Die Tour of the Alps gilt als eine der wichtigsten Vorbereitungsrundfahrten für den Giro d’Italia und ist durch das Profil klar auf Kletterer ausgelegt. Wir haben einen Blick auf die Favoriten geworfen.
Eine Rundfahrt die nicht zur WorldTour gehört und trotzdem Qualität und Spannung verspricht, genau das ist die Tour of the Alps. Fünf Tage, kaum Sprintchancen und mehrere anspruchsvolle Bergetappen sorgen dafür, dass sich die Gesamtwertung ausschließlich unter den stärksten Bergfahrern entscheidet. Die Anstiege sind lang und gleichmäßig, was Fahrern mit konstant hohen Wattwerten in die Karten spielt. Gleichzeitig ist das Rennen oft unberechenbar, da viele Fahrer aus dem Training kommen und die Form schwer einzuschätzen ist. Auch das Wetter kann Mitte April eine große Rolle spielen, Regen und kalte Temperaturen sind hier keine Seltenheit. Einen klaren Topfavoriten kann man daher nicht ausmachen, aber einige Kandidaten haben das Zeug um sich den Rundfahrtsieg zu schnappen.
Giulio Pellizzari ist der aussichtsreichste Fahrer, der gleichzeitig als eines der größten Klettertalente im Feld gilt. Mit seinen dritten Plätzen bei der Valencia-Rundfahrt und Tirreno-Adriatico zeigte sich der junge Italiener früh formstark, soll nach der Tour of the Alps auch die Italien-Rundfahrt bestreiten. Einen Rundfahrt-Sieg hat Pellizzari noch nicht, die Tour of the Alps 2026 scheint also wie gemacht für diesen. Auch Michael Storer bringt ein ideales Profil für diese Rundfahrt mit und hat bereits gezeigt, dass er solche einwöchigen Bergrennen gewinnen kann. 2025 ging der Sieg bei dieser Rundfahrt an den Australier, was mit seinen Etappensiegen bei der Vuelta aber auch sein größter Erfolg war. In dieser Saison fuhr er solide Ergebnisse ein, für ganz vorne dürfte es aber in diesem Jahr nicht reichen.
Das Gegenteil gilt für Thymen Arensman. Der Niederländer ist mit seiner Konstanz im Hochgebirge und seiner Zeitfahrstärke ein sehr kompletter Rundfahrer. Bei der letzten Austragung der Tour of the Alps belegte er den zweiten Platz. Auch Arensman hat in dieser Saison noch keine bedeutenden Erfolge einfahren können. Für Storer und Arensman gilt wie für Pellizzari: die Tour of the Alps ist der Formcheck vorm Giro d’Italia in diesem Jahr, alle drei stehen dort im Aufgebot ihrer Teams.
Für Egan Bernal gilt Ähnliches wie für Ben O’Connor. Seine Form ist zwar immer schwer einzuschätzen, aber bei guten Beinen ist er sofort wieder ein Siegkandidat auf diesem Niveau. Auch Aleksandr Vlasov bringt die nötige Klasse und Erfahrung mit, dürfte jedoch als Helfer für Pellizzari beschäftigt sein. Währenddessen gelten Derek Gee und Paul Double eher als Underdogs. Auch Mathys Rondel ist ein absoluter Underdog, genau das könnte den Dreien jedoch helfen. Unter dem Radar fliegen, birgt bei der Tour of the Alps oft Überraschungspotenzial.
Auffällig ist insgesamt, dass viele Teams mit mehreren Optionen ins Rennen gehen – INEOS mit Arensman und Bernal oder Bora mit Vlasov und Pellizzari. Das spricht zusätzlich für ein taktisch offenes Rennen, in dem Teamstrategien eine große Rolle spielen können.
Werkstudent