RückblickFünf kuriose Radsport-Momente der Saison 2023

Thomas Huber

 · 29.10.2023

Demi Vollering wird bei Strade Bianche von einem Pferd ausgebremst
Foto: Getty Velo
Die Radsport-Saison 2023 hatte viele Höhepunkte: Den Tour-de-France-Sieg von Jonas Vingegaard, die Siege bei Mailand-San Remo und Paris-Roubaix von Mathieu van der Poel oder die Jumbo-Visma-Machtdemonstration bei der Vuelta. Es gab aber auch einige unterhaltsame Momente, die in Erinnerung geblieben sind. TOUR stellt fünf kuriose Radsportmomente vor.

1. Pferd bremst Vollering bei Strade Bianche aus

Ein Pferd verirrt sich beim Frauenrennen der Strade Bianche auf die RennstreckeFoto: Getty VeloEin Pferd verirrt sich beim Frauenrennen der Strade Bianche auf die Rennstrecke

Beim Frauenrennen der Strade Bianche nimmt Demi Vollering die Verfolgung der in Führung liegenden Kristen Faulkner auf, wird aber zwischenzeitlich ausgebremst. Ein Pferd hat sich auf die Rennstrecke verirrt, von dem die Niederländerin erst einmal Sicherheitsabstand hält. Nach wenigen Hundert Metern stürzt das Pferd dann in einer Linkskurve und kommt anschließend nicht wieder auf die Strecke zurück. Am Ende gewinnt Vollering sogar das Rennen, sie setzt sich im Zielsprint gegen Lotte Kopecky durch.

2. Politt verzweifelt am neutralen Materialwagen

Nils Politt hat in der Ausreißergruppe bei der Tour de France Aussichten auf den Tagessieg, bekommt aber nach einem Defekt keine passende Rennmaschine vom neutralen MaterialwagenFoto: DPA Picture AllianceNils Politt hat in der Ausreißergruppe bei der Tour de France Aussichten auf den Tagessieg, bekommt aber nach einem Defekt keine passende Rennmaschine vom neutralen Materialwagen

Auf der 19. Etappe der Tour de France schafft es Nils Politt in die Ausreißergruppe des Tages und darf sich Hoffnungen auf einen Etappensieg machen. 90 Kilometer vor dem Ziel reißt dem Kölner aber die Kette, sodass er von einem neutralen Materialwagen eine neue Rennmaschine anfordert. Er erhält vom Wagen gleich drei Räder, mit keinem kann er weiterfahren. Die ersten beiden sind mit den falschen Pedalen ausgestattet, das dritte ist dem 1,92 Meter großen Fahrer deutlich zu klein. Politt zeigt sich anschließend sichtlich bedient. Der Bora-Hansgrohe-Fahrer verliert deshalb den Anschluss an die Spitzengruppe - ein Tag zum Vergessen für ihn.



3. Kuss ext Champagner-Flasche nach Vuelta-Etappensieg

Sepp Kuss siegt bei der 6. Vuelta-Etappe und trinkt beinahe eine ganze Flasche Champagner ausFoto: Getty VeloSepp Kuss siegt bei der 6. Vuelta-Etappe und trinkt beinahe eine ganze Flasche Champagner aus

Mit seinem dritten Etappensieg bei einer Grand Tour überhaupt setzt Sepp Kuss nach der 6. Etappe der Vuelta a Espana nicht nur zur obligatorischen Champagner-Dusche an, sondern genehmigt sich fast den gesamten Inhalt der Flasche. Erst nach über einem Dutzend großer Schlücke setzt er wieder ab und winkt den jubelnden Fans zu. Geschadet hat der Alkohol dem US-Amerikaner nicht: Am Ende wird Sepp Kuss Gesamtsieger der Spanien-Rundfahrt.



4. Vuelta-Start im Dunkeln

Das Auftakt-Mannschaftszeitfahren bei der Vuelta 2023 fand bei strömendem Regen und zeitweise in Dunkelheit stattFoto: Getty VeloDas Auftakt-Mannschaftszeitfahren bei der Vuelta 2023 fand bei strömendem Regen und zeitweise in Dunkelheit statt

Eigentlich sollte die 1. Etappe der Vuelta a Espana zu einem sportlichen Schlagabtausch zwischen den Teams in Form eines Mannschaftszeitfahrens werden. Weil das Rennen jedoch erst nach 19 Uhr gestartet wurde und strömender Regen einsetzte, verschlechterten sich die Sichtverhältnisse schnell. Wenig überraschend gewann mit dem Team dsm-firmenich eine Mannschaft die Etappe, die noch recht früh und bei guten Lichtbedingungen gestartet war. Nach dem Rennen ließ unter anderem Vorjahressieger Remco Evenepoel seinem Unmut freien Lauf und kritisierte die Rennansetzung: “Das ist total lächerlich und eine Schande. Die Organisatoren sollten wissen, was passieren kann.” Es war nicht die einzige Orga-Panne bei der Spanien-Rundfahrt 2023.

5. Jakobsen kracht in Handy eines Zuschauers

Jakobsen (links im Bild) bekommt beim Zielsprint der 7. Etappe der Vuelta a San Juan das Handy eines Zuschauers abFoto: Getty VeloJakobsen (links im Bild) bekommt beim Zielsprint der 7. Etappe der Vuelta a San Juan das Handy eines Zuschauers ab

Bei der 7. Etappe der Vuelta a San Juan kommt es zu einem Zielsprint, Fabio Jakobsen ist dabei einer der Top-Favoriten auf den Tagessieg. Der Niederländer wählt beim Sprint den Weg, der nahe an der Absperrung entlang führt, wo den Fahrern viele Zuschauer zujubeln. Zahlreiche Fans ragen dabei mit ihren Armen über die Absperrung, um mit ihren Handys das Geschehen so nah wie möglich zu filmen. Ein Arm ist dabei sogar so weit ausgestreckt, dass ein Handy ins Gesicht von Jakobsen kracht. Der Sprinter kommt kurz aus der Balance, seine Brille fällt samt Handy zu Boden und er muss Tempo rausnehmen. So hat Jakobsen keine Chance, um im Kampf um den Etappensieg einzugreifen. Immerhin stürzt er nicht und trägt keine Schäden vom Vorfall davon.

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