Sebastian Lindner
· 22.04.2026
Pellizzari hat damit zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere ein Etappenrennen gewonnen. Den Grundstein für seinen zweiten Etappensieg im Laufe der Rundfahrt, der ihm seinen größten Erfolg als Profi bescherte, legte er mit einer Attacke 22 Kilometer vor dem Ziel am letzten Anstieg. Weder Egan Bernal noch Thymen Arensman (beide INEOS Grenadiers). Das Duo, das in der Gesamtwertung mit vier Sekunden zeitgleich hinter dem 22-Jährigen lag, konnte die entstandende Lücke genauso wenig schließen wie Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team), der den ersten Zug verpasst hatte, dann aber mit Verspätung noch zum INEOS-Duo aufschließen konnte.
Das Trio erreichte eine halbe Minute hinter Pellizzari das Ziel. Durch Bonussekunden tauschten der neue Zweite in der Gesamtwertung, Bernal, und Arensman noch die Plätze, Storer machte einen Sprung um sechs Plätze nach vorne und wurde noch Vierter.
Pellizzari ist der erste Italiener seit Vincenzo Nibali im Jahr 2013, der die Tour of the Alps, gewonnen hat. Damals hieß das Rennen noch Giro del Trentino und war ein rein italienischen, bevor vor zehn Jahren Österreich mit ins Boot geholt wurde und daraus das Rennen mit dem heutigen Namen wurde.
“Es ist schön, mein erstes Etappenrennen gewonnen zu haben”, so Pellizzari. “Ich wusste, dass ich am letzten Anstieg nochmal Vollgas geben musste, um meinen Sieg zu sichern. Ich habe hier aber nicht nur für mich gewonnen, sondern für das ganze Team, denn die haben mich in den letzten Tagen sehr stark unterstützt. Gerade am Anfang war ich nicht zu zuversichtlich, aber durch die Unterstützung wurde es dann besser.
Mit seinem Sieg im Vorbereitungsrennen auf den Giro d’Italia hat Pellizzari auch seine Podiumsambitionen für die Italienrundfahrt unterstrichen. Dort werden Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) und Joao Almeida (UAE Team Emirates - XRG) mutmaßlich seine größten Konkurrenten sein.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Red Bull - BORA - hansgrohe | 03:20:36 |
| 2 | INEOS Grenadiers | +000:00:30 |
| 3 | Tudor Pro Cycling Team | +000:00:30 |
| 4 | INEOS Grenadiers | +000:00:30 |
| 5 | Bahrain - Victorious | +000:01:10 |
| 6 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | +000:01:10 |
Nachdem eine erste Ausreißergruppe am ersten Anstieg des Tages wieder zurückgeholt wurde, lösten sich in der Ebene danach zwölf Fahrer, die ihren Vorsprung schnell auf zweieinhalb Minuten ausbauen konnten. Unter ihnen zwei Etappensieger der laufenden Rundfahrt. Denn neben Lennart Jasch (Tudor Pro Cycling Team), der die Königsetappe gewonnen hatte, war auch Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), der das dritte Teilstück für sich entschieden hatte, mit dabei. Bester Mann in der Gesamtwertung unter den Ausreißern war Vicente Rojas (Bardiani CSF 7 Saber), der genau eine Minute Rückstanf auf Pellizzari aufwies.
Über die Kalterer Höhe wuchs der Abstand noch auf drei Minuten an. Zudem sammelte Jasch dort die meisten Punkte in der Bergwertung, was ihm das Bergtrikot einbrachte. Danach ging es über die Ziellinie auf eine Extrarunde, auf der zweimal der knapp 13 Kilometer lange Anstieg nach Nobls - beim ersten Mal als Bergwertung der 1. Kategorie - absolviert werden muste. Während sich die Gruppe dort langsam ausdünnte, machte auch das Feld viel Boden gut.
40 Kilometer vor dem Ziel, viereinhalb Kilometer vor dem ersten Gipfel, machte Pidcock ernst. Nur Juan Felipe Rodriguez (EF Education - EasyPost) ging sofort mit. Das Duo schaffte es mit einer halben Minute Vorsprung vor dem Feld über die Kuppe, alle anderen Ausreißer wurden zuvor gestellt. Das gleiche Schicksal erlebten dann zunächst auch Pidcock und dann Rodriguez mit der zweiten Überfahrt des Anstieges.
22 Kilometer vor dem Ziel ging Pellizzari in die Offensive. Arensman und Bernal versuchten, der Attacke des Italieners zu folgen, konnten aber nicht mitfahren und taten sich dahinter zusammen. Vier Kilometer später hatte Pellizzari sich am Bonussprint sechs Sekunden gesichert, zehn Sekunden später sammelte Bernal noch vier ein. Arensman war derweil zurückgefallen und bildete nun mit Titelverteidiger Storer ein Duo, das dann aber wieder zu Bernal zurückkehrte.
In der Abfahrt hielt Pellizzari das Verfolgertrio auf Distanz bei gut 20 Sekunden. Bis ins Ziel brannte nichts mehr an. Hinten gewann Bernal den Sprint um Rang zwei.