Dort spielt Pidcock nach knapp sieben Minuten, die er gestern kassierte, keine Rolle mehr. Er bleibt weiter ein Rätsel. Nach Platz zwei zum Auftakt sprach er davon, sich unglaublich schlecht zu fühlen. Die gestrige Etappe schien das zu bestätigen. Nun aber feierte der 26-Jährige auf den 174 Kilometern von Latsch nach Arco seinen dritten Saisonsieg.
“Mental ist das hier sehr herausfordernd”, sagte Pidcock in seinem Siegerinterview. Bei meinem letzten Rennen (Katalonien-Rundfahrt, die Pidcock nach schwerem Sturz aufgeben musste) zählte ich zu den Stärksten. Heute habe ich es gerade so über den letzten Berg geschafft. Obwohl ich nicht in meiner besten Form bin, hat das Team aber alles für mich gegeben. Im Finale habe ich den Sprint dann etwas zu früh angezogen, aber es hat noch gereicht.” Und eigentlich war es nicht mal knapp.
In der Gesamtwertung führt weiterhin Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe), Zweiter ist weiterhin Thymen Arensman (INEOS Grenadiers). Neuer Dritter ist nun dessen Teamkollege Bernal. Er ist auf sechs Sekunden an Pellizzari ran, Arensman fehlen vier.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | 04:23:24 |
| 2 | Team UKYO | +00:00:00 |
| 3 | INEOS Grenadiers | +00:00:00 |
| 4 | Bardiani CSF 7 Saber | +00:00:00 |
| 5 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +00:00:00 |
| 6 | EF Education - EasyPost | +00:00:00 |
Ein massiver Sturz unmittelbar nach dem Start des Rennens beeinträchtigte den Tag. Mehr als 30 Fahrer waren verwickelt. Weil nicht genügend Krankenwagen zur Verfügung standen, wurde das Rennen erst neutralisiert und für rund 20 Minuten unterbrochen. Acht Fahrer mussten daraufhin das Rennen sofort aufgeben, unter ihnen Felix Engelhardt (Team Jayco AlUla) und Lorenzo Finn (Red Bull - BORA - hansgrohe).
Erst, als es nach 30 Kilometern hinauf Richtung Höchstschwierigkeit des Tages zum Hofmahdjoch (1. Kategorie) ging, bildete sich dann eine erste Spitzengruppe. Acht Mann, unter anderem Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team), gingen dort in die Attacke, schafften es aber nicht vor dem Feld über den Gipfel. Kurz darauf versuchten es Sam Oomen (Lidl - Trek) und Darren Rafferty (EF Eduction - EasyPost). Das Duo bekam freie Fahrt und baute seinen Vorsprung in der Abfahrt auf zwei Minuten aus.
Die Rennsituation blieb in der Folge lange konstant, als unweit der zweiten Bergwertung in Andalo Christopher Jensen (Team Jayco AlUla) allein aus dem Feld zur Verfolgung blies. Rund 30 Kilometer später wurde er nach erfolgloser Jagd zurückgeholt. Unterdessen hielt Red Bull den Vorsprung der Ausreißer weiter im Bereich von zwei Minuten.
23 Kilometer vor dem Ziel waren nurmehr 60 Sekunden übrig. Über den Bonussprint hinweg blieben dem Spitzenduo rund 20 Sekunden, Anstiege gab es danach keine mehr. Vier Kilometer vor dem Ziel wurde das Spitzenduo dann schließlich gestellt. Und so musste der Sprint entscheiden. Dieses Mal konnte Dati Pidcok nicht halten, der Brite gewann souverän.