Tour of the Alps 2026Die Sieganwärter im Check

Leon Weidner

 · 19.04.2026

Tour of the Alps 2026: Die Sieganwärter im CheckFoto: Getty Images/Tim de Waele
Giulio Pellizzari ist mit seinen jüngsten Ergebnissen und seinen Resultaten aus der vergangenen Saison der Topfavorit auf den Gesamtsieg bei der Tour of the Alps 2026

Die Tour of the Alps gilt als eine der wichtigsten Vorbereitungsrundfahrten für den Giro d’Italia und ist durch das Profil klar auf Kletterer ausgelegt. Wir haben einen Blick auf die Favoriten geworfen.

​Eine Rundfahrt die nicht zur WorldTour gehört und trotzdem Qualität und Spannung verspricht, genau das ist die Tour of the Alps. Fünf Tage, kaum Sprintchancen und mehrere anspruchsvolle Bergetappen sorgen dafür, dass sich die Gesamtwertung ausschließlich unter den stärksten Bergfahrern entscheidet. Die Anstiege sind lang und gleichmäßig, was Fahrern mit konstant hohen Wattwerten in die Karten spielt. Gleichzeitig ist das Rennen oft unberechenbar, da viele Fahrer aus dem Training kommen und die Form schwer einzuschätzen ist. Auch das Wetter kann Mitte April eine große Rolle spielen, Regen und kalte Temperaturen sind hier keine Seltenheit. Einen klaren Topfavoriten kann man daher nicht ausmachen, aber einige Kandidaten haben das Zeug um sich den Rundfahrtsieg zu schnappen.

Die Favoriten auf den Rundfahrt-Sieg

Schon auf der zweiten Etappe der letztjährigen Tour of the Alps fuhr Michael Storer die entscheidende Zeit heraus, um am Ende der Rundfahrt ganz oben zu stehenFoto: Getty Images/Tim de WaeleSchon auf der zweiten Etappe der letztjährigen Tour of the Alps fuhr Michael Storer die entscheidende Zeit heraus, um am Ende der Rundfahrt ganz oben zu stehen

Giulio Pellizzari ist der aussichtsreichste Fahrer, der gleichzeitig als eines der größten Klettertalente im Feld gilt. Mit seinen dritten Plätzen bei der Valencia-Rundfahrt und Tirreno-Adriatico zeigte sich der junge Italiener früh formstark, soll nach der Tour of the Alps auch die Italien-Rundfahrt bestreiten. Einen Rundfahrt-Sieg hat Pellizzari noch nicht, die Tour of the Alps 2026 scheint also wie gemacht für diesen. Auch Michael Storer bringt ein ideales Profil für diese Rundfahrt mit und hat bereits gezeigt, dass er solche einwöchigen Bergrennen gewinnen kann. 2025 ging der Sieg bei dieser Rundfahrt an den Australier, was mit seinen Etappensiegen bei der Vuelta aber auch sein größter Erfolg war. In dieser Saison fuhr er solide Ergebnisse ein, für ganz vorne dürfte es aber in diesem Jahr nicht reichen.

Das Gegenteil gilt für Thymen Arensman. Der Niederländer ist mit seiner Konstanz im Hochgebirge und seiner Zeitfahrstärke ein sehr kompletter Rundfahrer. Bei der letzten Austragung der Tour of the Alps belegte er den zweiten Platz. Auch Arensman hat in dieser Saison noch keine bedeutenden Erfolge einfahren können. Für Storer und Arensman gilt wie für Pellizzari: die Tour of the Alps ist der Formcheck vorm Giro d’Italia in diesem Jahr, alle drei stehen dort im Aufgebot ihrer Teams.

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Thymen Arensman gewann 2025 die vierte Etappe nach Obertilliach bei der Tour of the Alps und wurde später zweiter im GesamtklassementFoto: Getty Images/Tim de WaeleThymen Arensman gewann 2025 die vierte Etappe nach Obertilliach bei der Tour of the Alps und wurde später zweiter im Gesamtklassement

Für Egan Bernal gilt Ähnliches wie für Ben O’Connor. Seine Form ist zwar immer schwer einzuschätzen, aber bei guten Beinen ist er sofort wieder ein Siegkandidat auf diesem Niveau. Auch Aleksandr Vlasov bringt die nötige Klasse und Erfahrung mit, dürfte jedoch als Helfer für Pellizzari beschäftigt sein. Währenddessen gelten Derek Gee und Paul Double eher als Underdogs. Auch Mathys Rondel ist ein absoluter Underdog, genau das könnte den Dreien jedoch helfen. Unter dem Radar fliegen, birgt bei der Tour of the Alps oft Überraschungspotenzial.

Auffällig ist insgesamt, dass viele Teams mit mehreren Optionen ins Rennen gehen – INEOS mit Arensman und Bernal oder Bora mit Vlasov und Pellizzari. Das spricht zusätzlich für ein taktisch offenes Rennen, in dem Teamstrategien eine große Rolle spielen können.


Leon Weidner

Werkstudent

Leon Philip Weidner ist Kölner, verfolgt den Profi-Radsport intensiv und ist selbst leidenschaftlich auf dem Rennrad unterwegs. Neben langen Kilometern im Sattel des Straßenrads sitzt er auch regelmäßig auf dem Zeitfahrrad – stets mit dem nächsten Triathlon im Blick. Seine Expertise verbindet sportliche Praxis mit Szenewissen.

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