert und die Konkurrenz vorgeführt. Auf der nur 104,8 Kilometer kurzen, aber mit 3009 Höhenmetern enorm schweren vierten Etappe griff der Straßenrad-Weltmeister am zweiten von vier Anstiegen an und gewann in Andorra la Vella überlegen mit 2:39 Vorsprung vor dem erst 20 Jahre alten Belgier Jarno Widar.
Für Pogacar war es das längste Solo bei einer großen Landesrundfahrt. In der Gesamtwertung ist der Vorsprung des 27-Jährigen auf den Zweiten Primoz Roglic mit 3:21 Minuten nun ebenfalls komfortabel. Ein Start-Ziel-Sieg scheint für den Gewinner des Auftaktzeitfahrens bereits in der frühen Phase der dreiwöchigen Rundfahrt kaum noch zu verhindern.
«Die Geschwindigkeit war schon sehr hoch, wir sind Vollgas gefahren. Ich hatte keine Teamkollegen mehr. Vermutlich hätten alle gegen mich gespielt, also habe ich attackiert. Ich habe einfach gehofft, dass ich das überlebe. Das war sehr hart. Ich kann nun selbstbewusst in die nächsten Tage gehen», sagte Pogacar.
Am Vortag war die nächste Pogacar-Show noch vom Wetter verhindert worden. Wegen eines Unwetters samt Hagelsturm war die Etappe abgebrochen und nicht gewertet worden. Die frierenden Profis hatten in einem Hotel Unterschlupf gefunden und waren dort vom Personal mit warmen Getränken und Decken versorgt worden.
Am Mittwoch ist Zeit zum Durchatmen. Das Peloton verlässt die Pyrenäen und nach 173,3 Kilometern von Falset nach Roquetes dürfte der Sieg in Katalonien an einen Sprinter gehen. Als Favoriten gelten der Brite Matthew Brennan, sein belgischer Teamkollege Wout van Aert, der Däne Mads Pedersen und der Australier Kaden Groves.
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