Tour of the Alps - 4. EtappeAusreißer von Beginn an: Jasch fährt solo zu seinem größten Sieg

Sebastian Lindner

 · 22.04.2026

Tour of the Alps - 4. Etappe: Ausreißer von Beginn an: Jasch fährt solo zu seinem größten SiegFoto: Getty Images/Tim de Waele
Lennart Jasch gewinnt die 4. Etappe der Tour of the Alps und feiert damit seinen größten Erfolg.
Lennart Jasch (Tudor Pro Cycling Team) hat den größten Sieg seiner bisherigen Karriere eingefahren. Der 25-Jährige vom Chiemsee gewann die 4. Etappe der Tour of the Alps als Solist. Zuvor war er den Großteil der 168 Kilometer langen Königsetappe bereits als Ausreißer unterwegs gewesen.

Für Jasch, der offiziell Teil des Development-Teams von Tudor ist und im Vorjahr der Nachwuchsmannschaft von Red Bull - BORA - hansgrohe angehörte, ist es der erste Sieg in einem Profirennen. Erst 2024 war er vom Eisschnellauf in den Radsport gewechselt.

“Ich kann es noch gar nicht glauben”, sagte ein überwältigter Jasch im Ziel in Trento. “Es sind gerade so viele Emotionen in mir. Ich kam eigentlich nur her, um Michael Storer zu helfen, seinen Gesamtsieg zu verteidigen. Es ist ein unglaublicher Tag. Auf dem Rad hat es sich angefühlt wie der beste in meiner Karriere. Ich hatte fantastische Beine. Deswegen habe ich von Anfang an dran geglaubt, dass vielleicht etwas geht. Ich habe irgendwann festgestellt, dass ich der Beste in der Gruppe bin. Und dann habe ich mir ein Herz gefasst und bin einfach losgefahren.”

Und zwar so schnell, dass ihn keiner mehr einholen konnte. Mit zehn Sekunden Rückstand erreichten seine ersten Verfolger Matteo Sobrero (Lidl - Trek) und Federico Iacomoni (Team UKYO) das Ziel. Die Favoriten auf den Gesamtsieg erreichten das Ziel mit 20 Sekunden Rückstand. Angeführt wurde die Gruppe vom zweiten deutschen Tudor-Fahrer Florian Stork, der damit Vierter wurde.

Damit verteidigt Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe) die Gesamtführung mit vier Sekunden Vorsprung auf Thymen Arensman und Egan Bernal (beide INEOS Grenadiers). Pellizzaris Teamkollege Aleksandr Vlasov ist mit sechs Sekunden Rückstand Vierter. Vor der Schlussetappe der Rundfahrt bleibt es damit eng.

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Mehr als 4000 Höhenmeter, zwei Anstiege der 1. Kategorie - und Jasch war von Beginn an aktiv. In einer ersten, neun Fahrer starken Ausreißergruppe, war er unter anderem mit Ben Zwiehoff (Red Bull - BORA - hansgrohe) und dem Österreicher Rainer Kepplinger (Bahrain - Victorious) dabei. Der Versuch wurde am vom Feld zunächst vereitelt. Ein paar Kilometer später, immer noch am Passo Bordala, versuchte es Jasch erneut. Auch Kepplinger war erneut dabei, dazu Sean Quinn (EF Education - EasyPost), Christopher Juul-Jensen (Team Jayco AlUla) und Simone Raccani (Team UKYO).

Dieses Mal kam die Gruppe weg. Bis zum Passo Redebus (1. Kategorie) holte sich das Quintett einen Maximalvorsprung von dreieinahlb Minuten heraus. Die Bergpunkte an den beiden Pässen sicherte sich jeweils Quinn, der damit Emanuel Zangerle (Team Vorarlberg) aus dem Bergtrikot fuhr.

​Kampf um den gesamtsieg spitzt sich durch Bonussekunden zu

Bei noch 50 zu fahrenden Kilometern testete Jasch erstmal die Beine seiner Kontrahenten und hängte sie ab. Bis auf Quinn kamen die anderen jedoch zunächst nochmal zurück. 20 Kilometer vor dem Ziel - das Hauptfeld hatte seinen Rückstand bereits auf unter eine Minute reduziert, attackierte Jasch erneut. Auf dem unkategorisierten Anstieg nach Sant`Agnese mussten Kepplinger und Raccani Federn lassen, in der Abfahrt noch mehr. 15 Kilometer vor dem Ziel kam Juul-Jensen zu den ersten Verfolgern zurück, aus dem Hauptfeld hatte Juan Felipe Rodriguez (EF Education – EasyPost) den Sprung nach vorn geschafft.

Am Ende des letzten Anstieges neun Kilometer vor dem Ziel, an dem auch Bonussekunden vergeben wurden, war Jasch nun allein vor der Favoritengruppe, aus der Pellizzari attackierte. Sein Angriff wurde pariert, stattdessen gingen die verbliebenen Bonussekunden an Vlasov und Bernal. Die Uneinigkeit hinten sollte Jasch vorne jedoch helfen.

Als sich Teile der Gruppe in einer Abfahrt, an die sich eine scharfe Kurve anschloss, versteuerten, drohte von dort keine Gefahr mehr. Höchstens Sobrero und Iacomoni, die sich in dieser Phase lösten, hätten Jasch noch gefährlich werden können. Aber auch dort herrschte eine zeitlang Uneinigkeit, weshalb Jasch sein 25-Kilometer-Solo zum Sieg durchbringen sollte.

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